Sonntag, 14. November 2010

F.C. Internazionale vs. A.C. Milan 0-1

Serie A
Stadio Giuseppe Meazza
Zuschauer: 80018

Nun also im Zug gesessen, vom Wetter leicht müde gewesen und kurz vorm Einschlafen. Aber da ist ja noch was, was auf mich wartet, also Müdigkeit abstellen und auf Vorfreude umstellen. Gesagt, getan. Zum ersten Mal wurde ich jetzt auch im italienischen Zug kontrolliert, kein Thema Ticket war gestempelt, also wurde es geknipst und gut ist. Milan wurde dann erreicht, per Metro ging es dann erstmal ex Garibaldi zu Cadorna, dort auf die M1 umgestiegen und Station Lotto raus. Hier war schon einiges los, waren ja nur noch knapp 2 Stunden bis zum Spiel. Also einfach mal der Menschenmenge hinterherlaufen. Das Stadion war noch nicht annähernd zu sehen und es wurde immer noch gelaufen. Boah, eine halbe Ewigkeit, da, plötzlich zeigt sich was auf der linken Seite. Jaaa, es ist das Stadion. Adrenalin fährt durch den ganzen Körper, die Spannung und die Vorfreude steigen, jetzt nur noch das Ticket holen, ins Innere gelangen und dann kann gar nix mehr schief gehen. Hinter dem Eingang 7 standen paar Container, hier sollten die Tickets abgeholt werden. Am ersten Schalter "Sold out". Häää? Naja, weitersuchen. Und da steht es, Internet. Nix los, also die ausgedruckte e-mail plus Ausweis abgegeben und paar Sekunden später hielt ich mein Ticket in den Händen. Ja wie geil ist das denn? Für viele sicherlich nix besonderes, aber jeder der mal klein angefangen hat, freut sich auf so ein Ereignis riesig. Was sagt die Uhr? Noch 1,5 Stunden bis zum Anstoß. Ruhig bleiben. Einen geeigneten Platz draußen gesucht um das äußerliche Stadion abzulichten, gelang ganz gut, dann wieder zurück. Der Vorplatz gleichte einer Kerb, nur die Losbuden und das Karussell fehlen hier. Fressbuden an Fressbuden, soviel kann doch hier gar nicht konsumiert werden. Egal, für mich war es nun an der Zeit den Eingang zu suchen und auch zu finden. Rein geht´s. Am Eingang dann das erneute Spiel: Ticket mit Ausweis vorzeigen, Name passt, bitte weitergehen. Jawoll, nur noch das Drehkreuz passieren und ich bin drin. Erste Schwierigkeiten, das Ticket wird nicht erkannt, dann aber erleuchtet es grün, ich kann gehen. Drin bin ich. Herrlich!!! Nun auf zum dritten Rang. Und wie? Ja, per Pedes via Turm. Oh gott oh gott. Die Zeit aus Spaß mal mitgestoppt, waren gute 10 Minuten bis ich vor meinem Block stand, und ich laufe nicht gerade langsam. Aber man wird von der Stimmung praktisch hineingezogen. Mein Block ist allerdings genau auf Höhe der Grundlinie, somit könnte ich das Intro von Inter nicht erkennen. Ist aber blöd, denn eine Choreo deutet sich an. Also dann doch eher mittig gestellt, am Geländer standen allerdings schon einige Kunden, naja, wird sich sicherlich ne Möglichkeit noch finden für eine geeignete Fotostelle. Zum Intro dann einfach mal jemand angesprochen, ob ich kurz Fotos machen könnte, kein Problem und schon glühte die Kamera.
Zum Intro präsentierte Inter zunächst einige Daten über Miserfolge von Milan, danach die Blockfahne über zwei Ränge, die auf den Triplegewinn der letzten Saison hinweisst. Nach Zusammenrollen der Blockfahne präsentierte man dann das Spiel über eine menschliche Choreo, mit blauen und gelben "Müllsäcken" wurde was geschrieben, konnte aber aus meiner Position nicht genau entziffert werden. Auf Milan-Seite wird eine Zettelchoreo geboten, die links und rechts das Stadtwappen präsentiert, dazu in der Mitte ein Bild einer Straße, allesamt in den Vereinsfarben, dazu noch das Spruchband "E´una strada infinita che dura una vita", was wohl soviel bedeutet wie "Es ist ein nie endender Weg, der ein Leben lang hält". Ob es aber auf die Treue zu Milan bedeuten soll, oder aber die Erfolg im Vergleich beider Mannschaften, zieht sich leider meiner Kenntnis. Im weiteren Verlauf des Spiels werden immer wieder Spruchbänder beider Gruppen präsentiert, unter anderem auch ein Gedenken an Gabriele Sandri, der vor 3 Jahren auf einer Autobahnraststätte von einem Polizisten erschossen wurde. Inter forderte dann noch, nachdem die Tessera del Tifoso für die Fans eingeführt wurde, die Tessera del Polizia. Stimmungsmäßig war das Derby ausgeglichen, am Ende dann aber doch eher für Milan auf Grund des Sieges halt. Mehrmals wurde es brachial laut, wenn alle mitzogen, aber auch als Inter am Drücker war, zogen die restlichen Inter-Anhänger gut mit. Ansonsten wurde halt im Block eigentlich 90 Minuten lang supportet, zwar teilweise nicht so laut, aber war schon okay. Und auch das "Inter Inter bzw. Milan Milan Affanculo" durfte heute nicht fehlen. Zum Intro der zweiten Halbzeit ließen beide Fangruppen das Stadion dann trotz vorhandenen Flutlichts noch weiter erhellen, wobei meiner Meinung dieses Intro klar an Milan geht. Aber beide feuerten auch im weiteren Spielverlauf Knaller & Bengalos ab, am Ende flog sogar noch eine Leuchtspur in Richtung Gäste, die aber das Ziel verfehlte. Mit dem Ende wurden wohl auch die letzten Reste auf Seiten von Milan noch verbraucht, man kann sagen sie waren heute richtig Feuer & Flamme. Mit Deutschland darf man sowas ja eigentlich gar nicht vergleichen, aber vergleicht man es trotzdem und so eine Menge an Pyro würde mal abgeschossen werden, der Verein würde vom DFB sicherlich direkt aus dem Wettbewerb verbannt werden.
Ach ja, Fußball wurde auch gespielt. Was auf dem Rasen allerdings geboten wurde, fand ich jetzt nicht unbedingt prickelnd oder spannend, wobei natürlich die Aktionen auf den Rängen im Vordergrund standen. So gelang Milan bereits nach vier Minuten die Führung per berechtigen Foulelfmeter, welches am Ende dann auch den Endstand darstellen sollte. Milan hatte auch noch weitere Möglichkeiten, traf das Tor allerdings nicht, Ibrahimovic allerdings dann den Körper seines Gegenspielers, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Nach gut 60 Minuten flog dann noch ein Spieler von Milan mit der Ampelkarte vom Platz, aber auch ab diesem Zeitpunkt fehlte jegliche kreative Phase, dass Inter noch ein Tor erzielt. So sprangen zwar zum Ende hin noch paar Chancen heraus, eingebracht haben diese aber nix.
Nach dem Spiel dann wieder die gefühlten 5km im Kreis nach unten auf die Ebene 0 gelaufen. Jetzt kam natürlich die Frage auf, was mach ich am besten. Lauf ich erst die 15 Minuten zurück, stell mich mit den ganzen anderen Kunden an die Station Lotto und fahr zwei Stationen gen Norden um dort 15 Minuten zum Hotel zu laufen oder begebe ich mich direkt Richtung Hotel, fahre keine Metro und nehme dafür die Füße unter die Arme. Ich entschied mich für letzteres und via Handy steuerte ich mich dann irgendwie wieder auf die Hauptstraße, wo es Richtung Hotel ging. Das mir am Ende nach einer knappen Stunde und gefühlten 5-6km die Beine total weh taten, brauch ich wohl nicht erwähnen. Ab aufs Zimmer, Beine hochlegen, kurz TV geschaut, nur Dreck, also aus und pennen.
Da der Rückflug erst für Montag Abend avisiert wurde, sollte den Montag über also noch Sightseeing stattfinden. Morgens mit heftigen Rückenschmerzen aufgewacht, Blick nach draußen, erneuter Regen. Das ließ die Motivation auf das Sightseeing nicht vergrößern, aber muss man durch. Also wie am Vortag fertig machen, frühstücken und anstatt raus ging es halt nochmal vor die Glotze. Nachdem auf RTL aber so ein Müll kam, wurde das Ding kurzerhand ausgemacht, ausgecheckt und dann ging die Reise auf die große Sightseeingtour los. Also erstmal wieder zur Metro gelaufen, dann auf zum Dom gefahren. Das wusste ich ja immerhin. Aber ohne große Vorbereitung fällt so Sightseeing schon schwer. Auch ließ die Motivation sehr zu wünschen übrig, auch auf Grund des Wetters und der schweren Beine. So lief ich also und lief. Kam am Castello sforzesco an, bin dort bisschen gelaufen und dann erstmal zur Centrale Stazione, was essen. Das es weiterhin unaufhörlich geregnet hat, brauch ich nicht zu erwähnen. Überall die afrikanischen Händler, die unbedingt Schirme verkaufen wollten und an jeder Ecke einem auf die Nerven gingen. Mittlerweile hatte ich die Zeit schon gut rumgebracht, es war 15 Uhr, nochmal an eine Station gefhren, mal schauen was da ist. Im Hintergrund sehe ich eine Art Burgmauer, also laufen wir da einfach nochmal hin. Tja, alles wunderbar, bis ich dann ins Innere ging und merkte, dass es wieder das Castello sforzesco ist, nur halt von einer anderen Seite. Direkt umgedreht, ab zur Metro, just in dem Moment fing es auch heftigst an zu regnen, also nix wie weg jetzt, kein Bock mehr. Auf zur Station Garibaldi, wo der Zug gen Bergamo fahren sollte, dort erst noch bisschen abgeasselt. Schaffner Schaffnix saß dann bei mir im Abteil, hätte auch was sagen können, hätte ich mir die 3.60 Euro für den Weg nach Bergamo auch sparen können. In Bergamo dann circa zwölf Afrikaner auf einem Haufen, davon wollten etwa fünf Schirme verkaufen. Naja, ich brauch keinen, nerv net! Mit dem Bus zum Flughafen. Naja, knapp 3 Stunden noch Zeit, einfach abasseln. Sportzeitung lag da rum, also bisschen geblättert, verstehen kann ich eh nix. Dann bisschen rumlaufen, Im Flughafenblättchen gesehen, dass nach der Sicherheitskontrolle auch ein Raucherbereich gibt, also ohne Probleme die Kontrolle passiert und dann auf den Abflug gewartet. Das Boarding zog sich auch durch irgendwelche Probleme hin, dann musste es aber schnell schnell gehen. Nun ja. Flug war kein Thema, ging irgendwie schnell rum, Turbulenzen traten auch keine auf und mit der ryanairischen Fanfare landeten wir wieder am Hahn. Jetzt noch zum Auto laufen, Parkticket bezahlen und ab auf den Heimweg. Boah war ich müd, aber heile kam ich zu Hause dennoch an. Ein schönes Derby gesehen, zwei weitere nette Grounds gemacht, nur Mailand hat mir nicht so gefallen, lag aber vielleicht einfach nur am Wetter...

