Samstag, 12. März 2011

FC Spartak Trnava vs. FC Nitra 4-1

Corgoň liga
Štadión Antona Malatinského
Zuschauer: 4112 (0!)

Das Discounterticket hat ja bekanntlich noch bis Ende März Gültigkeit und ich besitze noch welche von diesen, also warum nicht mal wieder eine Auslandstour planen. Klingt interessant, besonders wenn dabei noch ein Länderpunkt eingefahren werden kann. So wurde sich dann das Ziel Slowakei ausgesucht, alles mögliche geplant und dann konnte es am Samstag Morgen auch schon losgehen. Vier Wecker sollten diesmal als Aufstehhilfe dienen, klappte auch ganz gut, fertig gemacht und ab zum Bahnhof in Langenselbold. Noch nicht viel los, sehr schön, also rein in den Zug nach Hanau und dort wieder raus. Die gewohnten zwei Kaffee wurden vernichtet, wenig später trudelte dann auch schon der ICE Richtung Wien ein. Ich war mal der Bahn gehörig und reservierte mir einen kostenlosen Sitzplatz, wunderbar an der Spitze des Zuges. Mich wunderte es schon, dass der Zug heute von einem anderen Gleis abfuhr, wenig später hatte ich auch die Antwort. Halt in Aschaffenburg entfällt, dafür wird über Fulda Richtung Würzburg gefahren, Ankunft in Würzburg ca. 40 Minuten später. Das ging ja schon mal gut los, die Verbindung in die Slowakei wird dann wohl so nicht klappen, hatte mir aber eine Alternativroute noch besorgt, sollte also irgendwie gehen. Die Zeit mit Musik hören und schlafen verbracht, ging auch alles wunderbar, die Sonne präsentierte sich, optimale Voraussetzungen. Viel zu nicht zu schreiben, denn es passierte rein gar nix. Zeitlich wurde noch bisschen was aufgeholt, dann fuhr man an Vilshofen vorbei und Erinnerungen an letztes Jahr wurden geweckt. (Woodytour berichtete) Da aber der Zug heute entspannt leer war, blieb man nicht unnötig lange in Passau stehen, Personalwechsel und weiter ging es mit noch zwölf Minuten Verspätung. Ist genügend Zeitpolster kalkuliert oder hat die ÖBB einfach mal den Turbo gezündet? Keine Ahnung, ist mir eigentlich auch egal, ich weiß nur, der Zug kam noch vor geplanter Ankunft an, also nochmal gut 15 Minuten rausgeholt. Sehr schön. Da steht ja jetzt der Slowakei nix mehr im Wege. Ticket am Automaten ziehen für den Grenzübergang Marchegg - Bratislava, geht aber nicht, der Automat nimmt nur Münzen, die bei mir aber gerade aus waren. Hätte mich 4 Euro gekostet. Ein Kiosk wollte nicht wechseln, ich soll in das Reisezentrum geehn, die wechseln. Naja, okay, gesagt getan, halt dort das Ticket geholt. Aber warum bezahlt man im Reisezentrum nur 3.20 Euro und am Automaten 4 Euro? Mir soll es recht sein, bin aber immer davon ausgegangen, dass das Personal teurer ist als so ein Automat. So ist es zumindest in Deutschland, so dass man für manche Tickets zwei Euro Aufschlag zahlen muss. Wie auch immer, per U-Bahn ging es nach Simmering und von dort per Regionalzug in die Slowakei. Keine Grenzkontrolle und wenig später in Bratislava gewesen. Und was passiert jetzt als erstes? Zunächst werde ich um Geld angebettelt, Zug nach Prag blabla. Nein! Dann möchte mir jemand eine Uhr verticken. Nein Danke, benötige ich nicht. Für 2.15 Euro dann weiter nach Trnava und 30 Minuter später war man dann am Zielort angekommen. Stadion muss hier in der Nähe sein, aber in welche Richtung laufen? Laufen wir einfach den Schalträgern hinterher, passt schon. Und so war es dann auch.
Am Stadion angekommen, Ticket für überdachte Tribüne besorgt (5 Euro), von außen paar Fotos gemacht und dann rein. Recht geniales Teil, was hier steht. Ziemlich heruntergekommen, alte Tribünen, zum Teil fehlen die Sitzschalen, versifft, die Anzeigetafel noch aus früheren Jahren, steil. War schon imposant, dass es sowas noch gibt. Gut, in Osteuropa mag jetzt das Geld nicht so sprudeln, um an jeder Ecke ein Neubau hinzusetzen, aber das ist auch ganz gut so. Lediglich die Tribüne auf der Gegenseite sieht neuer aus, scheint mit einem Dach versehen zu sein, sowie wurden die Sitzschalen ausgetauscht. Verpflegung gibt es hier auch ordentlich, neben dem wohl notwendigen Pivo, gibt es noch diverse Arten von Kernen zu kaufen, die das Stadion dann in eine Müllhalde nach dem Spiel werden ließ. Echt grausam. Auf der Suche nach einer Klobasa wurde man nicht fündig, dafür gab es dann Ciganska für 2 Euro, eine Art Putenfleisch im Dönerbrötchen, dazu Senf und Kraut. Schmeckte ganz ordentlich und ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Auf den Rängen hatte ich mir schon bisschen was erhofft, sollen im Hinspiel in Nitra gut 2000 Gäste gewesen sein, Sitzschalen geflogen sein und ordentlich Pyro gegeben haben. Aber als ich den Gästeblock sah, naja. Leere. Niemand da aus Nitra. Reiseverbot oder kein Fanaufkommen? Kann ich mir fast nicht vorstellen, dass niemand fährt, bei nur 41km Entfernung. Schade, schade. Die Heimfans um Ultras Spartak befinden sich zumindest bei heutigem Spiel neben dem leeren Gästeblock und hatte auch ein ordentliches Intro geplant. So flogen dann zum Intro unzählbare Kassenrollen Richtung Spielfeld, dazu wurden einige Fackeln zum Erleuchten gebracht. Sah schon ganz ordentlich aus. Supportmäßig war es auch eine ordentliche Leistung von Ultras Spartak, hinweg über das komplette Spiel wurde der Support durchgezogen, aber halt auch nur die bekannten Lieder, nix neues oder interessantes.
Nachdem eine Schweigeminute für einen verstorbenen slowakischen Landsmann vorbei war, sollte der Ball auf dem Rasen rollen. Aber naja, mehr schlecht als recht. Hohes Niveau hat es nicht unbedingt, schlechtes Regionalliganiveau mit Deutschland zu vergleichen. Die Gäste aus Nitra konnten dann in Führung gehen, und siehe da, es jubelten doch tatsächlich 1-3 Leute im Heimbereich. Sensationell! In der zweiten Halbzeit drehte Trnava noch mal auf, konnte den Ausgleich erzielen und mit der Zeit dann auch die Führung. Im Laufe des Spiels wurde das Ergebnis noch auf 4-1 ausgebaut, am Ende schon verdient.
Mehr passierte hier nicht mehr und da die Slowaken anscheinend recht entspannt sind und es nicht so mit der Zeit haben, wurde das Zeitpolster zwischen Abpfiff und Abfahrt meines Zuges zurück nach Bratislava recht knapp. So mussten dann schnelle Schritte her, am Ende wurde sogar noch ein Sprint hingelegt, Ticket lösen und den Bahnsteig suchen. Hier geht es komischerweise bei 3&4 los, anstatt bei 1&2, also bei 3 wieder zurück, an Seiteneingang, aahh, hier geht es wieder raus, wieder zurück, Leute kommen vom Bahnsteig dahinter runter, schnell hinsprinten, der Zug steht abfahrtbereit, rein und los gehts. Das hat gut geklappt. Wenig später wieder in Bratislava gewesen, nun die öffentlichen Verkehrsmittel genommen und ab zum Hotel. Ein umgebauter Ausflugsdampfer sollte für die Übernachtung herhalten, hätte ich auch im Hostel für gut 15 Euro weniger unterkommen können, wollte ich aber heute abend nur meine Ruhe haben und so dann dieses Botel Marina für 25 Euro inkl. Frühstück gebucht. Der Paki oder Inder, der an der Rezeption saß, bevorzugte aber lieber das Telefonieren als mir zu helfen, meinen Namen fand er zumindest nicht im System, aber braucht man ja auch gar nix machen, gibt man einfach den Schlüssel raus und gut ist. Der Abend wurde dann mit freiem Wifi im Internet verbracht, der einzigste deutsche Sender, Kabel1, lief im Hintergrund und irgendwann früh am Abend gingen dann bei mir bereits die Lichter aus.

