Samstag, 12. Januar 2013

Valletta F.C. vs. Birkirkara F.C. 1-0

BOV Premier League      
National Stadium
Zuschauer: ca. 2500


Auf die Spielpaarungen hatte ich bei Buchung des Fluges gar nicht geachtet, erst bei der Feinabstimmung ist mir aufgefallen, dass ich das Spiel des Landes machen kann. Passte auch alles wunderbar zusammen, so dass man dies ja nicht unbedingt ausschlägt. Vor dem ersten Spiel am heutigen Tage konnte ich bereits durch ein offenes Tor in das Stadion hinein und sah eine ordentliche Beflaggung seitens Valletta in der Kurve. So bin ich auch davon ausgegangen, dass die jeweiligen Supporterclubs in den Kurven stehen, Platz für die Haupttribüne für beste Sicht gegönnt und nach dem Einlass dann doch enttäuscht gewesen. Beide Gruppen versammelten sich auf der Haupttribüne, die eine links, die andere rechts, ich mittendrin. Na gut, ist halt so, gibt sicherlich schlimmeres. Die Haupttribüne war dann auch ordentlich bis komplett gefüllt, in den Kurven dafür nix und auf der anderen Seite saßen vereinzelnd Leute. Ohne eine offizielle Zuschauerzahl zu haben, würde ich trotzdem auf gute 2500 Zuschauer schätzen. Grandios. Auf Valletta-Seite gab es immer wieder mal Böller zu hören, dazu zum Intro auf beiden Seiten große Schwenker sowie einiges an Doppelhaltern. Immer wieder hörte man im Laufe des Spiels „Ultras, Ultras“-Sprechchöre, dies ist doch aber totaler Schmarrn, sich selbst so zu feiern. Denn ansonsten gab der Support nicht sonderlich viel her, weder hüben noch drüben. Dafür dachte ich aber, dass Malta vielleicht doch keine englische, sondern eine niederländische Kolonie ist, denn auf beiden Seiten saß jeweils eine Kapelle, die bekannte Fußballhits auf Trompete, Schlagzeug und Trommel wiedergab. Sehr bitter, es nervte irgendwann nur noch. Und doch kam dann auch mal ordentlich Stimmung auf, erst auf der Seite von Birkirkara, als man eine Rote Karte gegen Valetta (wegen Nachtretens) ordentlich feierte und sich schon als Sieger sah, kurz vor der Halbzeit dann aber ordentliche Feierei auf der anderen Seite, die den Führungstreffer bejubelten. Bierbecher flogen, Pöbelei in Richtung gegnerische Fans. Sah ganz nett aus. Und auch wenn das Spiel nicht unbedingt schlecht war, so verflachte es im zweiten Durchgang zunehmend. Birkirkara wollte den Ausgleich schaffte diesen nicht, einfach kein Wille das Spiel zu egalisieren oder gar zu gewinnen. Einige Minuten vor Schluss sahen dies dann auch die Valletta-Anhänger, die nun ordentlich laut wurden und jeder beim Schlachtgesang mitzog. Beeindruckend. Danach war es aber wieder still, erst beim Schlusspfiff nochmal ordentlich lauter Jubel. Mehr passierte hier dann aber nicht mehr. Ich verließ so langsam das Stadion, wieder zurück zum Auto und durfte das ein oder andere hupende Auto noch ziehen lassen. Kleiner Abfahrtsstau in Richtung Valletta, wo mich mein Weg dann auch hinführen sollte. Wenigstens bisschen Kultur machen, wenn ich schon mal da bin. Sonst würde ich mich sicherlich ärgern und wer weiß, wann ich das nächste Mal auf Malta komme. In der „Innenstadt“ dann den Länderpunkt Malta im Essen gemacht, weitergezogen und an der Stadtmauer entlang wieder zurück zum Auto. Zog sich aber schon ganz ordentlich, leider alles viel zu dunkel, sollte man unbedingt im Hellen machen, gibt hier einiges an guten Motiven, die man ablichten kann. So blieb mir nur der bestrahlte Teil, aber davon gab es auch noch genügend, somit paar Alibifotos in den Kasten gehauen. Irgendwann reichte es mir dann aber auch, geschätzt habe ich alles gesehen, wenn nicht, dann ist es halt so. Auf irgendwelche Museen habe ich eh keine Lust, nur das außenrum möchte ich machen und gesehen haben. So ging es dann von der Hauptstadt wieder zurück zum Hotel, bekannt ist die Strecke ja jetzt mittlerweile, aber ich höre doch lieber auf mein Navi, was aber nicht immer von Vorteil sein muss. Über irgendwelche Feldwege fand ich zum Ziel, im Zimmer noch ein Bierchen gezischt, bisschen in den Flimmerkasten geglotzt, aber es ist wie immer. Es kommt eh nur noch Rotz, teilweise habe ich sogar amerikanisches Fernsehen mit arabischen Untertitel angeschaut, denn auf das deutsche TV-Programm ist stets Verlass. Nur Grütze…