Como Calcio vs. Bassano Virtus 0-1

Lega Pro 1° Divsione Girona A
Stadio Giuseppe Sinigaglia
Zuschauer: 900 (12)

Das gebuchte Hotel für 35 Euro/Nacht inkl. Frühstück erwies sich dann nicht unbedingt als Prachtstück, eine gescheite Decke fehlte, es gab lediglich eine Wolldecke, die aber irgendwann nervte und so mit einer Art Bettbezug geschlafen wurde. Für den normalen Preis von 105 Euro überhaupt nicht mein Ding, aber hauptsache billig. Es wurde von mir auch nicht bedacht, dass Italien andere Stromstecker hat, so habe ich mit dem Aufladen des Handys erstmal blöd aus der Wäsche geschaut, feine Sache aber, wenn man einen Kühlschrank auf dem Zimmer hat, der den mir gewöhnlichen Stecker besitzt. So wurde also der Stecker kurzerhand getauscht, verschlafen fertig gemacht und dann erstmal zum Frühstück gegangen. Dieses war ganz okay, hatte alles zu bieten, was man sich wünschen kann, nur der Kaffeeautomat spuckte mir einen seltsam schmeckenden Kaffee aus, so dass die zweite Tasse dann ein Cappuccino wurde und damit auch das Frühstück beendet wurde. Zeitig ging es dann Richtung Metro los, ohne zu wissen, wie lang man braucht und wann die Metro fährt, nur die Zugzeit hatte ich mir rausgeschrieben. 15 Minuten also bis nach Uruguay gebraucht (die Haltestation, nicht das Land), Ticket gezogen und schon fuhr die Metro ein, die aber verpasst wurde und man gut 15 Minuten auf die nächste warten musste. Ich sah schon, den angedachten Zug Richtung Como werde ich nicht mehr erreichen, aber vielleicht nicht ganz so schlimm, verabschiedete sich das trockene Wetter über Nacht und der Regen wollte sich auch mal zeigen. Paar Stationen bis Cadorna, dann auf die M2 gewechselt bis Garibaldi gefahren, dort Ticket für 3.60 Euro ins 50km entfernte Como gezogen. Wenig später saß man auch in der S11, was genau das jetzt ist keine Ahnung. War ein Regionalzug, fuhr aber unter der Bezeichnung Suburban. Nach einer knappen Stunde dann in Como angekommen, das Wetter hatte sich nicht sonderlich gebessert, wurde eher noch schlechter und noch zwei Stunden Zeit bis zum Anstoß. Also erstmal zum Stadion gelaufen (ca. 12 Minuten), Ticket für 35 Euro Haupttribüne per Ausweis erstanden und dann ging es nochmal rum, in Como. Irgendwie muss es doch auf den Berg gehen, wo ich den Como-See und das Stadion drauf bekomme, wie ich es schon auf Fotos gesehen habe. Alle Wege führen nach Rom, wie es so schön heißt, den Weg für ein gutes Bild habe ich aber nicht gefunden, so dass dann wenig später die Suche abgebrochen wurde und am Ufer entlang zurück zum Stadion gelaufen wurde. Recht nebelig das ganze hier, kaum Sicht bis ans andere Ufer gehabt, die Sicht auf das Stadion war auch teilweise durch Nebelfelder bedeckt. Also weitergelaufen, mal wieder ein Foto gemacht, nur schwer zu erahnen um es auch was geworden ist. Auf Höhe des Anlegestegs für die Segelboote dann eine Art Kneipe, wo sich wohl die Ultras vor dem Spiel trafen. Mhhh, bloß nicht da vorbei müssen, bloß nicht auffallen. Glücklicherweise ging vorher noch ein Weg hoch zur Hauptstraße, diesen dann genutzt und mit einem kleinen Umweg wieder zum Stadion. Die Ordner warteten bereits auf die Menschenmasse, gegen Vorlage des Ausweises erhielt ich dann Zutritt, paar Fotos gemacht und erstmal hingehockt.
Das Dach ist nicht mehr das neueste, teilweise regnet es hier durch, mein Sitzplatz natürlich an einer unüberdachten Stelle, also anderen Platz gesucht, wird schon nicht ausverkauft werden. War es dann auch nicht und niemand wollte meinen neuen Platz beanspruchen. Hier steht also die Haupttribüne, als einzigste überdachte Tribüne. In der Kurve erneut die normalen Stufen oben und im unteren Bereich mit Stahlrohr erweitert, das gleiche auf der Gegengerade, die aber nicht mit den Kurven verbunden ist und man so noch bisschen was vom See sieht. Die andere Hintertortribüne ist komplett aus Stahlrohr gebaut, dafür dann überdimensional groß. Für die dritte Liga ist das Ding hier fiel zu groß, so gab es dann auch wieder nur zwei Tribünen, die geöffnet wurden. Die Haupttribüne und die überdimensionale Stahlrohrtribüne.
Dort nahmen dann auch kurz vor Spielbeginn die Ultras Como, Lariani, ihren Platz ein und mit gut 100 Leuten wurde dann supportet. Mir fehlt natürlich der Vergleich, fand es aber schon recht gut, was diese mit gut 100 Leuten auf die Beine gestellt haben. Ich rede bzw. schreibe jetzt hier nicht von einer Choreo oder sowas, aber Lautstärke war schon recht gut, wenn es auch zur Halbzeit hin abnahm und in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so laut wurde, wie in der ersten, dazu wurde es dann zum Spielende hin noch ruhiger. Aber gut. Der Rauchtopft wurde beim Torerfolg für Como auch zu früh gezündet, denn es war anscheinend Abseits, aber so hatte ich wenigstens was zu fotografieren. hehe. Oder war es sogar gewollt, dass dieser Rauchtopft kurz vor Halbzeit gezündet wird? Man weiß es nicht. Die Gäste schwiegen das Spiel über, hatten auch keinen separaten Gästeblock, sondern lediglich einen mit Absperrband versehenden Teil auf der Haupttribüne. Nur beim Torerfolg wurde dann mal kurz gejubelt.
Das Spiel ist eigentlich schnell beschrieben. Auf ziemlich nassem Grläuf taten sich beide Mannschaften schwer irgendwie einen vernünften Angriff zu spielen. Es wurde dann doch wieder viel auf die Diskutiererei gelegt. Da wird ein Spieler gefoult, dieser beschwert sich nicht, doch ein anderer Unbeteiligter kommt zum Schiedsrichter fordert Gelb. Wird abgelehnt, also folgen noch 1-2 weitere Spieler und fordern das genauso und diskussieren, warum nicht usw. Gehe ich einfach mal davon aus, dass es in etwa so gehandhabt wird. Würde man sich aufs Kicken konzentrieren, würde evnetuell auch was auf dem Feld passieren. So fiel in der ersten Halbzeit dann nur ein Tor, welches aber, wie oben geschrieben, anscheinend Abseits war. In der zweiten Hälfte traf dann der Gast das Tor, welches auch zählte, wie das allerdings zur Stande kam, weiß ich gar nicht mehr. Como war danach aber noch am Drücker, hatte auch mehrmals den Ausgleich auf den Fuß, traf aber einmal nur den Innenpfosten, am Ende wurde auf der Gegenseite auch nochmal der Pfosten getrofffen und es blieb dann so. Interessant wurde es noch während der zweiten Halbzeit, als ein Spieler von Como ausgewechselt wurde. Ich hab allerdings nix mitbekommen, ob er eine obszöne Geste zum Publikum gemacht hat, auf jeden Fall lief ein Zuschauer zum Spielertunnel, beschimpfte Spieler und bot ihm ein Match an. Der Spieler kam zurück, brüllte zurück, verschwand dann aber wieder im Kabinentunnel. Ob es noch zu einer dritten Halbzeit dieser beiden gekommen ist, kann ich nicht sagen, womöglich hat sich dann aber wieder alles beruhigt.

Nach Spielende ging es dann gemütlich zurück zum Bahnhof, hatte ich ja knapp eine Stunde Aufenthalt bis der Zug zurück nach Milano fuhr. Hier mal geschaut, da mal geschaut, aber nichts besonderes hier. Der Zug aus Chiasso kam dann auch recht pünktlich, Plätzchen gesucht und ab ging es wieder nach Milano, wo das Highlight der Tour auf mich warten sollte.

Samstag, 13. November 2010

U.C. Albinoleffe vs. A.S. Cittadella 1-3

Serie Bwin
Stadio Atleti Azzurri d´Italia (Bergamo)
Zuschauer: 1366 (42)

Vorgeschichte: Flug war bereits vor ca. 4 Wochen gebucht, Urlaub auch dementsprechend eingereicht, fehlte nur noch die Karte für das Hauptspiel, das Mailänder Derby. Nachdem der Hinweis auf der Homepage stand, Tickets werden bei diversen Banken verkauft, eine Anfrage wegen Ticket ohne Antwort blieb, versuchte ich eine Freikarte zu erhalten, die dann aber auch abgelehnt wurde. Solang aber noch nicht ausverkauft gemeldet wird, kann man weiterhin hoffen. So bekam ich dann von einem Hopper, der auch hinwollte, am Donnerstag Mittag die Info, dass die Tickets nun über die Homepage verkauft werden, aber diese Nachricht erst drei Stunden später gelesen, alle guten Tickets weg, lediglich Tickets ab 200 Euro zu haben. Naja, das ist dann doch bisschen viel, also aufgegeben. Kollege meinte aber, weiter versuchen, es kommen immer wieder Tickets rein. Gesagt getan. Donnerstag den ganzen Tag erfolglos gewesen, Freitag Vormittag genauso, also den Italien-Trip für mich gecancelt und nach was neuem gesucht. Am Abend dann nochmal aus Spaß in den Ticketshop gegangen und siehe da: Ticket für den 3.Rang für 25 Euro ist zu haben. Alles stehen und liegen gelassen, Ticket gebucht und um 21:54 Uhr hatte ich die Bestätigung im elektronischen Postfach. Tja, jetzt war nix geplant und der Flug geht in knapp 12 Stunden...