Donnerstag, 10. März 2011

SSV Bergneustadt vs. Spvg. Wesseling-Urfeld 1-1

Mittelrheinliga
Wilhelm-Bisterfeld-Stadion
Zuschauer: 100

Fußball an einem Donnerstag? Ajo, warum nicht, 168 Kilometer sind jetzt auch nicht soviel, kann man schon mal machen, besonders wenn Can davon nicht abgeneigt ist und sich sogar als Fahrer zur Verfügung stellt. Perfekte Vorzeichen also. So war dann der Tag gekommen, bisschen früher Feierabend gemacht, noch kurz relaxed und dann war es auch schon 17 Uhr, Abfahrtszeit an der Tankstelle. Gut, paar Minuten später waren es dann schon, aber man muss ja nicht so kleinlich sein. Die A45 entlang bis zum Kreuz Olpe, von dort dann paar Meter auf der A4 und man war praktisch schon da. Einige Kilometer habe ich dann nicht mitbekommen aufgrund von totaler Müdigkeit, aber aufregendes ist sowohl im Wachseinstatus noch im Schlafstatus nicht passiert. Dafür dann das reinste Chaos in Bergneustadt. Diverse Baustellen, Straßen gesperrt, Navi schickt uns rechts, gesperrt, also weitergefahren, wir sollen drehen, und dort wieder reinfahren. Geh fodd, geht doch net!!! Was macht sich Can immer über mein Navi lustig, diesmal konnte ich mich wenigstens über das sinnlose Gelaber dieses Gerätes amüsieren. Irgendwie fanden wir dann doch noch den richtigen Weg, war ja auch noch genügend Zeit, so dass wir gut 45 Minuten vor Anstoß ankamen. Auf beiden Plätzen brannte Licht, ja wo wird denn gekickt? Der Ascheplatz (kleine Überdachung und paar Stufen) wurde nur als Trainingsplatz von irgendwelchen Leuten genutzt, also wird es schon der Kunstrasenplatz sein. So war es dann auch.
Noch bisschen im Auto relaxed, dann ging es Richtung Eingang. 7 Euro möchte man hier haben. Ja, natürlich, sonst geht es noch? Eintrittskarte? Nee, haben wir nicht, lies der Kassierer verlauten. Während Can noch mit dem Kassierer diskutierte, huschte ich rein, 7 Euro ohne Karte muss jetzt wirklich nicht sein. Aber wie schlecht einfach nur. Zum Glück hatte ich 100 Freisprüche an diesem Abend bei Can, so dass ich jetzt wohl noch um die 90 habe, denn immer wenn er von mir hörte, wie schlecht doch alles sei, zog er mir eins ab, bei 0 hätte ich heimlaufen müssen, hatte ich nochmal Glück gehabt. Und weiter ging es mit dem Schlechten: Kunstrasen, nur Tribüne benutzbar, Rest durfte nicht betreten werden "Fairplay - Eltern und Fans bleiben auf der Tribüne", Plastikwurst, Kälte, einfach alles einfach nur schlecht.
Und bei dem Kick wenig auf dem künstlichen Grün wurde mir noch schlechter. Vielen Dank für den Erfinder des Kunstrasens, aber das hatte ja heute mal gar nix mit Fußball zu tun. Keine Ballsicherheit möglich, andauernd verspringt der Ball, Fehlpässe en masse, auf Naturgrün wäre dies vielleicht auch passiert, aber so ging es an einer Tour. Fehlpass hier, Fehlpass da und wieder geht der Ball zurück. Boah, da muss man ja wirklich aufpassen, dass man auf der Tribüne sitzend nicht einschläft, weil passiert ist gar nix. Kurz vor der Halbzeit dann die erste Chance, der Ball geht knapp am Pfosten vorbei. Halbzeit. Danke! Wir erlaubten uns dann doch den abgesperrten Bereich zu betreten, denn schließlich sind wir weder Eltern noch Fans, lediglich Zuschauer. Ein Ründchen gedreht, im wunderbaren Licht Millionen Versuche unternommen die Tribüne wenigstens gescheit abzulichten, der Wind pfiff uns hier unten jetzt um die Ohren, also schneller laufen und wieder rauf auf die Tribüne. Die erwartete Meckerei aufgrund unseres unerlaubten Betreten blieb aus, langsamer Gang zurück zu unserem Platz, das Spiel läuft bereits und zack 0-1. Gesehen? Natürlich nicht. Da schaut man sich 45 Minuten ein Gegurke an und dann verpasst man das erste Tor. Bitter. Naja, im Stehen wurde dann restliche Zeit ausgeharrt und wenigstens ein Tor konnte man dann doch noch bestaunen, den Ausgleich zum 1-1 Endstand. Enttäuscht war man doch bisschen von der Zuschauerzahl, von vielleicht 100 Leuten, können auch weniger gewesen sein, ab 100 hört sich immer gut an und trifft wohl eher zu als die Zuschauerzahl, die bei fussball.de zu finden ist (siehe Bild oben). Aber gut, wenn Europaliga im freien TV gezeigt wird, schaut man lieber dies als zum lokalen Fußball zu wandern.

Mit dem Schlusspfiff ging es dann also ohne Eintrittskarte, dafür mit einem Kick sowie Ground mehr in der Tasche zurück zum Auto. Irgendwie noch aus Bergneustadt rausgefunden, Autobahn war auch schnell erreicht und dann ab die Post nach Hause. An gewohnter Stelle auf der 45 dann wieder eine bestimmte Firma beschimpft, gehört einfach bei einer Fahrt auf der 45 hinzu, zwischendurch nochmal weggenickt und ansonsten dem sinnlosen Gelaber auf 1live gelauscht. 23.30 Uhr wurde ich dann abgesetzt, netter Ausflug an einem Donnerstag Abend, wenn nicht alles so schlecht gewesen wäre. Na gut, alles war nicht schlecht, aber vieles.

Sonntag, 6. März 2011

FC Thun vs. FC Luzern 3-3

Axpo Super League
Stadion Lachen
Zuschauer: 3585 (ca. 300)

Die Nacht war vorüber, naja fast, zu früh aufgewacht, dann nochmal gekämpft und eingeschlafen, und wenig später war es dann soweit. Aufstehen war angesagt. Boah, eine miese Laune legte ich wieder an den Tag. Jetzt schnell eine Dusche, damit diese besser wird, wurde sie dann auch, allerdings bei der Morgenzigarette kam schon mal die Frage nach dem Sinn auf, wo bin ich hier eigentlich und was mache ich hier? Leicht zu beantworten. In einem Hotel in der Schweiz und natürlich zum Fußball schauen. Wäre die Couch im Heimischen nicht angenehmer? Wahrscheinlich schon, aber Fußball muss ja auch mal sein. Ein Kaffee später und einsetzende Rückenschmerzen wurde ausgecheckt, die Kurtaxe von 3 Franken bezahlt und dann Richtung Bushaltestelle gegangen. Blöd, dass man zu spät gesehen hatte, dass man sich auch hätte kostenlos fahren lassen können, hätte man sicherlich weniger Angst und drei Franken mehr in der Kasse gehabt. Aber so ist es nun mal. Die Angst wurde dann aber schnell ad acta gelegt, der Bus kam pünktlich und wir kamen auch pünktlich am Bahnhof an. Auf geht´s nach Lausanne. Ja, schon eine schöne Landschaft, muss ich sagen, wenn ich diese auch nicht so zugeben wollte. Schwäche zeigen? Nein danke. Oder sowas in der Art. In Lausanne dann umsteigen und endlich kann man mal was von der Fahrt berichten. Da sitzen doch irgendwelche Engländerinnen oder Amerikanerinnen oder sondersgleichen im Zug, mit ihren nervigen Plagen, die die ganze Zeit am Rumheulen sind und diese zwei Damen mit null Orientierung ausgestattet. Sind wohl in den falschen Zug eingestiegen und fahren erstmal in die falsche Richtung, macht aber nix, so lange die Kinder die restliche Bahnkundschaft nerven kann. Zum Glück war in Fribourg damit Schluss, wir hatten dann unsere Ruhe, zumindest bis Bern, wo erneut der Zug gewechselt werden sollte. Reichliche Bedenken kamen nun auf, der direkte Weg Richtung Heimat ist es ja nicht unbedingt, liegt Thun, wo es heute noch hingehen sollte, wieder ein Stück südlicher und von Bern hätte man auch direkt nach Basel fahren können. Aber gut, der Schaffner weiß ja sicherlich nicht, wo Langenselbold liegt, wird schon gehen, ansonsten einfach blöd stellen. Zweites Problem folgte dann, der Eurocity war kein Zug der DB oder SBB sondern der italienischen Bahn, eigentlich ist das Ticket dafür ja nicht gültig!? Augen zu und durch, klappte auch wunderbar und wenig später in Thun angekommen.
Rucksack im Schließfach für 4 Franken verstaut, ging es ganz gemütlich Richtung Stadion. Praktisch schon vor dem Stadion, kehrten wir um, haben wir doch noch soviel Zeit, erstmal bisschen am Thuner See schauen. Joah, sehr schön. Nun wurde es laut, die Luzerner schienen angekommen zu sein und machten sich bemerkbar, zu sehen waren sie aber nicht. Also zurück zur Straße, bisschen schauen. Kleiner Mob war zugegen, aber nicht viele. Naja gut. So ging es dann zum Stadion, Zugangsberechtigungen wurden besorgt, reingehen ist aber nicht, lieber noch bisschen die Sonne genießen und am Ufer des Sees sitzen. Klappte auch recht gut, Can schwärmte und schwärmte, mir war es praktisch egal, die Frage nach dem Sinn ließ mir immer noch keine Ruhe. Der Kollege hatte dann sein Bier auch endlich leergetrunken und gut zwanzig Minuten vor Anpfiff konnte es somit Richtung Eingang gehen, den man ohne Kontrolle passierte. Wunderbar.
Das Stadion, naja, ein Bau aus alten Zeiten, nicht so alt jetzt, aber zu Zeiten, wo man eher unterklassig spielte. Paar Stufen im weiten Rund, dazu eine Tribüne auf der Gegengerade, daneben noch eine Stahlrohrtribüne mit Sitzplätzen ausgestattet und auf der gegenüberliegenden Seite noch eine kleine Tribüne. Die Gäste in der anderen Kurve untergebracht, dort aber auch nur paar Stufen vorhanden, alles sehr überschaubar hier. Kein Wunder, dass bald in Thun ein neues Stadion entsteht, wobei man sicherlich diesen Ground auch bisschen modifizieren hätte können und nicht gleich ein neues Stadion erbauen. Aber vielleicht kann man das alte Ding ja abreißen und es zu Wohngebiet machen, ist ja auch mittlerweile in Mode.
Gäste waren vielleicht gut 300 angereist, war ich schon enttäuscht, hatte ich ne größere Anzahl erwartet. Zumindest konnten sie ein wenig mit einigen Fahnen, Doppelhaltern und Schwenkern überzeugen. Dazu bisschen Bewegung im Block, gesungen wurde auch die meiste Zeit, wenn auch nicht viel auf die gegenüberliegende Seite ankam, wo wir standen. Der Heimbereich hatte auch eine kleine Gruppe am Start, paar Fahnen und Schwenker und auch hier wurde im Prinzip 90 Minuten durchgesungen, aber eigentlich nur der übliche Ultra-singsang, nix besonderes und auch keine berauschende Lautstärke. Hat man schon besser erlebt, vielleicht jetzt nicht unbedingt in der Schweiz, da war man ja erst mit dem heutigen Kick beim Dritten, aber so generell gesehen. Gibt aber sicherlich auch bessere Kurven in der Schweiz, die man sich noch anschauen kann.
Das Spiel begann recht ordentlich, bereits nach vier Minuten führten die Gäste. Weitere Chancen blieben ungenutzt, knapp eine halbe Stunde war gespielt, da flog ein Spieler der Gäste mit der Ampelkarte vom Platz, Motivation genug für Thun, nun den Ausgleich zu schießen. Kurze Zeit später dann das 2-1 und in der Nachspielzeit sogar noch das 3-1. Klare Sache. Kurz nach der Halbzeit dann Elfmeter für Luzern, Tor, nur noch 3-2, optimal, so bleibt es nochmal spannend. Und nachdem dann auch Thun nur noch zu Zehnt auf dem Platz stand, kann Luzern den Ausgleich erzielen. Die letzte Viertelstunde somit von Spannung geprägt, beide Mannschaften können noch gewinnen, haben auch die Chancen dazu, doch am Ende bleibt es beim gerechten Remis.
Mit dem Abpfiff dann raus aus dem Stadion, zurück zum Bahnhof, hatten wir gut 40 Minuten Zeit, um unseren Zug Richtung Heimat zu erreichen. Sollte aber kein Problem sein, vielleicht 20 Minuten maximal gebraucht, Rucksack geholt, Verpflegung besorgt und dann wieder zurück nach Bern. Tja, hier nochmal kurz durchatmen, Schaffner kam aber nicht. Erst nach Abfahrt in Bern mussten wir das Ticket vorzeigen, mit bisschen Glück und Verstand hatte dies also alles wunderbar geklappt. Nun nervten abermals irgendwelche kleinen Kinder, die meinten, sie müssten der SBB die Putzkräfte sparen und über den Boden rumrutschen, dazu Verstecken spielen und rumschreien. Meine Güte. Ruhe jetzt!! In Basel war es dann auch soweit, Ruhe war angesagt. ICE in Richtung Frankfurt stand schon am Gleis, ein 6er Abteil gehörte uns. Also lang machen und den 3er Sitz als Bett benutzen und einfach schlafen. Klappte aber nicht ganz so gut, gedöst wurde nur, macht aber nix, war trotzdem okay. Schon lustig, wenn man dann draußen die Leute reden hört "Die liegen ja da drin und schlafen!". Ja und? Bremer Kunden stiegen dann in Freiburg auch noch ein, nervten ein bisschen mit Gesang und Musik, störte mich aber weniger und gut drei Stunden später war man dann in Frankfurt. Hier dann endlich nochmal ein Trolly-Rennen gesehen. Kann man sich in etwa vorstellen wie auf einer Kerb, wo man auf eine Scheibe schießt und Enten oder Pferde sich dann bei jedem Treffer einen Platz nach vorne bewegen und der erste im Ziel hat gewonnen. Boah, hauptsache kein Vorbeikommen, schön eng alles machen, die restlichen Leute haben ja auch soviel Zeit. Im entscheidenden Moment dann überholt und wenig später im Regio nach Hause gesessen. Jetzt noch die letzten Minuten ausharren, noch bisschen dummschwätzen und dann hatte man auch diese Tour geschafft. Zwei neue Schweizer, dazu die Auslandsquote erhöht. Jo mei, woas wuist mehr?