Luqa St. Andrews F.C. vs. Mtarfa F.C. 1-2

Third Division      
Centenary Stadium
Zuschauer: ca. 20 (4-6 Deutsche)


Den Wecker auf 8.30 Uhr gestellt, war ich allerdings vorher schon wach um dann nochmal die Augen zuzumachen. Und auch beim Klingeln wollte ich nicht so recht aufstehen, da musste der zweite Wecker schon her halten. Im Bad fertig gemacht und ab zum Frühstück. Ordentlich was hier geboten wird, sogar englisches Frühstück, wenn auch das Rührei viel zu viel püriert wurde. Und auch die Brötchen waren nur so Wabbeldinger, sieht man davon aber ab, war es gut. Satt bin ich allemal geworden. Nun noch bisschen auf dem Zimmer relaxen und dann ging es auch schon los zum ersten Spiel des heutigen Tages, wo Anstoß bereits um 13 Uhr war. Zwar nur ein 4.Liga-Spiel, aber wenn se doch spielen. Ich merke, den Satz habe ich auch im Jahr 2013 nicht verlernt. Natürlich optimale Voraussetzungen, wenn im kleinen Stadion des Nationalstadions gespielt wird und knapp eine Stunde später im Großen. 20 Zuschauer fanden sich nur ein, davon 6 Deutsche, aber das macht mir gar nix. Solange ich da bin, ist doch alles okay. Und das war es auch. Wieder nur eine Seite begehbar, aber an der Seite ist ein Tor offen, von dort kann man die Tribüne wunderbar ablichten. Spielerisch war es gar nicht gut, bei einem maltesischen 4.Liga-Kick auch nicht anders zu erwarten. Die Sonne strahlte, der Wind pfiff mir allerdings 90 Minuten um die Ohren, so dass ich frierend auf der Tribüne saß und froh war, dass das Spiel endlich rum war. Viel zu erzählen gibt es von dem Spiel gar nicht, darum lasse ich es direkt bleiben. Nach dem Spiel dann schnell raus und direkt zum Auto. Hier ist es wenigstens windstill und ich kann meine Lebensmittelvorräte so nach und nach plündern…