Nachdem dann am Vorabend noch alles erledigt wurde, ging es nach recht kurzer Nacht um 6 Uhr raus, fertig machen und um 7 Uhr saß ich pünktlich im Auto um zum 159km entfernten Flughafen Hahn zu fahren. Natürlich nix los gewesen auf der Straße, gut durchgekommen und um 8.45 Uhr am Flughafen angekommen. P4, der billigste Parkplatz, war natürlich voll, P3 ist teurer, aber muss man jetzt durch. Ticket gezogen, Parkplatz gesucht, die letzten Sachen zusammengepackt und dann ging der regnerische und windige Weg Richtung Terminal los. Leicht durchnässt dann angekommen, schon einiges los hier, also nochmal raus, eine durchziehen, bevor dann die Sicherheitskontrolle ohne Probleme passiert wurde und man wenig später beim Boarding stand. Maschine war gut gefüllt, in der 3er Reihe blieb dann aber ein Platz leer, der freundliche Italiener rückte zum Gangplatz und wir hatten beide bisschen mehr Platz und kamen ins Gespräch. Er wünschte mir viel Spaß beim Derby, ist immer wieder lustig, war seine Meinung. Denke ich mir, schaun mer mal. Flieger hob pünktlich ab, ohne Probleme in der Luft und 75 Minuten später war man dann am Flughafen in Bergamo. Wetter nicht optimal, aber trocken, ist ja die Hauptsache. Kurze Orientierung, ersten Bus zu Bergamo Stazione verpasst, den nächsten für 1.80 Euro genommen und um knapp 12 Uhr dann in Bergamo angetischt. War natürlich alles sehr sehr knapp für ein anderes Spiel, Italien ist ja Neuland für mich, kein Plan wie es mit Fahrkarten usw. aussieht, also dann lieber die sichere Variante und das Stadion in Bergamo machen, wenn zugleich es auch bitter ist, dass man den Länderpunkt mit groundsharing macht, wobei U.C. Albinoleffe sich dort ja nur angemietet hat, da das eigene Stadion viel zu klein ist und der eigentliche Verein Atalanta Bergamo ist. Nun hatte ich also knapp 3 Stunden Zeit. Bisschen sinnlos durch die Stadt gelaufen, bewusst einen Umweg genommen, gelaufen und gelaufen, kurz nach 13 Uhr dann am Stadion angekommen. Hier noch nix los, wird hier überhaupt gespielt? Ja, scheint so, deuten zumindest die Parkverbotsschilder darauf hin mit dem Hinweis auf das heutige Spiel. Gut, laufen wir halt mal um das Stadion herum, ahh, siehe da paar Ordner zu sehen. Sehr gut. Runde fertig, Kassenhäuschen aber noch nicht auf, also mal in eine andere Richtung laufen, irgendwie die Zeit überbrücken. Hat dann auch ganz gut geklappt, 13.30 Uhr die Kassen immer noch nicht auf, nochmal eine Runde gegangen und dann mal zu den Ordnern hin, wie es mit Tickets aussieht. Andere Seite im weißen Container. Ajo, der war auf der anderen Straßenseite und wurde von mir zunächst gar nicht beachtet. Mit Persovorlage dann ein Ticket für 20 Euro bekommen, hört sich ganz gut an, schauen wir dann mal, wo sich diese Tribüne befindet. Zurück zum Eingang, ich solle mich noch bisschen gedulden, wird gleich aufgemacht. Also nochmal weg, wieder rumgelaufen, nix spannendes gefunden, gewartet und dann gingen die ersten Zuschauer rein, ich halt gleich mal mit. Ausweis vorgezeigt, Name wurde kontrolliert, passt, bitte weitergehen. Rucksack wurde nicht kontrolliert, feine Sache.
Das Stadion erinnerte mich dann bisschen wie das Grünwalder in München. Ist zwar nicht gleichartig gebaut, aber so bisschen hat es was davon. Tribüne auf beiden Geraden, in den Kurven durchgängige Stufen, die mit Stahlrohrtribünen im unteren Teil ergänzt wurden. Schick schick, halt leider nicht mit dem Hauptverein. Egal, muss man jetzt durch. Paar Fotos gemacht, oben die Haupttribüne, vorne dran nochmal eine Stahlrohrtribüne mit Sitzplätzen. Wird wohl mein Platz sein, blöde Sicht, egal. Am seiten Tribünenaufgang steht dann aber meine Tribüne drauf, ui schön, hochgegangen und abgewiesen worden, andere Seite. In der Mitte steht dann auch Sud dran, aber eine andere Bezeichnung. Mh mh, hat der Ordner doch die untere Stahlrohr gemeint? Aber nach paar weiteren Schritten dann den richtigen Aufgang gefunden, Haupttribüne für 20 Euro ist schon okay, die unteren Plätze waren dann wohl die 10 Euro Plätze für die Curva. Aber gut, dass ich nicht die teuere Karte für 40 Euro genommen habe, dann hätte ich wohl circa 2 Meter weiter rechts gesessen. Wahnsinn. Hat also schon mal ordentlich gepasst. Mehr war aber auch hier nicht geöffnet, beide Kurven sowie die Gegentribüne blieben geschlossen, lediglich in einer Kurve war ein Block für die Gäste geöffnet. Es erschienen auch tatsächlich handgezählte 42, mehr hatten wohl keine Lust auf die Tessera del Tifoso, die Fancard der italienischen Fans. Auf Heimseite dann nur normale Stadionbesucher entdeckt, eine kleine Gruppe von 10-15 Jungscher sangen mal kurz was, das war es aber auch. Die Gäste blieben auch größtenteils still, mit dem Erwartenden hat das hier gar nix zu tun. Aber gut, sind halt keine "guten" Vereine, die mit Fans glänzen können.
Würde man die Tabelle drehen, hätte man heute sicherlich ein Topspiel, so aber 16. gegen 20. oder sowas in der Art. Sollte also kein guter Kick werden. Es ging aber schon mal gut los, nach nicht mal 10 Minuten klingelte es bereits im Kasten der Gäste, wenig später dann aber der Ausgleich. Was mir bereits nach 30 Minuten auffiel, dass ziemlich viel Theatralik und Diskussionen das Spiel bestimmen. Nervig. Knapp fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit gab es dann Elfmter für die Gäste, die zur Führung einnetzen konnten. Halbzeit. Was dann in der zweiten Hälfte sich abspielte, hat mit Fußball mal sowas von gar nix zu tun. Die Gäste aus Cittadella halten nur den Ball, die Gastgeber greifen aber nicht an. Wirres Spiel. Irgendwann kommen dann die Gäste doch mal nach vorne, im Zweikampf verliert der bereits verwarnte Verteidiger von Albinoleffe seinen Schuh, fängt erneut an wie wild mit dem Schiedsrichter an zu diskutieren, dem reicht es und schickt den Spieler mit der Ampelkarte vom Feld. Dieser ist nun außer sich vor Wut, schleudert seinen ausgezogenen Schuh gegen die Werbebande, schießt den Ball weg, holt den Schuh, wirft ihn erneut weg, diesmal bereits auf dem Weg in die Kabine. Der eingesammelte Schuhe fliegt dann noch ein drittes Mal durch die Luft, diesmal in den Kabineneingang. Herrlich und amüsant, das muss wohl das südländische Temperament sein. Die anwesenden Zuschauer fanden dies aber gar nicht so lustig und fingen nun an wüst den Schiedsrichter zu beschimpfen. Dieser ließ sich aber nicht beeindrucken und schickte wenig später einen weiteren Spieler vom Platz, wohl wegen groben Foulspiels. Persönlich gesehen hätte da Gelb auch gereicht, aber ich bin halt kein Schiedsrichter. Jetzt ging auch der letzte Zuschauer mit, Stimmung war in der Bude. Zwei Minuten vor Ende erzielten dann die Gäste das 1-3, die Zuschauer waren aber immer noch aufgebracht und klopften dann nach dem Spiel gegen die Plexiglasscheibe und beschimpften den Schiedsrichter.

Für mich ging es dann zurück zum Bahnhof, diesmal auf direktem Weg. Dieser zog und zog sich, hätte nicht gedacht, dass es soweit ist. Also den angedachten Zug nicht bekommen, dafür den Länderpunkt Italien im Fastfoodladen gemacht, freundlicherweise kosten hier die Cheeseburger auch nur einen Euro und wenig später saß ich dann für 3.60 Euro in der Regionalbahn gen Mailand. Fahrt war langweilig, also eingepennt, werd ich von so nem Mokel geweckt, der mir irgendeinen Zettel auf den Nachbarsitz legt. Werbung? Neee, irgendwas mit Geld haben oder sowas. Hab es erst gar nicht durchgelesen, hätte ich ja eh nicht verstanden, aber man kennt diese Maschen ja. Nachdem er mit mir diskutieren wollte, kam einfach mal ein me non parlo italiano. Er wird es verstanden haben, ob es richtig oder nicht, ist mir eigentlich egal. Milano Garibaldi dann bald erreicht, zwei Stationen per Metro noch für 1 Euro (75 Minuten Gültigkeit) gefahren und dann weiter per Straßenbahn Richtung Hotel. Dort eingecheckt, TV-Programm geprüft, nur RTL verfügbar, den Rotz mit Mario Barth konnte ich mir dann aber irgendwann nicht mehr anschauen und so wurde das Bild des TV-Gerätes schwarz, das Zimmer dunkel und die Nacht sollte beginnen.