Samstag, 5. März 2011

Etoile Carouge FC vs. Grand-Lancy FC 1-0

1.Liga Gruppe 1
Stade de la Fontenette
Zuschauer: 328

Dieses bzw. schon letztes Jahr bot ein Discounter mal wieder Zugtickets zum Schnäppchenpreis an, und wer auch immer Schuld ist, nach der ÖBB-Aktion im letzten Jahr, sollte es diesmal auch möglich sein, in die Schweiz zu fahren. Für mich jetzt nicht unbedingt ein Muss, habe ich den Länderpunkt schon vor paar Jahren gemacht, aber die Quote kann man dennoch auffrischen. Und da für dieses Wochenende gar nix geplant war, folgte man einfach mal den Plänen von Can, lediglich die Hotelreservierung durfte ich übernehmen. War zunächst aber ein Problem, da irgendeine sinnlose Automesse in Genf stattfinden sollte und die billigen Hotels somit schon ausverkauft waren. Dann einen Tag zu lang gewartet, nächstes Hotel weg, bleibt also nur noch ein nettes Hotel in der Nähe. Soweit so gut.
Mit gemischten Gefühlen ging es dann also Samstag Morgen aus den Federn, die übliche Prozedur und dann Richtung Bahnhof gefahren. Ui, war das kalt, hoffentlich wird es im Laufe des Tages bisschen wärmer. Regio nach Hanau genommen, dort den üblichen 50Cent-Kaffee eingeschmissen, waren am Ende sogar zwei, aber eigentlich nicht so wichtig. Dann im ICE bis nach Mannheim, auf der Strecke schon die erste Verspätung, aber Anschlusszug in Mannheim wartet ja. War kein Problem, dafür dann das Aufkommen. Warum sollen wir auch trotz Sitzplatzgutscheinen selbige reservieren? Mal wieder total sinnlos, so halt dann im Gang sitzend verbracht, irgendwann wurde dann ein Plätzchen frei und es konnte ohne weitere Probleme Richtung Schweiz gefahren werden. In Basel dann erneuter Umstieg, Direktzug nach Genf, auch hier keine Probleme. Eigentlich schon langweilig, wenn man von einer Fahrt nix berichten kann, aber die Zeilen werden ja auch so irgendwie voll. In Genf dann nochmal umgestiegen, eine verbesserte Straßenbahn wurde gewählt, die uns nach Lancy-Pont Rouge bringen sollte. Angekommen, alles wunderbar. Jetzt war laufen angesagt, mittels Ausdruck aber auch kein Thema. Am Ground dann angekommen, sahen wir, ein Kick läuft bereits. Allerdings auf dem Nebenplatz. Wichtiger war dann aber erstmal die Sichtung des Stadions.
Flink den Foto ausgepackt, hier ein Foto, da ein Foto, dann noch mal eins. Aus der Perspektive noch eins, ja passt schon. Was fotografiert man hier eigentlich? Ja gut, eine große, überdimensionale Tribüne auf einer Längsseite ist hier geboten, recht nett, muss man sagen. Dazu Stufen hinter einem Tor sowie auf der anderen Gegengeraden. Ist schon ganz okay. Kann man so stehen lassen.
Nun hatten wir noch gut drei Stunden bis zum Anstoß, also einfach mal dem Jugendkick beiwohnen, der im vollen Gange war, allerdings von uns nicht gezählt wurde. Würde Can seiner Prinzipien auch total widersprechen: Jugendspiel, keine 90 Minuten, Nebenplatz, Kunstrasen. Dazu vielleicht noch Testspiel? Man weiß es nicht. So schauten wir bei ordentlichem Sonnenschein dem Treiben zu, hier ein Tor, auf der anderen Seite ein Tor. Und noch eins. Und noch eins. Tja, die Gastgeber haben wohl am Ende gewonnen, war aber für uns nicht weiter wichtig. Für uns stellte sich dann eher die Frage, was nun tun. Ajo, gehen wir halt nochmal in den angrenzenden Supermarkt, bisschen Verpflegung für den Abend besorgen, doch just in diesem Moment wird das Tor geschlossen. Eingesperrte für immer bei uns! Rausgehen oder drin bleiben und Eintritt sparen? Wir entschieden uns für letzteres, interessierte auch irgendwie niemanden, dass wir noch oder schon drin waren. Immerhin 10 Franken gespart. Die Zeit irgendwie abgeasselt, dann begann die Kartensuche. Da liegt ein verknülltes Ticket oder? Mhh, da stehen aber welche, kein Bock jetzt zwischen den Beinen rumzuwühlen. War wohl besser so, hat sich am Ende herausgestellt, dass es nur ein leeres Zuckerpäckchen war. Kein Problem, denn wenig später hatte ich zumindest mein Ticket in der Hand, wenn auch leicht demoliert. Aber es sollte nicht das letzte Ticket am heutigen Tage bleiben. Can fand dann ein für ihn brauchbares, ich hatte mittlerweile auch noch ein Kinderticket und um es vorweg zu nehmen, in der Halbzeitpause auch ein Vollzahlerticket. 3 Tickets in drei Farben. Hervorragend.

Was kann man hier heute auf dem Rasen erwarten? Schwer zu sagen, lassen wir uns einfach mal überraschen. Bereits nach 2 Minuten war meine Meinung, dass dies heut ein torloses Match wird und ich hätte auch fast recht behalten. War schon ziemlich grottig, was da abgeliefert wurde. Torchancen eigentlich in Halbzeit eins ziemliche Mangelware. Und auf den Rängen? Rein geografisch gesehen war der heutige Kick sicherlich ein Derby, doch Derbystimmung? Sieht sicherlich anders aus. Ob überhaupt Gäste da waren? Schwer zu sagen. Naja, gut, nehmen es mal so hin, am Ende dann gut 300 Zuschauer, die Durchsage könnte 308 gelautet haben, wenn wir das Französische richtig verstanden haben. Für uns allerdings unverständlich wie manch einer sich ins Stadion verläuft, erstmal sein Buffet aufbaut und dann während des Spiels Zeitung liest!? Bei der Kälte bleib ich dann doch lieber mit dem Arsch in der warmen Bude, wenn ich Zeitung lesen will oder nicht? Kunden gibts. In der Halbzeit dann die gewohnte Stadionrunde gegangen, hier geht sowas noch. Dritte Liga und alles offen. Wunderbar. Es lebe der Amateurfußball. Wie oben schon geschrieben, noch paar Tickets eingesammelt, noch das ein oder andere Foto gemacht und dann ging es mit leichter Verspätung wieder zurück auf die Tribüne. Hier wurde dann die zweite Halbzeit frierend ausgeharrt, mächtig kalt wurde es jetzt. Warum muss auch dieser miese, kalte Wind immer rumblasen, kann er das nicht den Frauen überlassen? Nanana, sowas aber auch. Mittlerweile gefühlte Minusgrade, auf dem Rasen dann aber doch noch ein Pluseffekt, nämlich das 1-0. Super, ole ole. Ich habe ja gerne mal unrecht. Die letzten Minuten wurden auch noch rumgebracht und dann ging es wieder per Pedes retour zum Bahnhof.

Für 6.30 Franken dann mittels Unireso-Ticket nach Coppet gebucht, die bessere Straßenbahn kam dann auch, mit Endstation Coppet. Schon schön mit Zügen zu fahren, die keine Verspätung haben, wird jetzt auch langsam Zeit für das Hotel, war ich mittlerweile, wohl auch durch die Kälte, ziemlich müde geworden. Angekommen, vor dem Bahnhof steht schon der Bus, perfekt, doch dies ist nicht der Bus zu unserem Ort, wo das Hotel gebaut wurde, sondern die andere Richtung. Ist vor einer Stunde abgefahren. Aber wir sollen schnell machen und den anfahrenden Zug nach Nyon nehmen und von dort mit dem Bus zum besagten Ort fahren. Neee, kein Bock, was jetzt? Einen Fahrplan erhielten wir immerhin vom Busfahrer, reingeschaut, letzter Bus 21.36h, also gut eine Stunde warten. Oje, na gut, was bleibt uns anderes übrig. Erfreulich war dann zumindest der beheizte Warteraum, doch diese Wärme stieg wohl auch in meinen Kopf, denn fortan hatte ich meine Phase, meckerte pausenlos über dies und jenen, kurz vor dem Ausrasten gestanden, mich dann aber doch wieder glücklicherweise gefangen. Can meinte nur, das hätte sowas in der Art von einer Gummizelle. Ja mag schon sein, wenn man kein Bock mehr hat und einfach nur ins Hotel möchte. Klappte dann auch die besagte Stunde später. Der Bus kam, kleines Problem nur, unser Ticket ist nur für 2 Stunden gültig und würde eine Station vorher abgelaufen sein, gejuckt hat es aber niemanden, so dass wir dann letztendlich die letzte Station schwarz gefahren sind. Wenn man es genau nimmt, waren wir aber noch in der 2h-Frist, haben nur das Ticket paar Minuten zu früh gelöst. Das Hotel wurde dann gefunden, eingecheckt und ab ins Zimmer. Ja, sieht schon gut aus, Can hatte auch nix zu meckern, die Heizung lief, das Fenster war zu, das TV-Gerät groß genug (Woodytour berichtete aus Motherwell). Doch dann fand er doch wieder was zum Meckern, die Fernbedienung funktioniert nicht richtig. Ja meine Güte, als ob es nix schlimmeres geben würde. Für mich persönlich ist das ja schon ein Angriff auf meine Hotelplanung, wenn vielleicht auch nicht ganz ernst gemeint. Ich muss mir da mal Gedanken machen, wie ich dieses Problem in Zukunft löse. Am besten, ich habe immer eine Universalfernbedienung im Rucksack samt Ersatzbatterien, damit mir das Gemeckere erspart bleibt. War dann aber kurze Zeit später auch schon wieder ruhig, noch bisschen TV geschaut, erst sinnlosen deutschen TV-Quatsch, dann folgte noch bisschen Eishockey aus der Schweiz sowie eine Analyse des Premier League Spieltages auf BBC. Doch die Augen waren einfach zu schwer, alles fiel zu anstrengend, so dass es dann in die verdiente Nachtruhe ging.