Freitag, 11. Januar 2013

Mosta F.C. vs. Tarxien Rainbows F.C. 1-3

BOV Premier League      
Victor Tesco Stadium
Zuschauer: ca. 250


Schon die letzten zwei Jahre hatte ich immer mal wieder ein Auge auf Malta geworfen, bei ordentlichen Temperaturen einfach dem kalten Deutschland entfliehen und auf die Insel fliegen, wo es kein Winter gibt. Dieses Jahr sollte es dann endlich soweit sein. Das zweite Januar-Wochenende hatte ich mir schlussendlich rausgesucht, bei Lufthansa direkt gebucht, ausnahmsweise mal von FRA fliegen. Spielplan steht schon seit längerem fest, geschaut, um so viele Spiele wie möglich zu machen, kamen am Ende fünf heraus. Optimal. So ging es dann am Freitag Morgen mit dem Zug von Langenselbold zum Flughafen in Frankfurt, ärgerlicherweise wurde ich nicht kontrolliert, 7.60 Euro für die Fahrkarte mal wieder umsonst ausgegeben. Am Hauptbahnhof aber erstmal diverse Probleme, Signalstörungen im S-Bahn-Netz führt zu Verspätungen, ich habe genug Zeitpolster eingeplant, darum auch dies kein Problem. Nun bin ich hier, am Flughafen, wo ich erst einmal zuvor abgeflogen bin, dies aber auch nicht zum Fußball, sondern in den Urlaub. Das nur so nebenbei. Schon schwierig sich hier zurecht zu finden, wenn man sonst nur von irgendwelchen kleinen Flughäfen abhebt, aber auch das wurde gemeistert. Sicherheitskontrolle ohne Probleme, ab zum Gate. Wieder ewig lang gelaufen, dann noch kurz warten, ehe das Boarding begann. Allerdings komisch, dass ich zu keinem Zeitpunkt nach dem Ausweis gefragt wurde. Ausnahme oder Standard in FRA? Keine Ahnung. Alle Fluggäste waren an Bord, es hätte losgehen können, hätte. Es gab eine kleine Verspätung von 30 Minuten, nicht etwa weil das Wetter so schlecht war, nein, es gab Probleme beim Catering, es wurden 50 Essen zu wenig an das Flugzeug gebracht. Wenn man sonst keine Probleme hat. Früchte mit Quark wurde serviert, war in Ordnung, aber hätte nicht unbedingt sein müssen, weil Zeitverlust. Im Prinzip hat es aber nix gemacht, hatte ich ja auf Malta eh alle Zeit der Welt. Der Flug war soweit okay, die meiste Zeit mit Schlafen verbracht und dann erreichte man maltesischen Boden mit gut 10 Minuten Verspätung. Die Sonne lachte, es dürften ca. 16 Grad gewesen sein, während in Deutschland wohl Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschten. Somit schon mal alles richtig gemacht. Nun erstmal den Mietwagen abholen, Lenkrad auf der rechten Seite, wusste ich ja bereits, hatte mich vorher informiert. Malta ist oder war eine englische Kolonie, daher kommt dies wohl. Mein erstes Mal mit dem Lenkrad auf der rechten Seite, ich bin gespannt, ob das klappt, leicht nervös war ich ja schon. Ein kleiner Peugeot 107 wird nun für die nächsten drei Tage mein Eigen sein, was größeres braucht man hier auch nicht auf der Insel, gibt es keine