Sonntag, 7. November 2010

FC Bayern Kickers Nürnberg vs. SC Uttenreuth 1-3

Bezirksliga Süd Mittelfranken
Sportplatz Neusorger Straße
Zuschauer: vielleicht 100

Dank Navi fand ich recht schnell den Weg zum ASV Fürth, doch als ich um die Ecke bog und den Platz sah, ahnte ich nix gutes. Kurz gedreht, geparkt, ausgestiegen und einen Kunden gefragt, der gerade vorm Eingang stand. Dieser deutete nur auf den Zettel, der an der Tür hing: 1. & 2. Mannschaft off. Toll. Aber ich hab mir ja mit Burgfarrnbach einen Ersatz gesucht. Also dort hingetuckert, auch recht zügig erreicht, 13.30 Uhr Ankunft, doch von der Ferne sehe ich ein "Platz gesperrt"-Schild auf dem Hauptplatz. Kurz an der Kasse nachgefragt, nene, die spielen da hinten auf dem Nebenplatz. Gibt es da irgendwas, Tribüne oder sowas? Da kann man sich unterstellen, ansonsten nix. Super, und tschüss. Jetzt war schneller Rat teuer. Naja, nicht ganz, habe ja Freiminuten. Can kontaktiert, ob er paar Tips für mich hat im Kreis Nürnberg. Die und die...Er schaut aber schnell online und sagt mir Bescheid. Naja, beide Vereine haben gestern schon gekickt, bleibt nur ein Bezirksligakick in Nürnberg. Mhhh, ahja okay, besser als heimfahren. Anstoß 14 Uhr, Ankunft 14:04. Egal. Also Gas gegeben, noch eine Minute rausgeholt, mit dem Auto dann direkt auf den Sportplatz gefahren, Spieler liefen gerade ein und mit dem Aussteigen ertönt der Anstoßpfiff. Optimal, als hätte der Schiri gewusst, dass ich komme und gewartet.
Der Ground dann natürlich mehr schlecht als recht, war aber zu erwarten. Auf einer Seite war ein kleiner Unterstand mit einer Sitzreihe, aber von einer Tribüne kann man da wohl nicht sprechen. In der einen Ecke konnte noch eine Anzeigetafel gesichtet werden, ansonsten ist hier Ebbe. Egal, Ground ist Ground, trotzdem ist es kein Ersatz für eine Holztribüne. Abhaken, weitermachen.
Erstmal mit Can telefoniert, bisschen gelabert und während des Telefonats fiel auch schon das 0-1. Jetzt wusste ich wenigstens schon mal wer wer ist. Den Ausgleich bekam ich nur durch den Jubel mit, Handytipperei ist halt wichtiger. haha. Währenddessen gingen auch die Kassierer rum und wollten den Obolus für diesen Kick hier haben. 4.50 Euro für Bezirksliga ist dann doch ganz schön heftig, aber zumindest hatte der eine Karten in der Hand. Und was für welche, Marke Top!! Richtig nobel, wenn auch nur eine Saisonkarte und das Datum per Hand draufgeschrieben wurde, aber das Wappen ist drauf, dazu noch als Hintergrund das Wappen. Sieht gut aus. Der Gast aus Uttenreuth ließ sich dann nicht lumpen und erzielte noch vor der Halbzeit den erneuten Führungstreffer. Die zweite Halbzeit spielte dann eigentlich nur noch der Gast. Die Gastgeber zwar bemüht, aber große Chancen kamen nicht mehr bei raus. Anders beim Gast, die stetig gute Chancen hatten und bei optimaler Chancenverwertung sechs oder sieben Buden hätten machen können, so dann aber nur noch zum 1-3 treffen konnten.

Erfreut über den Abpfiff ging es zurück zum Auto, war ja nicht weit zu laufen. Kurz noch durch paar Schlaglöcher gefahren, schon war man wieder auf der normalen Straße. Nochmal durch Nürnberg gedüst, wurde auch bald die A3 gesichtet. Autobahn wiederum frei, erst ab Würzburg zog der Verkehr bisschen an, in der Baustelle dann immer und immer wieder nervige Bremserei ohne das der Verkehr aber zum Erliegen kam. Es beruhigte sich alles wieder, die Müdigkeit nahm zu, aber alles kein Problem, war ich ja bald zu Hause. 75%ige Zufriedenheit, ja hätte es denn nicht einfach einen Tag später anfangen können zu regnen, dann wäre nun auch die gute alte Holztribüne unter Dach und Fach gebracht. Das ist halt das Schicksal, da muss man durch. Rückschläge verkraften, neue Kraft tanken und wieder durchstarten!

SC Schwabach vs. TSV Kornburg 3-3

Bezirksoberliga Mittelfranken
SC 04-Stadion
Zuschauer: mehr als 150 warens net

Bedenkliche Abfahrtszeit für den frühen Sonntag Morgen mit 8 Uhr gewählt, Ankunftszeit 10:35. Oje oje, auch noch durch die ganzen Baustellen durch, ob das klappt? Natürlich erst paar Minuten nach Acht losgekommen, waren aber die verspäteten fünf Minuten bis Aschaffenburg wieder aufgeholt. So kann es weitergehen, und es ging so weiter. Autobahn wie leer gepflegt, gut, wer fährt auch Sonntag Morgens schon durch die Gegend, außer irgendwelche kompletten Leute wie ich, der einen 11h-Kick besuchen möchte. So ging es dann also im Dauerregen via A3,73 und A6 nach Schwabach, welches zur oben genannten Zeit auch erreicht wurde. Die Bundesstraße Richtung Schwabach gefahren, sehe ich auf linker Hand auch schon die Flutlichtmasten, top. Doch was ist das? Die Spieler machen sich auf dem Nebenplatz warm. Oje oje, jetzt wird es ganz bitter. Auto in einer Seitenstraße geparkt und dann erstmal zum Eingang.
Auch heute waren 5 Euro fällig, dafür gab es dann eine Spielkarte. Nein, kein As, Buben, König oder sondersgleichen, so stand es auf der Eintrittskarte drauf. Mehr aber auch nicht, wenn man mal vom Wappen absieht und irgendwelchen Buchstaben, die mit dem Verein gar nix zu tun haben. Egal, passt schon. Wenig später dann auch schon die Info erhalten, es wird im Stadion gekickt, puuuh, das ging schon mal gut los. Nachdem es kurz aufgehört hatte zu regnen, setzte der Regen prompt wieder ein, also auf die Tribüne verzogen und von dort das Spiel geglotzt.
Die Gäste aus Kornburg waren optisch zunächst besser, doch das erste Tor schossen die Gastgeber nach einem Freistoß. Im Laufe der ersten Halbzeit kommt Kornburg immer wieder gefährlich vor das Tor, kann den Ausgleich und wenig später sogar die verdiente Führung erzielen. Bisschen Bewegung tut gut, also in der Halbzeit mal was neues gemacht, eine Runde um den Platz gedreht. Die zweite Halbzeit sind keine fünf Minuten gespielt, da klingelt es schon wieder. Der Ausgleich. Nun ein offenes Spiel, Chancen hüben wie drüben, Schwabach kommt zum 3-2 und fühlt sich eigentlich schon als Sieger, doch der Gast aus Kornburg kann kurz vor Schluss erneut ausgleichen, was dann auch den Endstand bedeutete.

Trotz langer Buchse wurde es heute morgen immer kälter, so dass sogar die Handschuhe ausgepackt werden mussten. Half alles nix, es sind schließlich Schuhe für die Hand und nicht für die Füße, denn die waren komplett kalt, Grund genug flink zum Auto zu wandern und bei erneut einsetzendem Regen zum zweiten Spiel des heutigen Tages zu fahren. Zum ASV Fürth.

Samstag, 6. November 2010

SV Fellbach vs. Neckarsulmer Sport-Union 5-2

Landesliga 1 Württemberg
Max-Graser-Stadion
Zuschauer: geschätzte 100

Über Stock und Stein oder aber über Land- und Bundesstraße ging es die knapp 25 Kilometer Richtung Fellbach. Alles kein Problem, gut 15 Minuten vor Anstoß angekommen und dann fix Richtung Eingang. Hier dann die typischen fünf Euro bezahlt, gutes Ticket mit Spielpaarung bekommen und erstmal Fotos gemacht, denn es war jetzt schon ganz schön dunkel. Klappte aber noch recht gut und zum Einlaufen der Mannschaften nahm ich einen Platz auf der Tribüne ein.
Fellbach legte erstmal los wie die Feuerwehr und konnte auch bald das 1-0 erzielen. Im weiteren Verlauf war es immer wieder der Gastgeber der Torchancen hatte, Neckarsulm auch ab und zu mal, das nächste Tor machte aber wiederum Fellbach. Auf der Tribüne sitzend lauschte ich dann erstmal zwei VfB-Kunden, die übers Hoppen sprachen und welche Möglichkeiten es gibt, kostengünstig Spiele zu sehen. Nee Nee. Schon recht interessant, ich hielt mich aber daraus und schaute lieber das Spiel, nebenbei noch bisschen mitm Handy rumspielen, irgendwie muss ja die Kälte vergessen werden. Klappte allerdings nicht gut. In der Halbzeit dann noch paar Fotos gemacht, obligatorische Stadionrunde und dann sollte es auch schon weitergehen. Der Stürmer der Gäste hatte den Torjubel schon angesetzt, brach ihn aber direkt wieder ab, da der Ball tatsächlich noch von der Linie gekratzt wurde. Dafür gab es dann Lob und Respekt vom Stürmer, schön die Geschenkeverteilung, denn alsbald klingelte es wieder im Kasten der Gäste. 3-0, die Sache ist hier eigentlich gegessen, wenn nicht die Hintermannschaft der Gastgeber den Ball leichtfertig rumgespielt hätten und es plötzlich nur noch 3-1 stand. Aber alles kein Thema, das 4-1 und das 5-1 folgten kurz darauf und mit dem Schlusspfiff gab es noch das 5-2. Ende, Aus, Flutlicht aus, Feierabend.
Bis auf die Knochen durchgefroren ging es dann irgendwie wieder zum Auto zurück. Unter der Woche hatte ich überlegt irgendwo auf der Strecke Richtung Schwabach zu pennen, da dort morgen ein weiterer Doppler folgen soll, erst dann aber kein gescheites Hotel gefunden, Freitag dann zu platt gewesen und mich für die Heimfahrt entschieden. Am Ende hätte ich doch 300km gespart, wie ich laut Routenplaner erkennen konnte, ist ja jetzt auch egal, geht es halt wieder heim. Und wie sollte es auch anders sein, zu doof aufs Navi zu hören oder das Navi zu doof um es richtig anzusagen, fuhr ich erstmal in die falsche Richtung, dann also durch Waiblingen und Ludwigsburg bis ich endlich wieder auf die A81 kam. Ordentlicher Regen versperrte mir die Sicht, ab der A3 hörte es dann zum Glück auf und es wurde gemütlicher zu fahren. Im Dunkeln versucht Mandarinen zu schälen, klappte auch ganz gut, wobei Auto fahren und Mandarinen schälen nicht so zusammenpasst. Wenig später dann noch den Deckel der Flasche untern Sitz geschmissen, aber kein Bock jetzt nochmal anzuhalten, ich wollte einfach nur heim und kurz vorher hatte ich ja schon einen Pinkelstop eingelegt, wo man leider eine ziemlich vollgeschissene Toilette vorfinden musste. Männer sind halt Schweine, Frauen dagegen nicht, denn bleibt man bei der richtigen Geschlechtsform, sind diese Säue.