Mittwoch, 2. März 2011

SV Melitia Roth vs. SV Germania Horbach 2-0

Kreisoberliga Gelnhausen
Melitia-Platz an der Kinzigmühle
Zuschauer: 20

Raus aus dem Alltag, rein in das Vergnügen. Amateurfußball unter der Woche, eigentlich was feines. Erfreulich für mich, dass Can zwar sicher war, hier schon mal gewesen zu sein, aber die Statistik dies nicht belegen konnte und so reiste er heute also auch an. Für mich ging es kurz nach 19 Uhr los, ist ja nicht weit, also gemütlich fahren. Beim großen Möbelgeschäft klingelt dann das Handy, ja auf, die Spieler laufen gleich ein. Ruhig bleiben, Can, bin ja gleich da. Fast noch am Ground vorbeigefahren, dann aber Rückwärtsgang rein und abgebogen, auf den Platz geschaut, nix los, auch keine Zuschauer. Bin ich hier richtig? Can nochmal kontaktiert, jaja, ist schon richtig. Fein.
Parkplatz dann gefunden, Can wartete und die Spieler liefen dann auch ein. Hat ja wunderbar geklappt. Kassiert wurde heute nicht, wäre bei den anwesenden zwanzig Zuschauern auch zu sinnlos gewesen, also mal Eintritt frei. Freut den Geldbeutel. Das Spiel wurde dann bei eisigen Temperaturen ordentlich verquatscht, gab einiges zu lachen. Und selbst ich durfte heute oft gegen die Eiskugel treten, hatte sicherlich nicht die wenigsten Ballkontakte am heutigen Abend und das obwohl nur passiv. Ist aber auch egal. Am Ende fielen dann noch zwei Tore, man musste dann aber doch erstmal nachfragen, für wen überhaupt. Man merkt schon, ganz so ernst wurde der Kick nicht genommen, wenn auch zugleich ein neuer Ground mitgenommen werden konnte. Trotz der Trostlosigkeit des Platz heute also ganz schön, wenn denn nicht dieser eisige Wind einen fast zur Eissäule gemacht hätte. Wird wirklich Zeit, dass es paar Grad wärmer wird und der Wind sich Richtung Nordpol verabschiedet.

Sonntag, 20. Februar 2011

Celtic Football Club vs. Rangers Football Club 3-0

Clydesdale Bank Premier League
Celtic Park
Zuschauer: 58748 (10000)

Nun war er also gekommen, der Tag des Glasgower Derbies, das Old Firm. Relativ entspannte Nacht gehabt, früh am Morgen bereits wieder wach, gegen kurz nach Sieben, nochmal umgedreht, doch paar Minuten später klingelte der Wecker. Blablabla, Morgenmuffel allez. Eine Dusche später war die Laune dann aber schon besser, auf zum Frühstück. Can bevorzugte die englische Variante mit Bohnen, Würstchen, Rührei usw, ich blieb dann doch lieber beim kontinentalen Frühstück und gönnte mir drei Brötchen. Zurück auf das Zimmer, die letzten Sachen in die Tasche packen, auschecken und los geht es Richtung Subwaystation. 9.30 Uhr war es bereits, lediglich drei Stunden bis zum Anstoß. Die Station hatte noch geschlossen, erster Zug fährt 10.17 Uhr. Zeit überbrücken. Wie? Naja, 15min freies Wifi gibt es an jeder Subwaystation. Also mal mit dem Handy eingeloggt, diverse Sachen recherchiert, dann ging auch schon die Tür auf und wir konnten ins Innere. Erste Fahrt heute, auf zum Glasgow Central. Ohne Probleme geschafft, weiter geht es nun per Zug zur Station Bridgeton (1.30). Paar Celtics im Zug, die uns dann die Richtung zum Stadion vorgaben. Kurz darauf sah man auch schon das Stadion, wenig später den kompletten Bau. Wir waren da, Celtic vs. Rangers, nur die Karten fehlten noch. Zum Stadionvorplatz gelaufen, dort standen schon gut 2000 Leute, die den gerade ankommenden Mannschaftsbus empfingen und den Spielern zujubelten. Heute zählt wohl nur eins, der Derbysieg. Mein Geschäftspartner meldete sich nun auch, er ist in paar Minuten da, perfekt. Wir schauten noch bisschen dem Treiben zu, dann erneut die Nachricht, der Kollege ist nun an der Haupttribüne. Wir seilten uns bisschen ab, ich versuchte ihn zu erreichten, hat er aber wohl nicht gehört, also SMS geschrieben, bin am Fanshop. Kurze Zeit später rief er zurück und dann kam der Kontakt zustande. Erstmal bisschen geredet, zumindest ohne Dialekt, aber kein Wunder, ist ja auch kein Schotte, sondern Engländer, der gute Stephen. Endlich packte er auch die Karten aus, jaaa, ich habe sie in der Hand, mein Eintritt zum Old Firm. Wir gingen zusammen nochmal in den Fanshop, dort bisschen geschaut, dann wieder raus. Der Kollege meinte, gegen 12 Uhr wird sich meistens eingesungen, sollte man erleben, er geht jetzt so langsam seinen Platz suchen. Can und ich schnappten noch bisschen Atmosphäre auf und gingen dann auch so langsam zu unserem Eingang. Rucksack wurde wieder kontrolliert, aber keine Beanstandung, Karte am Drehkreuz an den Scanner gehalten und rein. Für dicke Menschen wird es da allerdings schwer. Aber vielleicht gibt es ja eine Mobilitätshilfe.
Nun erstmal große Augen machen, ein richtig cooles Stadion steht hier. Komplett verschlossen, alle Tribünen miteinander verbunden, drei Seiten gleich, die Haupttribüne bisschen flacher. Uiuiui, das kann was werden. Die Gäste leider in der Ecke, konnte man nicht so gut sehen, bzw. gar nicht, macht aber nix. Das Einsingen begann dann so langsam und der Topsong "I just can´t get enough" wurde schon in einer guten Lautstärke präsentiert. Kurz vor Spiel gab es dann noch "You´ll never walk alone" zu hören, wobei das komplette Stadion den Schal in die Höhe streckte. Sah schon imposant aus. Bei Celtic dürfte es wohl die einzigsten Ultras auf der ganzen Insel geben. Hier präsentiert sich die Green Brigade in der Ecke, hatte zum heutigen Spiel eine kleine Choreo vorbereitet. Auf fünf Bannern war Celtic buchstabiert, dazu gab es in der Mitte vom Block einen Doppelhalter mit dem Celtic-Wappen, außenrum wurden Fahnen geschwenkt. Ganz nett anzusehen. Die Gäste, wie schon erwähnt, konnte man schlecht sehen, boten zum Intro blaue Fahnen an, dazu noch bisschen Rauch. Pyro dürfte auch eher unüblich auf der Insel sein, war aber auch nicht viel, dass man das Spiel hätte abbrechen müssen.
Das Spiel begann und somit auch das Old Firm. Beide Mannschaften wissen um was es geht, aber Celtic zunächst besser im Spiel. Rangers konnten am Anfang zwar dagegen halten, doch nach dem 1-0 fiel man leicht zusammen. So auch auf den Tribünen. Ein megageiler Torjubel wurde durchgezogen, Leute fallen vor lauter Jubeln die Treppe runter, Leute suchen ihren Platz, einfach Ecstase pur. Mich umarmt ein völlig unbekannter vor lauter Glück. Ja das muss Derbyfeeling sein. Rangers nun mal kurz vor dem Vormarsch, aber die wohl einzigste große Chance im gesamten Spiel wird geklärt. Und dann folgt das 2-0, erneuter Jubel, diesmal nicht so gewaltig, dennoch noch laut genug und die Schmähgesänge gegen die Rangers gehen los. "Can you hear the Rangers sing? Noooh Noooho!" ertönt es und auch ein Auslachen in Form einer Melodie wird zum Besten gegeben. Schwer zu beschreiben. Immer wieder wird es laut im Stadion, immer wieder "I just can´t get enough", schon ein sehr gutes Lied, aber das wirklich das ganze Stadion mitzieht, einfach nur der Hammer. Dann ist Halbzeit, runterkommen. Ausruhen. Erste Halbzeit war schon gut. Die zweite Hälfte begann und es wurde zunächst still auf den Rängen. Alle eingeschlafen? Naja, lassen es wohl bisschen ruhiger angehen, gibt ja auch gerade nix auf dem Platz. Dann aber wieder Gesänge von den Tribünen, u.a. von der Green Brigade vorgetragen "We love you, we love you..." wie man es von St. Pauli kennt, kein Wunder, besteht eine Freundschaft zwischen Kiezclub und Celtic. Immer wieder Lieder, die Zuschauer in bester Laune, kein Wunder bei 2-0 Führung, eigentlich schwer zu beschreiben. Muss man live erleben um zu spüren oder fühlen was gemeint ist. Und dann schießt Celtic das 3-0. Was soll ich sagen? Was jetzt passierte, kann man nicht in Worte fassen, ist einfach unbeschreiblich. Der komplette Ausraster auf den Tribünen, Leute rennen Richtung Spielfeldabsperrung, jubeln einfach nur, liegen sich in den Armen. Der Jubel in einer Lautstärke. Hammer. Und dann wird erneut "I just can´t get enough" gesungen, diesmal von so ziemlich allen Celtic-Anhängern, also wohl so ca. 45000, aber nicht im Sitzen, nein, das komplette Stadion steht und tanzt und jubelt und singt. Eine Lautstärke. Sagenhaft, unbeschreiblich. Traumhaft bei so einem Erlebnis dabei zu sein. Mehr passierte dann hier nicht mehr, bald war Schluss, das Old Firm ging deutlich an die Grün-Weißen von Celtic. Verdient, muss man sagen.
Für uns ging es dann direkt raus aus dem Stadion, ab zur Station Bellgrove, wo der Zug Richtung Edinburgh abfahren sollte. Im guten Laufschritt den Weg gemeistert und noch die frühere Verbindung bekommen. Ticket beim Schaffner dann geholt (11.10), wobei dieser auch mit 11 Pfund zufrieden war. So kann man auch Pennys sparen. Die Sitze im Zug recht gemütlich, so dass man kurze Zeit später erstmal einschlief und erst paar Minuten vor Edinburgh wieder aufwachte. Ist okay, hat man sicherlich nix verpasst auf der Fahrt. In Edinburgh noch mit Lebensmitteln eingedeckt und dann den Bus Richtung Flughafen aufgesucht. Gut 30 Minuten später waren wir dann an diesem, noch eine gute Stunde bis zum Abflug. Noch bisschen rumlaufen, viel zu sehen gibt es hier nicht und dann ab durch den Sicherheitscheck. Diesen ohne Probleme durchkreuzt, wurde der Dutyfreeshop aufgesucht. Das Interesse an Zigaretten bestand zumindest bei mir, wobei ja eigentlich sinlos, da in Großbritannien eh zu teuer. Aber komisch, Stange Markenware für 28 Pfund? Da stimmt doch was nicht. Also raus, mal den Rechner ausgepackt, 34 Euro für eine Stange? Da muss man zugreifen. Also wieder zurück, schaue noch bisschen, werde ich von einer Verkäuferin gefragt, ob sie helfen kann. Nee, ich schau nur. Wohin ich fliege? Deutschland! Da zeigt sie mir das Schild "only for flights to non-eu". Na toll, vielen Dank! Wusst ich es doch, dass da was faul ist. Also raus und weg. Can war verschwunden, das Suchen half nix, also mal Richtung Gate gehen, wird er sicherlich sein. Auf dem Weg dorthin ihn aber getroffen, und zusammen zum Gate. Dort standen schon gefühlte 20000 Menschen an, wir gesellten uns einfach mal dazu, denn das Boarding schien loszugehen. Ging es auch und wenig später saß man in der easyjet-Maschine. Easyjet? Ja richtig. Es ging leider kein Flug Richtung Frankfurt oder Hahn, so dass man auf Köln/Bonn ausweichen musste. Flieger hob ab, mit Lesen die Zeit verbracht, und kurze Zeit später hatte man dann auch schon wieder deutschen Boden unter den Füßen. Das allerdings eine Stunde später. Nein, keine Verspätung, nur Zeitumstellung. Passkontrolle noch passiert und dann ab zum Bahnhof, der sich direkt unter dem Terminal befindet. Mittels Lidl-Ticket sollte es dann wieder in die Heimat gehen. Zwar ärgerlich, dass man für die Strecke Köln-Frankfurt ein Lidl-Ticket verbraucht, aber hätte man sich auf ein 29-Euro-Ticket festgelegt, hätte man auch einen festen Zug gehabt und dann wohl eher den späteren um 23.09 Uhr. So konnten wir den Zug um 21.08 Uhr Richtung Köln Hbf nehmen, dort paar Minuten später angekommen, Fahrplan gecheckt, siehe da, ein ICE nach Frankfurt fährt erst in paar Minuten ab, kurz gespurtet, rein in den Zug und die knapp einstündige Fahrt begann. Aber alles ohne Probleme und ohne Verspätung. Durch den internationalen ICE durften wir leider heute kein "Sänk ju vor träwwelling wiss Deutsche Bahn" hören, war aber nicht so schlimm, dafür waren wir gut 40 Minuten früher in Frankfurt. Noch rasch zum Auto laufen, kurz in Frankfurt verfahren und dann warman kurz vor halb zwölf wieder zu Hause. Sicherlich kein billiges Wochenende, aber im Leben ist sicherlich nur der Tod umsonst, darum hat sich das ganze voll und ganz gelohnt. Und für dieses Old Firm, welches wir erlebt haben, ist kein Cent oder Penny zu schade gewesen.