Autobahnen, lediglich diverse Schnellstraßen. Aber immer und immer wieder Kreisel, sollte man bei der Planung von Spiel zu Spiel etwa die Kilometer mal 1,5-1,8 nehmen um die Zeit in Minuten herauszubekommen. Nun war es 13 Uhr. Ins Hotel kam ich erst ab 15 Uhr, also erster Weg führte nach Valletta, schon mal bisschen Sightseeing betreiben. Ich kam aber gar nicht klar, die Konzentration auf die Linksfahrerei und das Schauen auf das Navi überforderte mich und nachdem ich zwar schon in Valletta war, falsch fuhr und nochmal außenrum sollte, gab ich entnervt auf und es ging Richtung Hotel. Das gebuchte Hotel liegt an der Nordseite Maltas, namentlich Paradise Bay, und konnte mit 10.50 Euro für B&B punkten. Und auch wenn es nur gute 26 Kilometer von Valletta entfernt ist, so schätzte ich die Situation ganz falsch ein. Das nächste Mal dann doch lieber in Landesmitte ein Hotel für paar Euro mehr beziehen und dann nicht den Stress mit der Fahrerei haben. Eins hat es aber von Vorteil, man sieht einiges vom Land. Das Zimmer soweit in Ordnung, leider kein free Wi-Fi, aber ist nicht so tragisch. Bisschen auf das Bett gepflanzt und ausruhen, um dann um 18 Uhr Richtung erstem Spiel und somit neuem Länderpunkt aufzubrechen. Auf dem Weg dorthin noch einen Lidl gesichtet und ordentlich eingekauft, danach konnte es weitergehen. Die Fahrerei klappte nun schon besser, die Flutlichter sind zu sehen, Parkplatz in unmittelbarer Nähe. Passt. Das erste Spiel lief noch einige Minuten, ich gesellte mich aber dennoch schon mal rein. Es war überraschend Frisch geworden, aber sicherlich nicht so kalt wie letztes Wochenende, also musste es gehen. Muss ja schließlich immer gehen. Viertel Neun, beste Zeit für ein TV-Spiel, ob es denn wirklich live gezeigt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, aber zumindest konnte man später Ausschnitte bzw. die Tore im TV begutachten. Auf beiden Seiten konnte bisschen was an Fans ausgemacht werden, jeweils Beflaggung hinter dem Tor am Netz befestigt, im Block selber nix. Allerdings auf Tarxien-Seite ein großer Schwenker. Support war kaum vorhanden, ab und an kam mal ein Mosta, Mosta,die andere Partei eigentlich nur bei Toren auffällig. Diese fielen auch zu genügend, vier an der Zahl, mit dem besseren Ausgang für die „Gäste“. Ansonsten ist zum Spiel selber kaum was zu schreiben oder zu erwähnen, dürfte etwa Landesliga-Niveau bei uns haben. Nach dem Spiel dann noch paar Fotos vom Ground gemacht, halt nur vom Block aus, da nur einseitig begehbar. Nun also wieder zum Hotel zurück, was freue ich mich auf die Gurkerei da hoch. Klappte aber dann doch ganz gut, um etwa 23 Uhr wieder im Hotel angekommen, Bierchen noch gezischt und bisschen TV geschaut. Mehr ging aber nicht mehr, ich konnte kaum noch die Augen aufhalten, also Licht aus, TV aus, Augen zu und schlafen…