TSG Backnang vs. Sportfreunde Schwäbisch Hall 1-1

Landesliga 1 Württemberg
Etzwiesenstadion
Zuschauer: grobe 150

Nach Studieren der Spielpläne wurde zufällig gesehen, dass Fellbach um 17 Uhr kickt, könnte man ja doppeln, war meine Meinung, so also nach einem gescheiten Doppelpartner Ausschau gehalten. Mit der TSG Backnang was gescheites gefunden, aber auch einen Kunstrasenplatz gesichtet, so dass lieber mal der Verein angeschrieben wurde. Prompt kam auch die Antwort, dass im Stadion gespielt wird und man überrascht sei, warum diese Frage überhaupt auf käme. Tja, in Backnang weiß man halt, was man am Stadion hat. Vielen Dank schon mal dafür. So ging es dann fast pünktlich um 11 Uhr los, zunächst über die Dauerbaustelle A3 und wenig später über die A81. Alles kein Problem, Straßen waren frei, rasen musste ich auch nicht, Polster war groß genug. So kam ich dann eine Stunde vor Anstoß an, nochmal vergewissert, ob denn die geschriebenen Worte auch richtig waren, jawoll, Rasenplatz, also zurück ins Auto und noch bisschen rumgeasselt.
5 Euro dann an der Kasse gelatzt, dafür brauchbare Karte erhalten und zwei Hefte fanden auch noch den Weg in den Rucksack. Die Tribüne hätte extra gekostet, also von dort kann nix berichtet werden, nach einer Fotorunde ging es dann auf die Gegengerade, wo auf dem Hang sich Parkbänke befinden. Darunter sind noch einige Stufen zu finden, sowie hinter einem Tor noch paar Stufen. Ganz brauchbar das Ding hier.
Das Spiel war zunächst recht lahm, wurde dann aber im Laufe des Spiels besser. Der Abstiegskandidat aus Backnang ging dann auch zunächst in Führung, da ich nicht jubelte wurde ich von der Sitznachbarin gefragt, ob ich denn für die Gäste bin. Neee, neutral. Ich meine fragende Blicke erkannt zu haben, aber es wurde nicht näher erläutert, wohl auch besser so. Kurz vor der Halbzeit kam dann der bis dato ungeschlagene Tabellenführer aus Schwäbisch Hall per Freistoß zum Ausgleich und ich wenig später zu meiner Stadionrunde, denn es war Halbzeit. Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt, zwar hatten beide Mannschaften noch gute Chancen, ein Tor fiel aber nicht mehr und ehe nicht auf der Parkbank festfror, war ich hier auch schon wieder weg. Der zweite Kick am heutigen Tage wartete bereits auf mich.

Sonntag, 31. Oktober 2010

TV 1921 Nieder-Klingen vs. KSV Reichelsheim 4-0

Kreisoberliga Dieburg/Odenwald
Sportplatz Nieder-Klingen
Zuschauer: 80

Die Motivation war mal wieder mehr als gering, doch schleifen will man das Ganze dann doch nicht, also musste halt irgendwas im Nahverkehr erhalten. Nieder-Eschbach stand auf der Liste sehr weit oben, Can konnte mich dann aber mit Nieder-Klingen überzeugen. Um Viertel vor Zwei trafen wir uns dann bei herrlichem Wetter um die 16 Grad und Sonnenschein am Aldi, eingestiegen und nach kurzer Fahrt war man auch bereits vor Ort, wenn auch leicht verfrüht. So hatten wir aber wenigstens keinen Stress.
3.50 Euro möchte man hier für die Kinokarte haben, na gut, dafür gibt es dann aber auch eine nette Anlage. Tribüne auf der Längsseite, umhüllt von steinigen Stufen, die mit Gras bewachsen sind. Am einen Ende dann noch eine Überdachung, wo Verpflegung serviert wird. Alles in allem recht nett hier, wenn doch jede Anlage so wäre, aber gut, dann wäre es auch schon wieder langweilig. Der angrenzende Hartplatz war zur Freude nicht abgestreut, ein Kunstrasen liegt hier noch weit in der Ferne. Wobei, sowas geht sicherlich mittlerweile recht schnell. Gegen Kunstrasen allgemein habe ich ja nix, wenn auf diesem dafür lediglich nur trainiert und nicht gekickt wird.
Heute wurde aber auf dem tiefen Naturrasen gekickt, leicht schief der Platz, macht aber auch irgendwie was her. Die Geschichte war schnell klar, der Gastgeber konnte bis zur Halbzeit mit 4-0 in Führung gehen, die zweite Halbzeit plätscherte dann nur noch so vor sich hin. Ob es an der nun fehlenden Sonne lag oder einfach kein Bock mehr bestand, ein Tor zu erzielen, entzieht sich meiner Kenntnis. Lust auf Tore hatten die Akteure sicherlich noch, nur der Ball wollte einfach nicht mehr hinter die Torlinie, so dass am Ende es beim Halbzeitstand blieb. Aber wenn man selbst bei einem so deutlichen Ergebnis als Spieler noch was zu meckern hat, dann ist die Welt auch so noch in Ordnung.

Samstag, 30. Oktober 2010

1.SC Gießen-Sachsenhausen vs. TSV Michelbach 4-1

Gruppenliga Gießen/Marburg
Weststadion
Zuschauer: 50

Die Auswahl war heute groß, Motivation gering, aber mal wieder eine Tribüne machen im nahen Umfeld. Bad Hersfeld oder Burgsolms, das war die Frage, wobei ich mich auf das klassenniedrige Burgsolms einigte. Ersatzweise hatte ich noch Sachsenhausen rausgesucht, sollte in Burgsolms nicht im Stadion gekickt werden, aber bei 17 Grad und milden Temperaturen in der vorangegangenen Woche sicherlich kein Thema. So also aufgebrochen, die A45 hochgetuckert, bei Wetzlar auf die Bundesstraße gewechselt und wenig später in Solms gewesen. Naja, den Berg hochgefahren und schon sehe ich einen Kunstrasenplatz, wo sich Spieler sich warmlaufen. Mal wieder optimal gelaufen, aber kann ja auch ein anderer Verein sein, also am Stadion geparkt und reingeschaut, Totenstille hier, Tor verschlossen, also doch der Kick auf dem Kunstrasen. Sehr sehr fraglich das Ganze, Linien sah man auf dem Naturrasen auch keine mehr, immerhin stand auf einer Seite noch ein Fußballtor auf dem Platz. Ist aber auch nicht weiter tragisch, reisst ruhig das Stadion ab, braucht man ja auch nicht, wenn man den so geliebten Kunstrasenplatz hat. Für mich war dann Abfahrt angesagt, ab nach Gießen. Dank Navi kein Problem das zu finden, auf den Parkplatz gestellt und einen Platz entdeckt, dort war aber auch nix los. Würde ja passen, wenn der Kick ausfällt. War aber der ASV Gießen, nicht mein gewählter Kick, also am Schwimmbad vorbei, zum Weststadion. 4 Euro Eintritt, dafür ne Art Visitenkarte erhalten, immerhin besser als eine Kinokarte, die auch in der Kasse bereit lag. Die Anlage hat außer drei Stufen auf einer Seite nix zu bieten, dafür aber eine Leichtathletikbahn. Das Spiel interessierte trotz der fünf Tore nicht wirklich, war auch irgendwie nicht spannend. Interessant nur, dass der Trainer der Gastgeber sich mit jemanden unterhielt und meinte, dass nur bei einer Fusion mit dem ASV Gießen, z.B. zum FC Weststadt höherklassiger Fußball für die Weststadt Gießen möglich wäre. Ja dann auuuuuf, worauf wartet ihr noch?

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Kickers Offenbach vs. Borussia Dortmund 4-2 n.E.

DFB-Pokal
Bieberer Berg
Zuschauer: 25000 (3000)

DFB-Pokal, ein "großer" Gegner, dazu noch unter der Woche, da kann man ja mal auf den ehrwürdigen Bieberer Berg wandern. Gesagt, getan. Bisschen länger gearbeitet und dann von Aschaffenburg direkt Richtung Offenbach gedüst, galt es, noch einen gescheiten Parkplatz zu ergattern, da diese mittlerweile auch immer rarer werden. War aber kein Problem, kurz nach 18 Uhr angekommen und dann ging es erstmal in die Kneipe, wo sich einige Kollegen sich trafen. Hier gequatscht, da gequatscht. Muss auch mal sein. Kurz nach 19 Uhr dann schon mal Richtung Stadion, am Eingang war noch nicht sonderlich viel los, also schnell drin gewesen. Can wartete bereits am Container, mit ihm dann die restliche Zeit verbracht. Hier ein Mensch begutachtet, da einen. Irgendwie schon komische Leute unterwegs. Zeitig ging es dann in Block 3, ganz nach oben, um einen guten Platz und gute Sicht zu haben. Hat bestens geklappt. Das Spiel begann dann auch pünktlich, der OFC-Anhang präsentierte einen Banner "Oldschool in Runde 3" dazu noch eine Blockfahne mit OFC-Wappen, der Gast präsentierte zum Intro nix, dafür war man mit zwei Vorsängern ausgestattet. Stimmungsmäßig war der Gästeblock schon gut, ordentlich Bewegung, gute Lautstärke, geht aber sicherlich noch besser. Der Heimbereich war dann doch irgendwie enttäuschend. Zwar wurde es hin und wieder mal laut, aber teilweise dann doch Schweigen. Schieben wir es mal auf die Anspannung. Nachdem dann nach 90 sowie 120 Minuten kein Sieger ermittelt konnte, lockerte sich die Anspannung der OFC-Fans und es folgte erstmal ein "Schalke Schalke" Richtung Gästeblock. Nun ja, ich spar mir jetzt mal meinen Kommentar. Die Antwort ließ nicht auf sich warten und mit dem Pöbelarm kam ein "Und jetzt alle!" zurück. Gääähn. Das Elfmeterschießen begann, der OFC zuerst am Schuss, gehalten, Jubel im Gästeblock. Doch dieser sollte nicht lange halten. Nach den Treffern vom BVB und dann vom OFC, verschoss der BVB, der OFC traf, der BVB traf auch, erneut der OFC und dann verschoss erneut der BVB. Nun mit dem letzten Schuss die Chance auf die nächste Runde. Anspannung im ganzen Stadion, der alte Fuchs Mehic läuft an und versenkt eiskalt. Runde 3 ist gesichert. Jubel im ganzen Stadion, naja, fast im ganzen, die Gästefans waren in Schweigen gehüllt, lediglich das vorbereitete Bengalfeuer musste noch entfacht werden. Und während die Spieler noch mit den Fans die Uffta machten, war ich bereits auf dem Weg wieder zum Auto. Schnell rausgekommen, dann dank Polizei noch die Kreuzung in Obertshausen gesperrt, so dass man selbst bei Rot fahren durfte, war ich kurze Zeit später auch schon wieder zu Hause. Sehr zufrieden und doch nachdenklich, wie entfremdet alles für mich geworden ist.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Spartak Chodov vs. Lokomotiva Karlovy Vary 3-0