Samstag, 19. Februar 2011

Motherwell FC vs. Hamilton Academical FC 1-0

Clysdale Bank Premier League
Fir Park
Zuschauer: 4407 (200)

Wir schreiben das Jahr 2011 im Januar. Das Wochenende um Silvester und Neujahr ist überstanden und der erste Arbeitstag beginnt. Natürlich in diverse Länder das übliche Frohes Neues gewünscht, unter anderem auch zum Kollegen nach Schottland. Dazu dann noch die Gratulation zum Derbysieg bei den Rangers, wohl gemerkt ist der schottische Kollege Celtic-Anhänger. So kam dann auch prompt die Bedankung zurück und ob ich denn noch Interesse am OldFirm hätte, das nächste steigt im Februar im Celtic Park. Ach nun ja, OldFirm könnte man sich ja mal anschauen. Er schaut was er machen kann, okay, denk ich mir, wird sicherlich eh nix, aber wenn nehme ich zwei Tickets. Paar Tage später flattert eine e-mail ins Postfach, ich soll mir den Anhang anschauen, zwei Karten für das OldFirm. An Arbeiten war von dortan nicht mehr zu denken, erstmal Can informieren, dass ich Karten habe und ob er Interesse hat. Musste dann aber familär absagen, doch einen Tag später wurde dann doch von seiner Seite zugesagt, bekommt man ja nicht jeden Tag diese Chance. Flüge wurden gecheckt und dann dementsprechend auch gebucht, der Rest ergibt sich dann von alleine. Soweit zum Vorbericht.
Der Tag kam nun immer näher, dass es nach Schottland gehen sollte, die letzten Details wurden geklärt, Hotel gebucht, kurzerhand noch von den Hearts auf Motherwell umentschieden, immerhin ein "Derby" gegen Hamilton (5km Entfernung) und somit kann man sich die Hearts gegen die Hibs aufheben. Dann war es Samstag Morgen, der Wecker klingelte in aller Früh, fertig machen kurze Zeit später sollte es dann nach Frankfurt Hbf per Auto gehen. Alles kein Problem, erneut einen kostenlosen Parkplatz in Bahnhofsnähe bekommen und Richtung Bahnhof gelaufen. Im Bahnhof selber dann noch zwei Offenbacher getroffen. Wo geht es denn hin? OldFirm. Ja, wir auch. Sehr cool. Gemeinsam ging es dann zum Busbahnhof, wenig später fuhr der Bus Richtung Hahn ab. Alles kein Problem, die Zeit wurde einfach mal mit Schlafen verbracht. Zwischenzeitlich immer wieder aufgewacht, aber dann gleich wieder eingeschlafen, gab ja schließlich nix zu sehen. Erst kurz vor dem Hahn dann die Augen aufgelassen und bisschen blöd geschaut, was für eine Route hier gerade gefahren wird. Jedes Hahn-Schild wurde missachtet, dafür eine andere Richtung eingeschlagen. Hallo? So ging es dann über zerrüttete Straßen, durch eine alte Kasernenlandschaft zum Hahn, wo wir dann am Ende doch noch ankamen. Das war schon mal geschafft. Nun noch genügend Zeit, also erstmal frühstücken, rauchen, aufwärmen, rauchen und dann kann es ja auch losgehen. Wäre mir nicht auf einmal total schlecht geworden und der Gang auf die Toilette war unvermeidbar, raus kam aber nix, trotzdem ging es mir danach besser. Sehr komisch. Sicherheitskontrolle ohne Probleme hinter uns gebracht und dann sollte wenig später der Flieger Richtung Insel losgehen. Flug auch ohne Probleme überstanden, Can schüttelte nur erneut mit dem Kopf über die Werbeveranstaltung, die hier herrschte. Mir ist es eigentlich egal, hauptsache billig. In Edinburgh wurde dann ein Returnticket (6Pfund) gekauft und auf zur Edinburgh Waverley Station. Die anderen beiden Kollegen stiegen vorher schon aus und fuhren direkt mit dem Bus nach Glasgow, für uns ging es mit dem Zug weiter nach Motherwell (7.80Pfund). Auf dem Weg dorthin passierte auch nicht allzuviel, so dass wir unbeschadet in Motherwell ankamen. Wohin jetzt? Schau an, ein paar Jungsche mit Trikot, den folgen wir dann einfach mal. Richtung war klar, dann aber die Buben aus den Augen verloren und einfach mal weitergegangen. An einem Kreisel dann zwei Damen angesprochen, wo es zum Stadion geht. Hatten auch Ahnung, aber der Dialekt. Du lieber Gott!!! Lediglich paar Wörter waren zu verstehen, aber die Richtung war nun klar. Thank you. Wenig später dann die Flutlichtmasten gesehen, alles optimal. Tickets hatte ich bereits von zu Hause gebucht und hinterlegen lassen, nun das Ticket office suchen, wurde gefunden und die Tickets erhalten. So, das war geschafft, jetzt mal den Eingang finden. Alles nicht sehr übersichtlich, hier rein? Neee. Ein Ordner hielt uns wohl für Gäste, schickte uns außenrum. Neee, das ist auch falsch. Ach herrje. Der Regen setzte ein, jetzt auf ins Stadion. Vom Ordner angesprochen wo wir hinwollten, dieser wieder mit einem miesen Dialekt, schloss uns aber zwei Tore auf, so dass wir auf direktem Weg zu unserer Tribüne konnten. Karte wurde gescannt, Rucksack kontrolliert und rein ging es.
Der Ground ist ein kleines, schickes und dazu altes Stadion. Natürlich typisch Britisch in All-Seater Form. Überall rauchfreie Zone, hat wohl was mit der Tragödie vor vielen vielen Jahren zu tun, aber man kann ja auch mal 90 Minuten Fußball ohne Zigarette aushalten. Auch wenn es schwer fällt. Ich kann es vorwegnehmen, ich habe es geschafft. Die Gäste befinden sich hinter dem einen Tor, gut 200 sind aus dem 5km entfernten Hamilton angereist. Nicht unbedingt die Masse, liegt aber vielleicht auch an der Tabellensituation. Trotzdem eher enttäuschend. Die Heimfans sind auf den restlichen Tribünen verteilt, eine Art Supportergruppe gibt es auch, bestehend aus jungen Menschen, die sich nahe des Gästeblocks positionieren, aber lediglich am Anfang in Erscheinung treten und ansonsten die meiste Zeit stillschweigend das Spiel verfolgen. Auch die Gäste traten nur zum Anfang mal in Erscheinung, danach Totenstille. Naja, ist zwar ein Derby, was die Kilometer betrifft, aber ansonsten sind die Emotionen dann doch eher gebündelt. Schade eigentlich.
Spielerisch war es auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Hamilton, wie schon erwähnt, am Tabellenende, hatten gegen die Gastgeber kaum was auszusetzen. Motherwell stets in der Vorwärtsbewegung, ein Tor fiel allerdings auch nur durch einen wohl berechtigten Elfmeter. Wie sagte Can zu dem Zeitpunkt, geht der Elfmeter nicht rein, sehen wir ein weiteres 0-0. Er sollte nur zum Teil recht behalten, denn der Strafstoß wurde verwandelt. Zwar waren beide Mannschaften in der Folge des Spiels am kämpfen und versuchten irgendwie noch ein Tor zu erzielen, welches aber beiden Teams nicht gelang und so der Derbysieg zu Gunsten der Gastgeber erfolgte.
Mit dem Länderpunkt in der Tasche und total durchgefroren, ging es dann wieder Richtung Bahnhof. Kurz noch den Länderpunkt SCO in Sachen Fastfood eingefahren, war man kurze Zeit später wieder an der Station, wo es dann weiter nach Glasgow gehen sollte (3.50Pfund). Wieder nix passiert auf dem Weg, standen wir nun also am Glasgow Central, erstmal in die falsche Richtung gelaufen, den Weg korrigiert und dann die Subwaystation St. Enouch gefunden, von der es dann vier Stationen Richtung Hotel gehen sollte (1.20Pfund). Das Hotel war auch schnell ausgemacht, die Rezeptionistin war über unseren Besuch erfreut, musste uns aber mitteilen, dass das Hotel überbucht ist, sie aber ein anderes für uns organisiert hat und sie für die Differenz aufkommt. Wäre auch nur ca. 5 Minuten entfernt. Taxi rufen hat seitens von ihr nicht geklappt, also den Weg gelaufen, Hotel war angeschrieben, aber erstmal den Berg hochgelaufen, bis wir nix fanden, wieder zurückgingen und dort dann das Hote auf einer Art Vorbau fanden. Immerhin konnten wir durch den Hotelwechsel 20 Pfund sparen, so dass wir nur 40 Pfund für die Übernachtung inkl. Frühstück bezahlten. Schauen wir mal, was das Zimmer mit sich bringt. Und jetzt begann die große Meckerstunde von Can. Das Fenster wäre nicht richtig zu, die Heizung geht nicht richtig, die Fernbedienung geht nicht, der Videotext nicht usw. Ich fand das alles nicht so schlimm, lediglich die Bettdeckensituation störte ein wenig, war nur eine Decke zur Verfügung. Wenn man aber nicht weiß, was auf englisch Decke heißt, dann nimmt man halt den Überzug und deckt sich damit zu, während Can die dicke Decke zum eindecken bekam. Der restliche Abend wurde dann mit TV schauen verbracht, waren wir doch relativ platt. Es dauerte auch nicht lange und der Fernseher erlosch und wir fielen in die Nacht.