Sonntag, 6. Januar 2013

SAS Epinal vs. Olympique Lyonnais 7-5 n.E.

Coupe de France      
Stade de la Colombière
Zuschauer: 7100 (70 Gäste)


Welch eine Hitze im Zimmer. Dies lag sicherlich nicht an der 3er-Belegung, eher an der laufenden Heizung, auch wenn diese schon am Abend runtergedreht wurde. Schlecht geschlafen hatte ich und dann vor dem Wecker wach geworden. Das Bier machte sich zumindest nicht bemerkbar, schon mal gut, aber fit ist was anderes. Die Dusche half nur wenig, musste aber sein, danach war es auch schon Zeit aufzubrechen. Ein Supermarkt wurde am Vorabend noch ausfindig gemacht, welcher auch am Sonntag geöffnet hat, dort Belag für das Baguette besorgt, welches kurze Zeit später in der Bäckerei besorgt wurde. Hier merkte ich dann aber direkt wieder die Müdigkeit, begrüßte ich die Bäckereifachverkäuferin anstatt mit einem Bonjour oder Salut, mit einem Hola. Falsches Land, aber egal. Das Baguette bekam ich trotzdem. Wir fuhren direkt zum Stadion, hier um kurz nach Zehn angekommen, Parkplatz gesichert und gewartet. Ein weiteres deutsches Auto wurde gesichtet, paar Sachsen mit einem Oberfranken als Insassen, wie man später herausfand. Die Ticketlage sah allerdings weiterhin nicht gut aus. Die Kasse wird definitiv nicht öffnen und im Gästebereich würden erstmal die Supporter aus Lyon Zugang erhalten und danach vielleicht das übliche Volk. Alles sehr fraglich. Aber Alternativen gab es nicht, Metz hatte ja jeder schon und Sochaux2 wäre geografisch wie auch spielerisch völliger Blödsinn gewesen. Andere Alternative, einfach heimfahren. Soweit waren wir aber noch nicht. Um zwölf Uhr sollten die Kassen aufmachen, Asche und meine Wenigkeit versuchten einfach mal unser Glück und waren somit schon mal drin. Einzigstes Problem nun nur noch unser Fahrer, der draußen auf seine Chance hoffte und diese auch bekam. Ein Weib hatte wohl noch zwei Karten übrig, praktisch weiße Schwarzmarktverkäufer, die aber nix drauf schlugen und somit war auch der Kollege für einen Zehner im und beim Spiel. Na also, geht doch, positiv denken, dann wird alles gut. Der Ground ist ganz ordentlich mit Tribüne auf der einen Seite, sowie überdachte Stehplätze auf der Anderen. Hinter einem Tor dann noch unüberdachte Sitzplätze. Nachdem man nun auch noch weitere Gleichgesinnte traf und kurz quatschte, konnte es endlich losgehen. Und heute war es dann schon viel besser als noch gestern. Nach 13 Minuten steht es plötzlich 2-0 für die Gastgeber, nach 15 Minuten 2-1. Super Auftakt, da macht Fußball Spaß. Wenig später dann der Ausgleich, jetzt nimmt wohl das Spiel seinen Lauf und der klare Favorit aus Lyon wird deutlich gewinnen. Aber Pustekuchen. Zwar ging man durch einen Handelfmeter im zweiten Durchgang erstmals in Führung, verpasste aber die Entscheidung zu erzielen und so kamen dann die Gastgeber tatsächlich noch zum Ausgleich. Bloß keine Verlängerung, mir ist kalt, ich bin müde, ich möchte heim. Aber mein Wunsch wurde nicht erhört, warum auch, ab ging es in die Verlängerung. Man war das schlecht von Lyon. Bekommen einfach nix auf die Reihe. Und auch die Supporter waren eher schlecht als recht. Kamen zwar gut 70 mit, ein Bengalo zum Intro, ansonsten 90 bzw. 120 Minuten Fahne schwenken und bisschen Singen. Ganz mieser Auftritt, aber keine Ahnung ob sie es besser können. Im Heimbereich natürlich auch nicht wirklich Stimmung vorhanden, lediglich nach der 2-0 Führung Euphoriestimmung und nach dem Ausgleich zum 3-3 schwappte die Welle durch das weite Rund, wenn auch nur zu einem Viertel. Die Extra-Spielzeit brachte dann nix mehr ein, die Entscheidung musste per Elfmeterbolzen her. Und da kann ja der Favorit nur verlieren und so war es dann auch. Erst wird gehalten, dann geht ein Ball in die Wolken. Am Ende ein verdienter 7-5 Erfolg für die Gastgeber, hätte ich es dem Gast sicherlich nach 90 Minuten gegönnt, aber nach diesem schwachen Auftritt musste man dann einfach für den Gastgeber sein. Mit schnellen Schritten ging es nun zurück zum Auto, Abfahrtsstau vermeiden und so schnell wie möglich weg von hier. Dies klappte wunderbar, wir dürften das erste Auto gewesen sein, zack waren wir weg. Optimal. Die weitere Strecke zog sich dann erstmal, ab in die Vosgesen, Berg und Talfahrt, fast hätte es noch Hundekotlett gegeben, aber der Fahrer fuhr aufmerksam. Ich musste jetzt erstmal bisschen Schlaf tanken, schlummerte gemütlich auf dem Beifahrersitz. Das musste einfach sein, darf ich direkt nach der Tour in die Nachtschicht. Aber irgendwie muss ja das Geld für den Fußball verdient werden. Meine erhoffte Zigarettenpause bekam ich leider nicht, dafür begann dann aber so langsam die Durchdrehphase. Wie es halt immer auf dem Rückweg ist. Ich hatte immer was zu meckern, über dies und das, spielte Gitarre auf der Flasche, spielte DJ am Radio und hielt es dann doch ohne Zigarette aus. Der gestrige Treffpunkt wurde dann wieder erreicht, Sachen umladen, sich beim Fahrer ordentlich bedankt und verabschiedet und schon gingen wir alle wieder getrennte Wege. Der Winterschlaf war kurz, trotzdem hat diese kleine Tour Spaß gemacht, schmeckt nach mehr. Der Geschmack wird sicherlich noch einige Wochen und Monate anhalten. Und es macht schließlich alles noch Sinn, auch ich muss mich noch nicht zum Briefmarken sammeln oder zum Tauben züchten umorientieren…