FINCENTRUM krajský prebor muzo
Fotbalové hriste
Zuschauer: 100

Nach dem Admira-Spiel rasch zum Auto, hatten wir noch für 15h einen Kick im Plan. Zwar drei Stunden Zeit, dafür aber auch einiges an Kilometern zu überbrücken. So ging es dann kurz nach 12h wieder über Pflastersteine, durch Schlaglöcher und sonstigem Gedöns quer durch die Stadt in Richtung Westen der Republik. Und da meinste, die Stadt hört endlich auf, du kannst mal Gas geben, fängt der nächste Ortsteil an. Irgendwann war damit aber Schluss, die Landstraße war erreicht, wenig später dann auch die Autobahn Richtung Karlovy Vary. Alles kein Thema, die Straßen sind ja in Tschechien frei, also erlaubtes Tempo gefahren, von der Autobahn runter, wieder auf Landstraße weitergefahren, bisschen kulturellen Kram gemacht (durch den Ort Krusovice gefahren, wo das selbige Bier herkommt) und wenig später war man dann auch schon in Chodov. Hatte man auf knapp 130km halt mal 12 Minuten gutgemacht, so also schon um 14.15 Uhr vor Ort gewesen. Wunderbar. Somit auch die sechsten 90 Minuten an diesem Wochenende. Schnell noch winterfest angezogen, ging es auch direkt in den Ground. Kein Eintritt, da Hintereingang, also erstmal auf Stadionrunde begeben und paar Fotos gemacht. Auf der anderen Seite war dann der eigentliche Eingang und bei Preisen um die 20 Kronen kann man auch ruhig mal hingehen und ein Ticket nachlösen, besonders wenn sich so viel Mühe gemacht wird und Paarung, Uhrzeit sowie Datum auf ein Zettel via Computer zu schreiben und zu drucken. Eigentlich keine Lust jetzt wieder mit Deutschland zu vergleichen, aber wenn es hier um nen Fünfer für eine Kinokarte gegangen wäre, hätte sicherlich jeder liebend gerne drauf verzichtet. Nachdem die Bilder im Kasten waren, ging es mal kurz ins Vereinsheim. Leichte Verständigungsprobleme, doch meinen Kaffee für nen 10er in der kultigen rosa Blumentasse bekam ich dennoch. Bisschen irgendeiner komischen Sportart im TV zugeschaut, wurde zu sinnlos bzw. war ja schon Anstoßzeit, Kaffee weggezogen und innerlich erwärmt dann wieder rausgegangen.
Die erste Halbzeit dann erstmal an der Bande lehnend verfolgt, war aber ziemlich schlecht, mit das schlechteste Spiel der Tour. Kein Bock mehr zu stehen, uns in Richtung Tribüne bewegt und dort bequem gemacht. Das Spiel wurde aber auch von der Seite nicht unbedingt besser und die Befürchtung, beim letzten Spiel noch ein torloses Spiel zu sehen, war zu Recht gegeben. In der Halbzeit dann bisschen bewegt, es war einfach nur elendig kalt, mal die neugebauten Beachvolleyballplätze begutachtet und dann wieder so langsam zurückgelaufen. Zweite Halbzeit beginnt und es dauert keine Minute, da liegt der Ball im Netz, Tor für Chodov, unsere Tour endet nicht torlos, alles fast perfekt. Um es abzukürzen, da es doch ziemlich kalt und windig war (hat zwar das eine mit dem anderen nix zu tun, aber egal), es fielen noch die Treffer Zwei und Drei und mit dem Schlusspfiff direkt zum Auto gelaufen, isses dort wenigstens windgeschützt.
Navi angeworfen, Heizung hochgedreht, entkleidet und dann ging es los in Richtung Heimat. Schnellstraße Richtung Cheb war natürlich gesperrt, also ging es über diverse Dörfer Richtung Grenze. Endlich war dann auch die Schnellstraße wieder mal befahrbar, an Cheb vorbei, an der letzten Tankstelle nochmal vollgetankt, immerhin 6 Cent billiger als gestern (31,20Kc). Erneut ohne Probleme über die Grenze getuckert, ab geht’s durchs Gebirge, bis endlich die A9 gesichtet werden konnte. Dauerte allerdings nur 2-3 Minuten, dann ging es auch schon auf die A70 Richtung Schweinfurt. So langsam kam dann die Endphase der Tour, die Dummlaberei im Auto nahm ordentlich zu. Auf meinen Hinweis, dass ich immer noch Klobasageruch in der Nase hätte, meinte Can, man könnte ja ein Klobasa-Duftbäumchen fürs Auto herstellen. Ist sicherlich schon sehr lecker, wenn man ins Auto einsteigt und dieses riecht deftig nach Klobasa. Bei Schweinfurt dann die Autobahn gewechselt, weitergefahren immer weiter, bis wir in Fulda fahren. Dort zum Endspurt angesetzt, noch die letzten Kilometer der A66 bewältigt und um kurz nach 21 Uhr waren wir wieder nach genau 1200km sicher in Langenselbold gestrandet, wo sich dann zufrieden unsere Wege trennten. Eine gute Tour mit sechs neuen Ausländern, einigen Tribünen und auch dem sonstigen Drumherum ging zu Ende, schade, dass wir den Donnerstag nicht auch noch mitgenommen haben, als Sparta gegen Lausanne in der EuropaLeauge spielte. Man findet sicherlich immer wieder irgendwelche Verbesserungsmöglichkeiten, am Ende sollte man aber mit dem geleisteten zufrieden sein und das waren wir mit Sicherheit.

FK Admira Praha vs. SK Roudnice 1-0

Divize B
Stadion Na Pecích
Zuschauer: 250

Als wir morgens aus dem Fenster schauten, war das Wetter nicht unbedingt fein, hatte wohl in der Nacht geregnet. Nun ja, wird schon gehen. So also nach dem Frühstück dann die Sachen zusammengepackt, ausgecheckt, bezahlt und dann natürlich gleich den nächsten bzw. ersten Kick angesteuert. Einmal quer durch die Stadt in den Nordosten, zu FK Admira Praha. Dank Navi das Stadion recht schnell gefunden, Parkplatz um die Ecke gesichert, will man ja auch gut hier wegkommen und dann ging es zum Eingang. Läppische 30 Kronen gezahlt, dafür dann wieder einmal ein sensationell gutes Ticket erhalten. So macht Fußball Spaß. Dann der nächste kurz bevorstehende Orgasmus, das Stadion. Eine richtig gute, wenn ich phänomenale alte Tribüne mit roten und blauen Sitzen, gegenüber alte Stufen, eng, grasig, steil. Eigentlich kaum möglich, es in Worte zu fassen, muss man selber mal gesehen haben.
In Deutschland hätte man bei so einem Wetter (windig, trüb am Himmel, nasser Rasen) sicherlich das Spiel abgesagt oder lieber gleich auf Kunstrasen gespielt, hier wird selbst bei so einem Wetter auf Rasen gekickt. Sehr löblich. Die Tschechen kennen da halt nix. Waren wir auch sehr zufrieden mit, auch wenn der Kunstrasenplatz über einige Stufen verfügt. Muss ja nicht sein. So also das Spiel dann bei eisigem Wind samt 250 Zuschauern verfolgt, sogar paar Admira-Supporter mit Beflaggung, Trommel & Gesang waren zu vernehmen. Neben uns dann auf einmal ein englischsprechender Herr, aus Spaß auf Hopper getippt und kurze Zeit später war die Kamera bei ihm auch schon in der Hand. Angelabert wurde er dann aber nicht, kein Bock drauf und auch kein englisch babbeln. Erste Halbzeit ging schon gut ab, Chancen auf beiden Seiten, Admira macht dann das Tor. Verdient muss man sagen. Die torlose Tour bleibt also weiterhin bestehen.
Mit der Halbzeit dann unseren Standpunkt auf den Stufen verlassen, ging es erstmal zum Grill. Klobasa vom Grill, schön schwarz gegrillt die dicke Wurst und dann für 30 Kronen diese in Empfang genommen. War gut, wie eigentlich jede an diesem Wochenende. Außer Frühstück sollte es auch nix anderes geben als Klobasa. Mit einem Kaffee für 15 Kronen bewaffnet, wechselten wir dann auf die Tribüne, am Rand uns niedergelassen, bisschen gelabert, dem Spielverlauf zugeschaut und ruckzuck war die Zeit schon um. Gut, es waren noch einige Minuten zu spielen, für uns aber schon mal ein Anzeichen sich Richtung Ausgang zu bewegen. Der Gast dann am Ende noch mit einigen guten Chancen, wurden aber vergeben, so dass Admira den Platz als Sieger verließ und wir zwar nicht als Sieger, dafür aber als zufriedene Besucher den Ground.

Samstag, 23. Oktober 2010

FK Mladá Boleslav vs. FC Viktoria Plzen 4-3

Gambrinus Liga
Mestský Stadion
Zuschauer: 3751 (ca. 250 +-)