Sonntag, 13. Februar 2011

Standard de Liège vs. KRC Genk 0-2

Jupiler Pro League
Stade Maurice Dufrasne
Zuschauer: 30023 (2000)

Dank Navi war Lüttich schnell erreicht, war aber auch nicht schwer, einfach der Autobahn folgen. Durch Lüttich durch ohne Navi wird sicherlich schon schwieriger, aber selbst mit Navi verliert man manchmal den Durchblick. So benötigten wir dann drei Anläufe bei drei Ausfahrten um den richtigen Weg zum Stadion zu finden, was uns einiges an wertvoller Zeit kostete. Nun war das Stadion bereits in Sichtweite, doch wo parken? Alles voll, den Belgiern wollte man es nicht gleichmachen und mitten auf der Straße parken, also weitergesucht und noch ein Plätzchen auf einem Parkplatz gefunden. Gut 20 Minuten hatten wir noch Zeit, erstmal zum Stadion kommen, Tickets abholen und dann ins Stadion zu gelangen. Der Weg wurde per schnellem Schritt zurückgelegt, teilweise dann auch auf die Jogging-Variante umgestiegen. Die Zeit lief davon. Der Weg war richtig, das Stadion zum Greifen nah, doch wo gibt es Tickets? Nirgends ein Schalter zu sehen, also mal Polizei gefragt, einmal ums Stadion herum. Merci und weiter gings. Ziemlich viele Leute noch auf der Straße unterwegs und das gut zehn Minuten vor Anpfiff. Ohne Worte. Wir also weitergelaufen, Ticketschalter kommt, Voucher vorgezeigt, neee, hier nicht, weiter rechts. Oje oje, ob das noch was wird, ob wir den Anstoß erleben werden? Den Ticketschalter für die Voucher gefunden, Voucher und Ausweis vorgezeigt, Ausweis zurück und dann klingelt erstmal das Telefon. Gib mir doch einfach meine Karten. Aber nein, es wird erstmal gemütlich telefoniert. Da soll man ruhig bleiben. Das Mädchen hatte dann doch einsehen und gab mir während des Telefonats meinen Umschlag mit Inhalt zwei Karten. Bestens, jetzt also noch den Eingang suchen. Gefunden. Karte in den Automaten gesteckt, durch das Drehkreuz, kurzes Abtasten, passt und rein. Jetzt sind es nur noch gefühlte 200 Stufen, die man zurücklegen muss, auch das wurde mit letzter Kraft geschafft und dann war man tatsächlich kurz vor Anpfiff im Block. Durchgeschwitzt und platt, aber man hatte es geschafft.
Auf beiden Seiten gab es zum Intro bisschen Pyro zu sehen, dazu, ich nenne sie mal YouTube-Gruppe, mit einer kleinen Fähnchen-Choreo. Jetzt nicht unbedingt was spektakuläres, aber kann ja noch kommen. Aber ich hatte mir wohl zu viel erwartet, u.a. von der meiner Einschätzung nach besten belgischen Gruppierung, Ultras Inferno. Stimmung kam zwar auf, aber das war alles viel zu leise, hier sind über 30000 Leute im Stadion und hätte sicherlich den Furz einer Person drei Reihe höher hören können. Die Gäste traten auch nur paar Mal in Erscheinung, alles sehr enttäuschend. Und auch auf dem Rasen war nicht unbedingt feiner Fußball geboten, ehrlich gesagt, das war Fußball zum Einschlafen. So kam es dann auch, dass kurz vor der Halbzeit der Führungstreffer für die Gäste durch ein Eigentor fiel. Für die Gäste natürlich egal, boten diese dann erneut bisschen Rauch an. In der zweiten Halbzeit dann das gleiche Bild wie in Halbzeit 1, lediglich ab und zu schwappte jetzt die Stimmung mal durchs Stadion und es wurde richtig laut. Warum nicht immer so. Naja, ist ja nur ein Derby, da kann man schon mal die Fresse halten und einfach Fußball konsumieren. Spätestens nach dem 0-2 war dann die letzte Hoffnung bei den Heimanhängern vorbei, Standard hätte sicherlich noch 3 Tage spielen können, ein Tor hätten sie nicht erzielt. Dafür wurde dann im Gästeblock erneut Pyro gezündet und auch der Anhang um Ultras Inferno brauchten ihre letzten Pyroreste auf. Es ging dem Spiel entgegen und die ersten Zuschauer verließen bereits das Stadion. Jawoll, so muss das sein. Nenene.
Im Gegensatz zum Spiel und dem Support ist das Stadion hier einfach genial. Zusammenhängende Tribünen im U-Form, dazu die Haupttribüne alleinstehend auf der Gegengerade, einfach top. Dazu noch steile Ränge, wobei es auch hier überall nur Sitzplätze zu begutachten gibt. Macht aber nix, 30000 an Kapazität sind vollkommend ausreichend, so ein Stadion muss nicht überall stehen, wäre es dann keine Rarität mehr, aber lieber eins von dieser Sorte als eines dieser Plastikarenen würde Fußballeuropa schon ganz gut tun, oder zumindest dem fußballfahrendem Volk.
Wir taten es dann dem restlichen Anhang gleich und verließen das Stadion, allerdings erst nach Schlusspfiff. Die Treppen also wieder runter, ist aber einfach als hoch und dann Richtung Auto, welches auch überraschend schnell wieder gefunden wurde. Bisschen Landstraße gefahren und wenig später war man dann auch schon wieder auf der Autobahn Richtung Heimat. Nun mal bisschen aufs Gas getreten, wollten wir nicht zu spät heimkommen, also zumindest ich nicht, klappte auch ganz gut. Die Straßen waren frei, wenig später war man schon in Deutschland, jetzt nur noch knapp 300km und dann ist man zu Hause. Naja, auf dem weiteren Wege passierte nicht mehr viel, Can wurde in Langenselbold am Bahnhof abgesetzt, ich parkte mein Auto vor der Haustür und begab mich direkt ins Bett, ohne über Los zu ziehen und auch ohne 4000 Euro zu kassieren...

R.C.S. Verviétois vs. RJS Heppignies-Lambusart 0-0

3e klasse B
Stade Communale de Bielmont
Zuschauer: 200

Den Wecker auf 10 Uhr gestellt, ordentlich gepennt und erstmal in den Spiegel geschaut. Meine Güte seh ich schlimm aus, als hätte ich die ganze Nacht gekifft. War allerdings natürlich nicht so, auch nicht am Vortag. Daraufhin erstmal Musik angemacht und duschen gegangen, tat ganz gut, dann Can kontaktiert, läuft bei ihm alles nach Plan, ist er in der Früh von zu Hause aus mit dem Zug gestartet um mit mir den Doppler am heutigen Tage zu verbringen. Die Zeit kam, Auto nochmal vollgetankt und dann zum Hbf nach Aachen. Parkplätze dort keine vorhanden, also in eine Nebenstraße im Halteverbot gestanden, Can erneut kontaktiert, er braucht noch kurz, nochmal eine Runde gedreht und dann konnten wir Richtung Kerkrade aufbrechen. Dort auch wenig später angekommen, Parkplatz zum schnellen Wegkommen gefunden und erstmal Kartensituation klären. Also rein in den Fanshop, an der Kasse steht der Computer mit der Kartenrolle, Kassierer angequatscht. Full, sold-out. Ähhh? Hier sollte es wohl keine Karte mehr geben. Wir gingen raus, wortlos standen wir nun da und schauten uns an. Kann doch nicht sein, dass es keine Karte mehr gibt!? Angemerkt, im Nachhinein auf der Homepage von Kerkrade gelesen, dass im 10jährigen Bestehen das Stadion zum ersten Mal in einem Ligaspiel ausverkauft war. Nun die Frage: Schwarzmarkt oder was anderes suchen? Schwarzmarkt war uns zu riskant, wollten wir auf jeden Fall einen Doppler machen, also zurück zum Auto, Informer rausgeholt und erstmal telefonieren, um die Spiele zu prüfen. Hatten dann Glück mit einem Drittligisten in der Nähe von Lüttich, wo das Abendspiel stattfinden sollte, also fahren wir dorthin. Gesagt, getan. Kurze Gedanken kamen noch auf, wie schlecht dies wieder geplant gewesen ist, aber konnte man ja trotz Ajax nicht mit rechnen, dass es ausverkauft ist. Wenig später war dieser kleine Frust aber bewältigt, über die belgische Autobahn, die 2013 mautpflichtig wird, ging es dann Richtung Verviers, wo wir wenig später auch am Ground ankamen. Hier wird heute zumindest gespielt. Bestens, also ab in das Zentrum eine Frituur suchen zur Nahrungsaufnahme. Erste Frituur gefunden, sah geschlossen aus, also weiter. Nix mehr gefunden, also wieder zurück, an der Frituur gehalten, geschaut, doch trotz "Ouvert"-Schild, war das Ding zu. Offen ab 17 Uhr. Heißt wohl hungern, egal, wird schon gehen. Zurück zum Stadion und siehe da, eine Frituur direkt vor dem Eingang. Peinlich, peinlich diese nicht gleich gesehen zu haben. So dann Fritten auf französisch bestellt, waren okay aber nix besonderes.
10 Euro Eintritt wollte man dann hier haben, empfand ich also zu viel, für eine Kinokarte mit Vereinsname, also mal andere Möglichkeiten geprüft und für gut befunden. Nun war man also drin. Auf der einen Seite eine riesige Sitzplatztribüne, macht schon was her, recht angenehm, sowas zu sehen, doch die andere Seite passt dann überhaupt nicht ins Bild. Steht hier doch tatsächlich ein Gebäude als Glaskasten, von wo sich die so genannten VIP´s in den Sesseln das Spiel im Warmen anschauen können. Und sowas in Liga 3. Oh gott oh gott. Neben dem Gebäude waren dann zumindest noch paar Stufen zu sehen, sowie eine alte Anzeigetafel, die sich aber im Gebüsch versteht. Auch das noch einzigste verfügbare Flutlicht befindet sich auf dieser Seite, zwar stehen noch vier Masten, aber lediglich dieser eine kann das Spielfeld erhellen.
Zum Spiel möchte ich eigentlich gar nix schreiben, mache ich aber trotzdem, da ich es ja immer so mache. Es war halt einfach nur schlecht. Gab zwar irgendwie immer paar Chancen, die nicht verwertet wurden, aber ansonsten ließ die Passqualität zu wünschen übrig. Sehr enttäuschend alles. Irgendwann, Zeitpunkt entfallen, erhielt der Gast die Ampelkarte, also 10-9 fortan. Passiert ist nix, nur Anfang der zweiten Halbzeit dann das nächste Getümmel. Spieler wird gehalten, schubst den Gegenspieler weg, der Trikotzieher erhielt auch die Ampelkarte und der Schubser glatt Rot! Das nennt man konsequent. Ein Tor sollte dann heute nicht mehr fallen, mal wieder ein 0-0 im Ausland, mittlerweile schon das dritte für dieses Jahr, irgendwie ist der Wurm drin.
Nachdem die Beschaffung einer Karte in schlechtem französisch geklappt hatte, ging es im Eiltempo zurück zum Auto, war die Zeit zwar noch ausreichend, aber Dank Nachspielzeit schmolz das Zeitpolster zum nächsten Kick in Lüttich enorm. Also Auto starten und abfahren.