Samstag, 5. Januar 2013

E.S. Thaon vs. FC Sochaux 0-1

Coupe de France/span>      
Stade Robert Sayer
Zuschauer: 2500 (100 Gäste)


Die Ankunftszeit vom Navi ließ nix gutes verlauten. Dreiviertel sechs Ankunft, noch kein Parkplatz und noch keine Karte. Das wird eine ganz enge Kiste. Besonders, wenn man auf der mautfreien Autobahn nix rausholen kann, da überall eh nur 90km/h maximal erlaubt ist. Was ein Schwachsinn. Da kann man über die Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland echt froh sein. Endlich mal erlaubte 110km/h, doch bald wieder diese genannten 90. Die Laune stieg nicht unbedingt, erst als die Autobahn verlassen wurde, konnte auf der Landstraße bisschen Zeit gut gemacht werden. Gute fünf Minuten auf dem kleinen Stück, sieht man mal. So kamen wir dann doch rechtzeitig an, Parkplatz in einer Seitenstraße gefunden und zackig ging es zum Eingang. Einlass kein Problem und drin waren wir. Das hatte geklappt, der erste Doppler im Jahr 2013 ist so gut wie in der Tasche. Gute 2500 Zuschauer waren zu diesem Pokalkick gegen den Erstligisten gekommen, davon etwa 100 Gäste. Die Ultrafraktion versammelte sich auf dem Hügel hinter dem Tor, ein paar weitere mit Banner und Schwenker zogen die Seite an der Haupttribüne vor. Bisschen Silvesterpyro auf Heimseite gab es als Intro zu bewundern, auf Gästeseite erstmal nur die besagten Schwenker. Im Laufe der Zeit dann kurzzeitig mal gelber Rauch, das war es dann aber auch schon. Leichtes Singsang konnte aus dem Gästesektor vernommen werden, im Heimbereich natürlich nur Eventkunden, die dumm in der Kälte rumstanden. Das Spiel war allerdings wiederum schwach, müsste doch der Erstligist hier deutlich gewinnen, aber ist halt Pokal, welcher seine eigenen Gesetze hat. Die 2 Euro für das Phrasenschwein wurden in der Halbzeit in einer Merguez investiert, allerdings ohne Harissa. Enttäuschend. Und auch auf dem Rasen passierte nicht wirklich was, die Zeit wurde dann halt einfach tot gequatscht, ehe eine Viertelstunde vor Schluss doch noch der Treffer für die Gäste fiel. Und auch wenn ich kein bekennender Gegner des französischen Fußballs bin, so habe ich keine Ahnung, ob denn da tatsächlich die komplette erste Mannschaft des Erstligisten aufgelaufen ist. Ist ja auch egal, das Spiel war nach 90 Minuten fertig, wir waren zufrieden und konnten wieder abmarschieren. Vorher aber noch zwonzisch Euro am Kassenhäuschen gefunden, ein sehr netter Abend, würde ich mal behaupten. Bevor es dann zum gebuchten Hotel ging, sollten im Supermarkt in Epinal erst noch Tickets für das Spiel am nächsten Tag besorgt werden. Hier gefragt und dort gefragt, doch die Antworten ließen nix Gutes verlauten. Eine dritte Info eingeholt, c´est finir, Ende Aus, gibt nix mehr, Spiel ausverkauft. Nun ja, leicht niederschmetternd, manch einer hakte die ganze Sache jetzt schon ab. Zur Aufmunterung gab es dann aber noch einen 12er-Träger Kronenbourg, der im nahe gelegenen F1 Hotel gebührend vernichtet wurde. Und während der ein oder andere bereits am Metallbett sägte, gönnte ich mir noch einige Minuten im kostenlosen Internet, ehe mich immer wieder eine Stimme aufforderte, endlich ins Bett zu kommen. Es war nicht meine innere Stimme, nur die meines Lebenspartners am Wochenende, praktisch die Stimme meiner Wochenendbeziehung. Gegangen ist dann aber nix, sollte es jemanden interessieren…