Abfahrt in Kbely, Navi war noch nicht auf Betriebstemperatur, also erstmal verfahren. War dann aber kein Thema, wurden wir wieder auf die richtige Strecke gelotst. Ankunft 18.08 Uhr, bei Anstoß 18.20 Uhr. Sollte ja schon mal ausreichend sein, auch wenn man dann erst am Stadion ist, noch kein Parkplatz hat und auch noch kein Ticket. Das Tempolimit wurde auf der Autobahn dann voll ausgenutzt, zeitlich einiges gutgemacht und so kamen wir bereits um 18.04 Uhr am Stadion an, Parkplatz gefunden und ab ging es zum Stadion. Ticket für 99 Kronen ergattert, wohl Topspielzuschlag.
Wenig später ging es dann auch schon los, die Wege von Can und mir trennten sich dann allerdings und so konnten wir verschiedene Meinungen einfangen. Die Heimfans, von mir auf der gleichen Tribüne sitzend allerdings auf der anderen Seite, kaum zu vernehmen, konnten nur zum Intro kurz überzeugen, nachdem eine Papierrollenaktion zur Spielunterbrechung führte. Ab und zu war mal eine Trommel zu vernehmen, sowie bisschen Bewegung, aber Stimmung? Nee, das hört sich anders an. Wie Can dann aber später berichten konnte, war wohl doch einiges an Stimmung geboten, hat man anscheinend nur nicht bis zum anderen Ende gehört. Die Gäste waren überraschend zahlreich angereist, geschätzte 250, schwiegen zunächst die ersten 5 Minuten, hatten auch einen Todesfall zu beklagen und starteten ihren Support mit Vorsänger dann erstmal mit bisschen Pyro. Klappte aber nicht so ganz, eine schwarze Folie mit weißer Schrift in Farbe zu bekommen. In der zweiten Halbzeit wechselten wir dann die Tribüne, es ging auf die Hintertortribüne, wo man beide Fanlager im Blick hatte. Die Heimfans präsentierten dann zweimal bisschen Pyro, die Gäste am feiern, auch wenn es nix zu feiern gab, Mitmachquote war schon hoch, aber auch nicht so, dass man mit der Zunge schnalzen könnte. Die Heimfans konnte man nun jetzt wirklich ab und zu vernehmen, aber supportmäßig auch eher schlecht als recht. Sind halt nicht die Tops der Liga, wie es vielleicht in der Tabelle aussieht.
Spielerisch merkte man zu den vorangegangen Spielen schon einen gewaltigen Unterschied. Schneller, sicherer Fußball. Zunächst die Gäste am Drücker, dann aber die Führung für die Gastgeber. Das 2-0 folgte wenig später und kurz vor der Halbzeit konnte Plzen noch auf 2-1 verkürzen. Zweite Halbzeit, weiter ging es mit dem Tore schießen. 3-1 durch einen Elfmeter, Plzen kommt auf 3-2 ran, dann das 4-2, schon fast die Vorentscheidung, wenn nicht das Gast fünf Minuten vor Ende nochmal verkürzen konnte. Somit war für die Schlussphase Spannung angesagt, am Ende blieb es dann aber beim 4-3, zeitgleich die erste Saisonniederlage für die Gäste, die aber weiterhin souverän an der Tabellenspitze stehen.
Nach Spielende war es überraschend schnell leer, keine 10 Minuten sind vergangen, da war das Stadion bis zum letzten Platz leergefegt. Stimmt nicht ganz, wir zwei waren ja noch da. Hier und da noch paar Fotos der nun leeren Tribünen, eine Klobasa für 35 zum Abendessen und dann ging es zurück zum Auto. Dieses stand erfreulicherweise noch, auch das Parkplatztor war noch offen, so dass wir den Heimweg Richtung Praha antreten konnten. Nix los auf tschechischen Autobahnen ließen uns schnell vorankommen, nochmal durch die Stadt geheizt, war man nach einer guten Stunde wieder am Hotel angekommen, wo der Abend mit dem Sportstudio beendet wurde. Immer wieder erschreckend, wie schlecht die deutschen Sportsendungen werden, sei es die Sportschau oder das Sportstudio. Hier geklatscht, da geklatscht, nochmal klatschen und nochmal. Da geht die ganze Zeit ja nur durchs Klatschen drauf. Gut, man muss es sich nicht anschauen, aber um die Tore der Bundesliga zu begutachten, schaut man es sich dann doch mal an und regt sich Woche für Woche doch wieder drüber auf. Egal, die Tour verlief bisher reibungslos, hoffentlich endet sie morgen auch so.

Spartak Kbely vs. SK Dolni Chabry 0-1

1.A trída skupina A Praha (6.Liga)
teamstore arena
Zuschauer: 100

Bis Kbely waren es nur einige Kilometer, also die Zeit erst nochmal bisschen mit Geldbeschaffung und Einkaufen vertrieben. Brachte aber alles nicht so viel Zeitgewinn, also doch schon mal nach Kbely aufgebrochen, Parkplatz usw. suchen, wird sicherlich voll, in der 6.Liga. Guten Parkplatz gefunden, kurz am Ground vorbeigeschaut, aber kein Bock auf Futsal, oder Kleinfeldkunstrasenfußball, so halt dann mal durch die „Stadt“ gelatscht. Außer nervige Feuerwehrautos, die mit Sirene von A nach B fuhren und dann wieder mit Sirene zurückkamen, hat dieser Stadtteil von Praha gar nix zu bieten. Am Rathaus dann eine Bank entdeckt, dort bequem gemacht und die Sonne genossen. Tat ganz gut, soviel Wärme und Sonne, da war fast die Lust auf Fußball weg, aber man ist ja nicht zum Sonnen hergekommen, sondern zum Fußball schauen. Kurz noch paar Minuten im Auto abgeasselt und dann ging es Richtung Eingang.
20 Kronen Eintritt, Programmheft, aber keine Karte. Kassierer laberte irgendwas, jaja, hab ich halt zweimal Eintritt bezahlt, für Can mitgezahlt. Dieser sollte dann aber kein Programmheft bekommen, schließlich hätte ich ja eins bekommen, da brauchen wir nicht noch eins. Can ließ aber nicht locker, erhielt dann doch noch eins und alles war gut. Spieler noch nicht auf dem Platz, also die Phase genutzt um geeignete Fotos zu machen. Einige Stufen hinterm Tor, sowie einige auf der Gegenseite. Dazu noch auf der gleichen Gegenseite eine Überdachung, kann man schon als Tribüne zählen. Kult, die verschiebbaren Sitzbänke, die teils im Hintergrund gestapelt waren, teils unter der Überdachung standen. Kapazität geschätzte 3500. Noch genügend Zeit bis zum Anpfiff, also nochmal ins Vereinsheim. Sehr kultig hier, viele Schals hängen an der Decke, dazu noch Trikots, Pokale, Fußballliveübertragung und verrauchte Luft. Das ist Fußball.
Spiel war natürlich unterirdisch, erste Minute gleich mal ein Fehlpass, Riesenchance vergeben. Sollte eigentlich der Startschuss für ein torreiches Spiel werden, wurde es aber nicht. Dafür wurde es kalt. Kalter Wind zog auf, dazu ging die Sonne weg, auf der „Tribüne“ war es kaum mehr zum aushalten, also die zweite Halbzeit daneben gestanden. Nun kam auch die Sonne wieder, bisschen Wärme konnte man verspüren und auch endlich einen Torerfolg feiern. Dazu wussten wir dann endlich, wer wer ist. Hehe. Blöd nur für uns, dass sich die Akteure und das Schiedsrichtergespann in der Halbzeit ewig Zeit ließen und so wurde mit fünf Minuten Verspätung anpfiffen. Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Nun ja, wird schon gehen, schaun mer mal. Im Laufe der Zeit wurde dann das Meckern aufgenommen, Trainer wurde auf die Tribüne geschickt und die Nachspielzeit wurde nochmal schön erhöht. Am Ende blieb es beim 0-1, mit Abpfiff zum Auto gespurtet, ab ging es zum dritten Kick nach Mladá Boleslav. 54 Kilometer bei 60 Minuten Zeitpolster. Sollte sicherlich irgendwie machbar sein.

Loko Vltavin vs. FK Kunice 2-1

CFL
Na Plynáme
Zuschauer: 200 (ca. 20)

Nach einer erholsamen, aber lädierten Nacht (immer wieder diese harten Hotelmatratzen) und einem ausgiebigen Frühstück wurde sich fertig gemacht und dann erstmal zum Tanken gefahren. Hier wurde wohl die teuerste Tanke der Stadt gewählt mit 32.70 Kronen, praktisch so teuer wie in Deutschland. Egal, geht schon. Wieder in die andere Richtung, Richtung Norden, ab in Bezirk 7. Ground recht zügig gefunden, davor geparkt und rein ging es. 40 Kronen hier der Eintritt, dafür aber eine ordentliche Karte erhalten. Können sich manche Amateurvereine in Deutschland mal eine Scheibe abschneiden und nicht immer diese verdammten Kinokarten rausgeben. Aber geht ja jetzt um Tschechien und nicht um Deutschland. Zunächst dann mal eine kleine Runde gemacht, kultigen Volleyballplatz hinter der Tribüne entdeckt (vergraste, verfallene Stufen). Der Ground selber ganz nett, einige Sitzreihen mit Schalen ausgestattet, auf der Gegenseite einige zerfallene Stufen.
Das Spiel war zumindest lebhafter als das gestrige. Schnelles Spiel, wenn auch nicht unbedingt immer der richtige Empfänger gefunden wurde. Tore fielen aber trotzdem. Der Gast aus Kunice konnte zunächst in Führung gehen, hatte dann die Chance per Elfmeter auf das 0-2, wurde aber vergeben und so rächte sich das Ganze und es fiel vor der Halbzeit noch der Ausgleich. Halbzeit, Pausentee oder aber Klobasazeit. Diese gab es für 40 Kronen, die Enden waren bemerkenswert geschnitten, mal etwas anderes. Zweite Halbzeit, drittes Tor. Diesmal für Vltavin, ein Schuss aus ca. 40 Metern fand irgendwie das Ziel im Netz, der Keeper sah mehr als schlecht aus. Uns sollte es aber egal sein. Spiel lief weiter, beide Seiten mit Chancen, aber am Ende blieb es dann aber beim Sieg für Vlatavin.
Ausnahmsweise ging es mit dem Schlusspfiff noch nicht raus, hatten wir noch gut 3,5h bis zum nächsten Kick. Also noch bisschen rumgelaufen, hier noch ein Foto, da noch ein Foto und dann doch noch den Weg zum Auto gefunden und so langsam mal zum nächsten Kick nach Kbely aufgebrochen.

Freitag, 22. Oktober 2010

FK Dukla Praha vs. FK Spartak MAS Sezimovo Ústì 1-1

Druhá Liga
Stadion Juliska
Zuschauer: 520 (ca. 10)