Samstag, 12. Februar 2011

Willem II Tilburg vs. FC Utrecht 3-3

Eredivisie
Koning Willem II Stadion
Zuschauer: 11300 (200)

Einen Parkplatz in Toplage direkt vor dem Stadion bekommen, wurde erstmal die Kartensituation geprüft um danach eventuell noch was essen zu gehen. Kassenhäuschen zu, also mal in VIP-Bereich gegangen und nach Karten gefragt. Dort hieß es aber auch nur, Karten gibt es am Kassenhäuschen, Öffnung 18.15 Uhr. Gut 30 Minuten sind bis dahin noch Zeit, laufe ich also mal um das Stadion herum. Neuerbauter Sportpark mit Sporthalle, Eishalle und allmöglichen Kram findet man hier vor, eine Frituur oder ähnliches sucht man aber vergebens. Da der Parkplatz zu gut war, hatte ich auch keine Lust mehr in das Zentrum zu fahren, so dass halt einfach gehungert wurde. Kartenausgabe war nun eröffnet, also hin und billigsten Block ausgewählt. Dieser sei nur für Kinder. Na toll, nehme ich halt den nächstbilligen Block. Praktisch FUCK J, eigentlich Vak, aber ich hab es natürlich prompt mit Fuck ausgesprochen. Er hat schon verstanden. Clubcard bitte! Ne, habe ich nicht, hier ist mein Ausweis. Nene, muss Clubcard beantragen und schon hatte ich Antragsformular sowie Stift in der Hand. Also hat es mich dann doch mal erwischt mit dieser sinnlosen Clubcard, aber ist ja umsonst, darum egal. Brav ausgefüllt und an den Nachbarschalter gegangen, da die Karten dort nochmal bisschen billiger waren in einem anderen Block halt. Nee, muss da rüber. Ja hä? Also ganz nach außen mit Formular gegangen, war aber nur für Reservierungen. Wollt ihr mich jetzt alle verarschen? Also wieder zum ursprünglichen Verkäufer hin, Antrag abgegeben und Karte bekommen. 11 Euro bitte. Bestens, steht doch an der Info, dass die Karte 25 Euro kostet. Warum auch immer ich nur 11 Euro bezahlen musste, vielleicht als Geschenk für den CC-Antrag? Keine Ahnung, soll mir aber im Prinzip auch egal sein. Nachdem die Karte nun in der Tasche war, man die Gegend schon abgeklappert hatte, ging es halt zum Auto, die verbleibende Zeit abasseln. Mit Can telefoniert, die Augen kurz zugemacht und dann sollte es Richtung Stadion gehen.
Einlasskontrolle sehr mau, optimal muss man sagen, Karte vorzeigen, Scan, durchgehen. Keine sinnlosen Kontrollen, so muss das sein. Das Stadion konnte dann auch einigermaßen überzeugen. Zwar erneut so ein komisches holländische Modell, aber diesmal die Aufgänge wenigstens nicht von unten, sondern von oben in den Block hinein, praktisch Eingang hinter der Tribüne. Allseater, dazu Heizstrahler an der Decke, die aber heute aus waren, sowie VIP-Tribüne auf der Gegengerade. So in etwa wird dann wohl das neue Offenbacher Plastikstadion aussehen, nur dass die Ecken nicht geschlossen sein werden. Wahnsinn!
Zum Intro präsentierten die Heimfans eine Blockfahne mit "Tifosi Tilburg" und die Gäste ließen einen Blinker im Vorraum erleuchten, sehr schön. Supporttechnisch wurde dann natürlich wenig geboten, Utrecht mit paar Anfeuerungsrufen, Tilburg auch, aber naja, sehr laut war es erstmal nicht. NL-Style halt. Dann die Führung für die Gäste, gewohnter Ausraster an die Plexiglasscheibe Richtung Heimfans, von den Ordnern zurückgehalten, wurde der SingSang besser. Aber nicht lange, denn dann dreht Tilburg das Spiel zum 2-1, was auch den Halbzeitstand bedeutete. Müdigkeit machte sich schon mal breit, kam die Frage nach dem Sinn dieses Kicks auf. Naja, noch 45 Minuten, dann ist es geschafft. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff gelang den Gästen der Ausgleich, und naja, stimmungsmäßig tat sich danach nicht mehr viel auf Rängen, aber auch auf dem Rasen sollte anscheinend nix mehr passieren. Zwischendurch ging dann mal das ganze Stadion mit, kann man sicherlich als niederländisches Highlight deklarieren. Die 89. Minute folgte, Eckball für Tilburg und mit einem Volleyschuss wird das 3-2 erzielt. Traumtor! Ausraster nun auf Tilburg-Seite, offiziell drei Minuten Nachspielzeit werden angezeigt, die Fans schon am Feiern. Dann noch mal Freistoß für Utrecht, Kopfball - Tor! (90.+2). So schnell kann der Traum von drei Punkten platzen. Wenig später war dann nämlich Schluss.
Leicht durchgefroren und ermüdet ging es zurück zum Auto, welches noch heile auf dem Parkplatz stand. Navi einstellen, losfahren und 5 Minuten später war man auf der Autobahn Richtung Deutschland, wo in Aachen ein Hotel bezogen werden sollte. Die Autofahrt wurde dann mit elektronischen Klängen vollzogen, teilweise wurden die Augen schwer, aber durchhalten, man hat es ja gleich geschafft. Ist aber irgendwie nur in den Niederlanden so, dass die Augen schwer werden, schmerzen und jucken. Warum auch immer! Denn aktiv nehme ich von diesem guten Stoff nix ein, der diese Symptome ja hervorheben soll. Egal, ich habe es letztendlich geschafft, 23.30 Uhr am Hotel angekommen, eingecheckt, noch bisschen Sportstudio laufen lassen, bisschen im Internet gesurft und dann wurde gegen 1 Uhr auch die Nacht eingeläutet.

V.V. Achilles Veen vs. V.V. Terneuzense Boys 3-1

1e klasse C (5.Liga NL)
Sportpark De Heuye
Zuschauer: 150

Geplant der Tourstart auf Freitag mit dem Auftakt in Maastricht, dies wurde aber auf Grund von übelster Müdigkeit ad acta gelegt und den Tourstart auf Samstag gelegt. So konnte man dann am Freitag Abend noch bisschen entspannen und zeitlich ins Bett gehen um ausgeruht am nächsten Morgen aufzustehen. Spannend. Die übliche Prozedur am Morgen, ging es dann fast pünktlich los in Richtung Niederlande. Die gewohnte Autobahnen wurden benutzt, passiert ist nicht viel, gemütlich ging es los. In Venlo dann über die Grenze wurde dann erstmal nach einem guten Techno-Sender gesucht, aber zum Teil wurde nur irgendwas gejodelt, also weitersuchen, da mal ein Lied, dann wieder Nerverei, weitersuchen usw. Alles sehr spannend, was passiert ist, darum mache ich jetzt einfach mal einen Sprung zur Ankunft. In Werkendam bei den Kozakken Boys dann um kurz vor 14 Uhr angekommen, sah alles sehr verdächtig ruhig aus. Zwar standen Autos auf dem Parkplatz, aber nach einem Rundgang war kein Spieler auf dem Grün zu sehen. Naja, sieht nicht gut aus, also mal rein in die Kneipe. Umgeschaut, einer sieht ganz nett aus, auf englisch angequatscht, match is canceled. Waaas? Das könnt ihr doch nicht machen!!! Auf deutsch ging es dann weiter, schlechter Platz, könnte man nicht drauf spielen. Na toll, sehr bitter. Aber man ist ja clever, frag ich also nach einem Ersatzkick und der freundlich Niederländer gibt mir den Tip, es in Veen zu probieren. Bedankt und ab. Den Ort ins Navi eingegeben, Straße hatte ich natürlich keine und ab die Post. Ankunft sehr eng, wird schon irgendwie. Dann in Veen angekommen, Sportplatz nirgends zu sehen, rumgegurkt, hier in die Straße. Nix. Da in die Straße nix. Menschen auf der Straße? Fehlanzeige! Weiterfahren, Zeit läuft davon, siehe da, eine ältere Dame ist auf der Straße zu sehen. Angehalten und auf niederländisch angequatscht. Natürlich prompt auf niederländisch geantwortet, aber ist ja zum Teil recht gut zu verstehen. Zurück, dann die vierte Straße rechts, am Möbelhaus rechts, auf dem Deich..... bedankt! Zum Deich habe ich es auch gschafft, aber dann? Links oder rechts? GLaub rechts, weil Ground soll ja auf der rechten Seite auftauchen, auf der linken Seite ist ein Fluss. Gefahren und gefahren, rechts kommt nix, dafür aber links eine Tribüne zu sehen. Natürlich auf der anderen Seite vom Fluss. Rüberkommen? Mit der Fähre. Bringt aber nix, da dort kein Kick ist. Wohl auch abgesagt. Traurig traurig, naja, drehen wir halt nochmal und fahren in die andere Richtung. Und siehe da, auf der rechten Seite vor dem Fluss taucht ein Sportpark auf, wo schon fleißig gekickt wurde. Jetzt schnell Parkplatz suchen, an der Straße zu eng, auf den Parkplatz drauf, voll, nächster Parkplatz, am Zaun ein Plätzchen gefunden. Los jetzt, auf gehts!
4 Euro Eintritt, dafür eine Kinokarte erhalten. Verpasst habe ich gut 5 Minuten gemäß Anzeigetafel, passiert ist aber noch nix. Sollte sich aber bald ändern, denn der Gastgeber ging dann in Führung. Haben wir das schon mal hinter uns. Die Führung dauerte aber nicht lang und der Gast konnte den Ausgleich erzielen. Halbzeit, Zeit für eine Stadionrunde. Nachdem die größte Teil sich in das Vereinsheim verzogen hatte, ging es für mich die besagte Runde. Immerhin hatte ich das Glück hier eine Tribüne mitzunehmen, wenn auch der Rest der Anlage ebenerdig war. Macht aber nix, solange eine Tribüne steht, kann der Rest noch so schlecht sein. Sehr interessant dann noch das öffentliche WC, welches sich hinter einem Gebüsch versteckt und für die Auswechselspieler sich bestens anbietet. Während der Stadionrunde sah ich dann noch paar Kinder, wo sich der eine freute, dass er vom Auswechselspieler abgeschossen wurde und sich die Fritten samt Mayonaisse über die Hose verteilten. Das selbst die Jugend schon in den Coffeeshops einkaufen geht. Die zweite Halbzeit begann und das Spiel plätscherte erstmal so vor sich hin. Dann eine gute Aktion der Gastgeber und zack, 2-1. Aber der Assistent hat die Fahne oben. Hat aber in der 5.Liga nix zu heißen, denn hier winkt noch jeweils ein Abgestellter von den spielenden Mannschaften. Der fahnehebende Assistent war von den Gästen, der Schiedsrichter sah es aber nicht so und gab das Tor. Kurz vor Schluss fiel dann noch das 3-1, verdientermaßen muss man sagen, somit hat Achilles weiterhin gute Chancen in die 4.Liga aufzusteigen, sind sie aktuell Zweiter mit zwei Punkten Rückstand und ein Spiel weniger. Aber vielleicht steigen auch zwei auf? Weiß ich nicht, ist mir im Prinzip aber auch egal.
Mit dem Schlusspfiff, wie gewohnt, dann zurück zum Auto. Hatte natürlich noch ordentlich Zeit bis zum nächsten Kick in Tilburg und so wurde dann erstmal ein Lebensmittel-Discounter angesteuert, bisschen Verpflegung eingekauft, über Land- & Bundesstraße sowie Autobahn ging es dann nach Tilburg, wo man auch ziemlich bald am Stadion ankam.