FC Metz 2 vs. U.S. Ivry 0-1

CFA Groupe A      
Stade d´Athlétisme Dezavelle
Zuschauer: 105

Neues Jahr, neues Glück. Kaum hat das neue Jahr begonnen, ist auch schon wieder Wochenende, Zeit für Fußball. Und wenn doch gespielt wird, kann man ja hinfahren. Eine kleine Neujahrstour nach Frankreich. 3 Spiele stehen auf dem Plan, zwei Touren sind möglich, wir entscheiden uns aber für die sichere mit Metz 2 und Thaon anstatt Belfort und Colmar. Bei Verlängerung wäre das zweite Spiel nicht mehr gegangen, wahrscheinlich besser so. Bis zum späten Freitag Nachmittag war allerdings unklar, wie, ob und warum wir überhaupt hinfahren, dann aber gab es grünes Licht vom Akkumensch, der Akku leuchtet orange, es kann losgehen. Viertel Elf bayrischer Zeit, Viertel nach Zehn hessischer Zeit war als Treffpunkt ausgemacht und während ich noch in der rollenden Disco saß, trudelten so langsam die anderen beiden Kollegen ein. Es konnte losgehen. Im Can´schen Mobil ging es also Richtung Ostfrankreich, wie erwähnt nach Metz. Nix los auf den Straßen, wir kamen gut voran, kurz hinter der Grenze dann runter von der Autobahn, die Mautstraße umgehen und über Landstraße weiter. Hier und da tauchte mal ein Ground auf, kann man sicherlich irgendwann mal machen. In Metz dann zeitig angekommen, wurde erstmal das Stadion der ersten Mannschaft nochmal begutachtet, auch wenn es natürlich jeder von uns hatte. Hinten dran das Stadion der Zweiten, immerhin auch mit Tribüne, wenn auch nur mit Tribüne, sonst nur Stankett. Macht aber nix, hauptsache Tribüne. Man traf noch zwei weitere bekannte Gesichter, ICE-Volker sowie Stier, und zusammen wurde dann das Spiel verfolgt. So gut es ging. Es dauerte nicht lange, da mussten wir feststellen, dass es das schlechteste Spiel im Jahr 2013 ist. Aber auch irgendwie das Beste. Komisch. Die Akteure auf dem Rasen brachten auf jeden Fall kaum was zu Stande, gab zwar mal hier, mal da eine Torchance, aber das war nix wertvolles. Dafür kann dann der Siegtreffer für die Gäste als sehenswert angesehen werden. Viel mehr passierte hier auch nicht mehr. Allerdings haben wir gute dreizehn Minuten an Zeitpolster verloren, wichtige Minuten im Kampf um die weiteren neunzig Minuten. Einfach wieder später angefangen, länger spielen lassen usw. Man kennt es ja. Und darum halten wir uns jetzt auch nicht mehr länger auf, sondern gehen direkt zum Auto und fahren weiter…