Seit längerem war mal wieder eine Tour nach Tschechien geplant, Spiele und Stadien eigentlich relativ egal, also schauen wir uns mal die Spielpläne an. Freitags mit Dukla Praha starten, hat was, also das Spiel mal fest aufgenommen, Urlaub eingereicht und dann konnte die weitere Planung folgen. Vier weitere Spiele waren es dann, bis ich unter der Woche mir nochmal die Karte angeschaute, ui Mladá Boleslav liegt ja gar nicht so weit weg, Abendspiel um 18.20 Uhr, da geht sicherlich auch noch ein Kick am Nachmittag. Gesagt getan, Planung wieder aufgenommen und noch ein weiteres Spiel gefunden, somit eine nette Tour mit 6 Spielen. Freitag Morgen kam dann Can gegen 8.45 Uhr angefahren, Sachen umgeladen und mit meiner Schleuder ging es fortan via A3 und später A6 gen Praha. Heute kein Problem, Straßen waren frei und auf das zum Teil nervige Navi wurde verzichtet. An der Grenze dann Vignette für 250 Kronen (1 Euro = 24,72 Kronen) geholt, zum Glück hatte ich noch Kronen einstecken, denn ansonsten wären 15 Euro fällig gewesen. Wucher! Der ziemlich unfreundlichen Dame dann das Geld hingeschoben, Vignette erhalten und tschüss. Hatte sie wohl beim Essen gestört. Nun ja. Weitere Fahrt dann kein Problem, kurz vor Praha das Navi eingeschaltet und erstmal zum Hotel gesteuert. Dieses natürlich auf Anhieb nicht gefunden, einmal gedreht nochmal genauer geschaut und dann ist es doch noch aufgedacht. Hier hatte man schon ein gutes Schnäppchen im Voraus via HRS gemacht (4 Sterne, Doppelzimmer inkl. Frühstück 28.80 Euro). Reservierung lag zwar vor, wurde aber nicht bearbeitet, erstmal kleiner Schock, aber dann alles kein Problem, eingecheckt, kurz ausgeruht und dann ging es zum ersten Spiel.
Die paar Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, tauchte das Stadion bereits auf der linken Seite auf. Sah schon nicht schlecht aus von außen. Vor dem Stadion einen Parkplatz ergattert und zunächst mal die Gegend erkundet, aber nix aufregendes gesehen. Für 50 Kronen ging es rein in die gute Stube, nette Karte, die aber dann um 20% sehr unpflegsam gekürzt wurde. Und dann traf uns schon fast der Schlag. Eine überdimensionale große und alte Tribüne steht hier, dazu noch einiges an Stufen auf der gegenüberliegenden Seite sowie in den Kurven. Ausgiebige Fotorunde begann, genügend Fotos gemacht, also erstmal stärken. Klobasa für 40 Kronen genommen (hatte die billiger in Erinnerung), war gut und dann sollte der Ball rollen. Allerdings rollte auch nur der Ball. Das Spiel war miserabel, kaum Torchancen. Kaum? Gar keine trifft es besser und so ging es torlos in die Kabinen. Die zweite Halbzeit wurde kälter immer kälter, doch das Spiel ließ einen auch nicht erwärmen. Immerhin sorgten die paar Fans von Dukla, die auch einige Zaunfahnen flaggten, bisschen für Stimmung. Gäste waren auch vor Ort, supporttechnisch aber null, lediglich eine Trommel war ab und zu mal zu vernehmen. Zwanzig Minuten vor Schluss kam dann die Fußballweisheit in mir durch, hier fällt nur noch durch ein Eigentor oder einer Standardsituation ein Tor. Fünf Minuten später war es dann soweit, ein sehr zweifelhafter Elfmeter sollte zur Führung der Gastgeber erhalten. Normal sollte der Gast nun k.o. sein, doch dieser kämpfte sich nochmal heran und kam auch noch zum Ausgleich. Für was dann am Ende noch vier Minuten draufgepackt wurden, bleibt mir ein Rätsel, gab es gar keine Unterbrechungen, aber einer der Hauptsponsor von Dukla ist bwin.com, da kann man ja jetzt schon mal munkeln.
Ziemlich durchgefroren ging es dann mit dem Schlusspfiff zurück zum Auto sowie auch zum Hotel, wo dann der restliche Abend mit tschechischem Eishockey und einem Pivo beendet wurde. Der Anfang war gemacht, schaun mer mal, ob es die nächsten zwei Tage so erfolgreich weitergeht.

Sonntag, 17. Oktober 2010

SV Sandhausen II vs. SV Spielberg 2-0

Verbandsliga Baden
Walter-Reinhard-Stadion
Zuschauer: 150

Trotz Urlaub am morgigen Tag konnte ich mich nicht motivieren, etwas weites zu machen bzw. keine Lust wieder zig Kilometer aufs Auto zu hauen. So also mal im Umkreis geschaut und mit Sandhausen II was annehmbares gefunden. Zwar zweite Mannschaft, aber wenn diese im eigenen Ground spielt, warum nicht. So ging es dann recht zeitig los, genug Polster war zumindest, in Richtung Baden. Die typische Strecke A3, A5 gefahren, bis auf einmal kurz vor dem Ziel ein Stau auftrat. Glück im Unglück war vorhanden, denn stand ich direkt an der Ausfahrt gen Heidelberg via A656, kurz das Navi befragt, jawoll kann man machen, also rübergezogen und diese Autobahn benutzt. Das hier nur 70 wegen Lärmschutz ist, finde ich schon lächerlich, das man mich dann mit diversen Dingen ablenkt bzw. ich mich selber ablenke, ist nervig und wenn man davon dann noch ein Foto von mir macht, ist es zum Kotzen. Nun ja, 15 Euro Portokasse, geht schon. Am Stadion dann angekommen, Blick auf den Ground, jawoll wird im Stadion gespielt und nicht auf irgendwelchen dämlichen Kunstrasenplätzen, ist doch noch zu warm heute. Apropos zu warm, nach der Erfrierung vom gestrigen Tage heute mal vorgesorgt und mit zwei Pullis, langer Buchse und Handschuhen ausgestattet angereist, sollte im Endeffekt aber ohne Handschuhe gehen. Ob jetzt Weichei oder guthandelnder Mensch sei anderen überlassen.
5er an der Kasse bezahlt, immerhin keine Kinokarte erhalten, sondern Pappe mit Vereinsnamen sowie Werbung. Schön schön. Das Spiel begann zugleich, beide Mannschaften hatten Bock auf Fußball, der Gästekeeper aber heute nicht seinen besten Tag. Beim 1-0 verschätzte er sich erstmal ganz gut, der Ball rollte vom Innenpfosten ins Tor. Dafür war er aber wenige Minuten später voll auf der Höhe, als er einen Schuss noch an den Pfosten lenken konnte. Auch die Gäste hatten Möglichkeiten, diese sollten aber nicht versenkt werden. Der Schiedsrichter war heute auch mal wieder top, diskutierte mit Zuschauern und Spielern, immer und immer wieder. Scheint wirklich modern zu sein, nur noch zu diskutieren, wenn sogar der Schiedsrichter jetzt noch mit macht. In der Halbzeit dann die gewohnte Stadionrunde, nette kleine Tribüne hier, dazu daneben paar Stufen. Die zweite Halbzeit begann, der Gast wollte den Ausgleich, kam auch zu Chancen, aber diese wollten immer noch nicht im Netz zappeln. Dafür trat der Gästekeeper in den Mittelpunkt, beim Ball aus der Luft fangen, betreibt er rohes Spiel, es gibt indirekten Freistoß, welcher daraufin dann im Netz zappelt. Der Gästetrainer war mehrmals nicht mit der Entscheidung des Schiedsrichters einverstanden, so dass er sich dann das Spiel von der Tribüne anschauen durfte, wenig später flog dann auch noch ein Spieler der Gäste wegen Notbremse vom Platz. Somit war hier alles geboten, mehr passierte dann auch nicht mehr und mit der einsetzenden Kälte ertönte der Schlusspfiff.
Zurück zum Auto, gewohnten Weg Richtung Autobahn eingeschlagen und gewohnt auf der A5 erstmal im Stau gestanden. Diese Autobahn ist so mit die nervigste, die ich bisher gefahren bin. Immer und immer wieder das gleiche Problem, egal ob von oben oder von unten kommend. Es lief dann aber zum Glück ganz flüssig, immer wieder stockender Verkehr, das löste sich dann im weiteren Verlauf aber auf und so konnte man ruhig, entspannt und gepflegt Richtung Heimat fahren. Eine weitere Fotosession blieb aus, obwohl man ja trotz Fertigstellung der Autobahn bei Darmstadt weiterhin nur 80 fahren darf, dies aber irgendwie keinen juckt. Ein weiteres Foto musste aber auch nicht sein, eins am Tag langt.

Samstag, 16. Oktober 2010

SC Wiedenbrück 2000 vs. SC Preußen Münster 0-2

Regionalliga West
Jahnstadion
Zuschauer: 2835

Schauen wir mal in die Regionalliga West. Amateure, Schrott, Amateure, Schrott usw. Aber mit irgendeinem Kick muss man ja den noch letzten Regionalligisten im Westen, den SC Wiedenbrück, machen. Da kommt das Spiel gegen Preußen Münster gerade recht. Relative Nähe, gute Fans, Traditionsverein. Also ging es am heutigen Samstag kurz nach Zehn in Richtung Ostwestfalen. Can durfte fahren, lud mich wie gewohnt,wenn es in den Westen geht, an der Tankstelle ein und ab ging es ins Vergnügen. Die Fahrt verlief relativ ruhig, bis Gießen bzw. Marburg Autobahn, danach über Bundes- bzw. Landstraße Richtung Paderborn, kurz davor ging es erneut auf die Autobahn und dann wieder Landstraße. Pünktlich in Wiedenbrück geparkt, ging es zu den Kassen, 8 Euro fürn Steher sind okay, Tribüne war bereits ausverkauft.
Rein ging es ohne Kontrolle ins Vergnügen, doch nun ja. Zwar hat das Stadion eine Tribüne und paar Stufen auf der Gegenseite, ist aber alles ziemlich nervig. Sicherheitswahn allez. Überall kurzmaschige Zäune, dass man ja nix vom Spiel sieht. Selbst Fotos zu machen wurde zur echten Kunst, aber irgendwie hinbekommen. Ist alles nicht mehr schön, dann doch lieber in die Amateurligen, wo man noch Bewegungs- und Sichtfreiheit hat. So wurde dann das ziemlich langweilige Spiel vom Zaun aus beobachtet, über dies und das gequatscht und man froh, dass es dann doch relativ schnell vorbeiging, denn es war nicht nur langweilig, sondern auch ziemlich mies kalt.
Fantechnisch war auf Heimseite kaum was geboten. Zwar hing auf der Gegenseite eine Flagge "Brücker Jungs", supporttechnisch kam aber gar nix, außer mal ein "Hahohe, Super SCW" *applaus* Die Gäste waren hingegen schon sangeslustiger. 90 Minuten große und kleine Schwenker präsentiert, Liedgut konnte man zum Teil auch vernehmen, nur warum eine Kurve bzw. eine Fanszene sich spaltet, leuchtet mir immer noch nicht ein, kenne aber auch nicht die Hintergründe. So stehen die Deviants rechts, trällern ihre bekannten Lieder, die ich schon vor einem Jahr zu hören bekam, auf der linken Seite steht die Curva Monasteria. Beide, wie gesagt,am Fahnen schwenken, von der Curva kommt dann zur zweiten Halbzeit ca. 10g Rauch, war auf jeden Fall schnell wieder verflogen, dazu noch ein Böller. Alles ziemlich harmlos. Zum Intro präsentierten sie dagegen noch eine kleine Choreo "Münsters Ehre, Westfalens ganzer Stolz", untermalt mit 4 Doppelhalter, die das Gründungsjahr wiedergeben, dazu grün-schwarze Streifen. Vollkommen okay.
Nach dem Spiel dann recht schnell wieder zum Auto gelaufen, die Füße waren mittlerweile ziemlich kalt geworden wie auch der Rest des Körpers. Aufwärmen war angesagt, raus aus der Stadt, ab nach Hause. Die Bundesligakonferenz wurde angeschaltet, kurz darauf schlief ich aber natürlich ein, wurde nur immer wieder durch Cans Fluchen wach, hier ein Traktor, da ein langsames Auto. Wäre mal solches in einem Örtchen vor uns gefahren, wäre sicherlich kein Foto gemacht worden. Can nahms aber gelassen, weitere Strecke locker getourt, in Gießen dann Sperrung der Auffahrt zur 45, kurze Umleitung gefahren, machte aber nix großartiges aus und so war ich dann kurz vor Sieben mit der Regionalliga West-Komplettierung im Gepäck wieder zu Hause.


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