Samstag, 29. Januar 2011

Lommel United vs. KSV Roeselare 0-0

EXQI-League
Stedelijk Sportstadion
Zuschauer: 2500

Wieder ohne Navi, dafür mit Karte dann Richtung Lommel gesteuert, welches dann auch zugleich gefunden wurde. Nur wo ist das Stadion? Das war eine gute Frage. Hier müsste es eigentlich richtig sein, neee, sieht nicht gut aus, drehen wir. Was schon 19.40 Uhr? Dann wird es jetzt aber Zeit. Orientierungslos durch Lommel gefahren, Karte brachte uns nicht mehr weiter, also musste das Handy uns nun zum Ground lotsen. Flutlichter waren zu sehen, aber keine Straße, wo man reinfahren kann. Weiter immer weiter, da rein, dann links, wir kommen der Sache näher. Jawoll. Parkplatz direkt vor dem Stadion bekommen, es war 19.55h, schnell zur Kasse, Ticket für 10 Euro besorgt und um 19.58h standen wir dann im Stadion. Hatte ja zum Glück alles noch gepasst, wenn das ganze auch ziemlich bedenklich war.
Hier sollte also der 1. aus Lommel auf den 15. aus Roeselare treffen, eigentlich eine klare Sache. Der Boden steinhart gefroren, in Deutschland wäre so ein Kick sicherlich niemals angepfiffen worden, met bedankt an Belgien, dass hier trotzdem gekickt wird. Lommel von anfang an in der Vorwärtsbewegung, erspielten sich einige Torchancen, doch das Netz sollte von vorne nicht zappeln. Dann Lattentreffer, Nachschuss gehalten, es war wie verhext. Roeselare mit paar Kontern, aber gefährliches sprang da nicht bei raus. Die zweite Halbzeit wurde immer schlechter, gefährliche Torchancen wurden Mangelware und man erahnte schon das torlose Remis. Mitte der zweiten Halbzeit konnten auch die Anhänger von Lommel nochmal von sich hören lassen, indem sie jeden Ballkontakt ihre Schützlinge bejubelten. Schade, dass in der Phase nicht ein Tor gefallen ist, wäre sicherlich ein guter Ausraster auf den Tribünen gewesen. So mussten wir weiter bei gefühlten minus 7 Grad ausharren und nach 90 Minuten dann torlos den Ground wieder verlassen. Irgendwie mag mich das Ausland nicht mehr, bereits das zweite 0-0 in Folge. Aber gibt schlimmeres.
Z.B. wenn hier das Stadion abgerissen werden würde und ein Neubau entsteht. Ist man aber sicherlich noch weit entfernt und das ist gut so. Denn der Ground macht schon was her. Alt, leicht zerfallen, im Wald gelegen. Zwei alte Tribünen auf den Gegengeraden können überzeugen, sogar Logen befinden sich in eine der beiden Tribünen. In der anderen Tribüne ist unterhalb eine riesige Gaststätte integriert, wo während des Spiels doch tatsächlich die Live-Übertragung der ersten Liga bevorzugten als in der Kälte zweite Liga zu schauen. Naja, dann brauch ich auch nicht ins Stadion gehen. Und sogar Onlinewetten konnte man hier, eigentlich völliger Quatsch, aber wenn es die Leute annehmen, warum nicht. Schade eigentlich, dass wir nix auf das torlose Remis gesetzt haben, hätte sicherlich bisschen Geld gegeben. Die restlichen Seiten sind dann noch mit Stufen versehen, der Gästeblock hinter dem Tor ist zudem mit Zäunen abgeriegelt, wie man es soweit kennt. Also im Großen und Ganzen ein sehr ordentlicher Ground, nur der Müll störte schon ein wenig, der hier und da rumliegt.
Mit Spielende also dann wieder raus zum Auto, erstmal in die Innenstadt, eine Frituur aufsuchen. Hat geklappt und mit vollem Bauch ging es dann zurück in die Heimat. Irgendwann dann mal eingeschlafen, am Grenzübergang aufgewacht, musste jetzt natürlich erstmal online gegangen werden. Alles wunderbar. Die Autobahnen waren schön frei, bei Gummersbach konnte uns dann Helene Fischer besingen, dann musste Frau Zimmermann über die Lautsprecher ihre Texte singen. Was ein Glück schlief ich ein, zwischenzeitlich nochmal kurz aufgewacht und dann erst wieder an der Ausfahrt Florstadt wach geworden. Sehr schön. Mein Auto war natürlich schön eingefroren, also erstmal bei minus 7 Grad freikratzen und dann schnell nach Hause.

Bayer Leverkusen II vs. Sportfreunde Lotte 1-2

Regionalliga West
Ulrich-Haberland-Stadion
Zuschauer: 450

Ein Wochenende ohne Fußball geht kaum, also mal was für das Wochenende planen. Da ich nur den Samstag Zeit habe, wird also auch nur für Samstag was geplant. Logisch. In Frankreich wäre Valenciennes gewesen, aber zum Doppeln nix gefunden, also mal weiter geschaut. Marcel kontaktiert, hatte er dann den passenden Plan mit Leverkusen II, dazu noch was in Belgien. Problem nur, er wusste noch nicht ob er am Samstag arbeiten muss oder nicht. Freitag Morgen dann die Bestätigung, wir können fahren, also wunderbar. So dann Samstag gegen 11 Uhr mich in Bewegung Richtung Florstadt gesetzt und erstmal zum falschen Treffpunkt gefahren. Ja, war das mein Fehler jetzt? Keine Ahnung, ist ja auch egal, zwar noch paar Minuten verloren, aber sollte alles glatt gehen. Die Fahrt ereignislos, A45, dann A4 und gegen 13.30 Uhr konnte man gegenüber der BayArena auch schon parken. Jetzt einmal rumlaufen und schon war man am Ulrich-Haberland-Stadion, welches nun wieder die Heimat der Bayer Amateure sein soll.
Ticket für 8 Euro besorgt und ohne Kontrolle rein. Wunderbar. Allerdings finde ich es ein Witz, dass hier eine Ausnahme gemacht wird und das Bayer II auf dem verbesserten Sportplatz kicken darf, wenn gleichzeitig andere Zweitvertretungen in die großen Stadien umziehen müssen. Hier findet man zwar eine überdachte Sitztribüne mit blauen Sitzen, die heute geschlossen war und dann lediglich drum herum paar Stufen, dazu noch paar rote Sitze auf der gegenüberliegenden Geraden. Es reicht natürlich vollkommen aus gegen Gegner wie z.B. Lotte, aber dann müsste das jede Zweitvertretung machen dürfen. Mir soll es aber jetzt im Prinzip egal sein, ein neuer Ground war fast in der Tasche und über Sinn oder Unsinn solcher Sachen brauch ich eh nicht zu diskutieren, weil ich keinen Einfluss nehmen kann.
Das Spielniveau war dann dem Stadion angepasst, nicht sonderlich gut. Irgendwie ein müder Kick, ohne besondere Vorkommnisse. Lotte schoss in der ersten Halbzeit das 0-1, konnte dann aber nicht erhöhen und Bayer kam zum Ausgleich. Dank einer Schwalbe, welche die Ampelkarte nach sich zog, spielte dann Mitte der 2. Halbzeit Bayer nur noch zu Zehnt, und Lotte kam erneut zur Führung, wenn auch möglicherweise ein Foul dem ganzen vorausgegangen war. Ulf Kirsten, Trainer der Zweiten Mannschaft, durfte dann auch noch auf die Tribüne, die Spieler taten gleiches, gingen zwar nicht auf die Tribüne, haderten nun aber stets mit dem Schiedsrichter. Die letzten Minuten rinnen dahin, die Bälle flogen nur von Torwart zu Torwart, Torchancen gab es keine mehr und so konnte Lotte die drei Punkte einpacken und sich weiter oben in der Tabelle festsetzen.

Aus Lotte waren, wie zu erwarten, keine Fans angereist, sieht man von den zwei Schalträgern ab, die zu erkennen waren. Der Heimtrupp lief geschlossen mit einem "Ulrich-Haberland-Stadion"-Banner ein, sang dann ab und zu auch mal was, aber mehr war hier auch nicht geboten. Ist halt so, wenn zweite Mannschaft gegen Dorfklub spielt. Traurig aber war und das in Liga Vier.
Nach dem Spiel dann rasch Richtung Auto bewegt, wollten wir noch vor dem 20h-Kick in Belgien, Eishockey in gleichem Land schauen. Navi von Marcel hatte nur Deutschland erfasst, blöd denn ich hatte mein Navi im Auto mit Belgien-Karte. So wurde dann halt auf Old-School umgestellt, mit Karte gefahren und kurz nach 17 Uhr erreichten wir dann auch die Eishalle. Hier wurde sich allerdings noch aufgewärmt und die komplette Spielzeit sollte nich gesehen werden, was mich allerdings weniger stört, da ich eh kein Eishockey zähle. Eintritt war erfreulicherweise frei, aber bei dem Gestolper auf dem Eis wäre jeder Cent zu viel gewesen. 2.Liga Belgien rockt schon derbe. Nachdem der Gastgeber von Maaseik das Spiel drehen konnte, ging es für uns nach dem 2.Drittel zurück zum Auto, Lommel sollte angesteuert werden. Und wen es interessiert, Maaseik gewann 6-5 nach Penaltyschießen. Nur so zur Info.

Free Blog Counter