Sonntag, 23. Dezember 2012

KVV Thes Sport Tessenderlo vs. S.K. Moelingen 5-3

I Provinciale Limburg      
Sportcentrum Tessenderlo
Zuschauer: 180

Da ist es doch praktisch, wenn auf dem Heimweg noch ein 5.Liga-Kick um 18 Uhr stattfindet. Kann man ja gar nix falsch machen. Entweder es findet statt oder es fällt aus, ein Umweg ist es keinesfalls. Die Ungewissheit über Anpfiff oder Absage wurde anhand der brennenden Flutlichter gleich ad acta gelegt. Jetzt noch schnell billigen Sprit ins Auto füllen und dann konnte es direkt vor den Ground gehen. Auf dem Parkplatz wurden dann die ersten deutschen Autos gesehen. Es musste ja so sein, wie viele werden es werden? 50? War dann doch enttäuscht als ich nur auf 15 deutsche Hopper kam, wo sind die denn alle, etwa heimgefahren, weil nur 5.Liga? Schließlich sollen ja am Vortag in Lille/Frankreich etwa 60 anwesend gewesen sein und aufgrund mangelnder Alternative für Sonntag Abend müssen die doch alle hier sein. Aber ist ja auch egal, ich weine keinem nach, hauptsache ich bin da. Und wer steht auf einmal vor mir? Der Asche! Nun ja, habe ich schon leicht dumm geschaut, aber okay, ein weiteres, bekanntes Gesicht. Fotos waren schon im Sack, erst nochmal in die Kneipe, bisschen aufwärmen. Dann konnte es auch schon losgehen, die kurioseste Szene seit langem gleich zu Spielbeginn. Der Torwart bekommt den Ball, vertendelt ihn und trudelt auf oder über die Linie, aus unserer Sicht nicht genau zu erkennen. Aber zumindest im Tor. Der Assistent hebt die Fahne und zeigt auf Eckball. Hääää? Wenn der Ball hinter der Linie war, dann muss es Tor geben und das gab es dann auch. Schon ziemlich krank das Tor. Aber gut, hatte man was zum Lachen. Die genaue Torfolge entzieht sich meiner Kenntnis, da haben andere Experten mitgeschrieben, es fielen auf jeden Fall sehr viele Tore, acht an der Zahl, 5-3 als Ergebnis. War ein würdiges Ende der Tour und ein würdiges Jahresende. Die Zeit wurde ansonsten verquatscht, was man halt so macht, wenn man mit mehreren Gleichgesinnten beim Fußball ist. Das Spiel war dann beendet, die deutschen Autos verteilten sich in alle Himmelsrichtungen, für mich ging es aber nicht in Richtung Süden, sprich nach Hause, sondern ins Ruhrgebiet, wo die Feiertage verbracht werden sollten. Einfach mal nicht aufs Navi gehört und bei Roermond in Richtung Deutschland fahren, sondern ich wollte unbedingt via Venlo fahren. Brachte mir zwar bis auf einen Zeitverlust und Mehrkilometer nix ein, aber macht ja nix. Venlo dann erreicht, weiter in Richtung Duisburg, an der Grenze ohne Kontrolle vorbei, dann war ich also wieder in Deutschland. Das Wetter immer noch nicht besser, teilweise echt schlecht zu fahren, aber 60km/h als Begrenzung auf deutschen Autobahnen ist schon ein blanker Hohn. Da kann ich dann auch in Belgien bleiben, wo man maximal 120km/h fahren darf, am besten mit Tempomat um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, schneller zu fahren. Aber das ist halt der typische Wahn überall. Überall nur noch Verbote. Egal, ich bewege mich im Erlaubten, mache das was mir gefällt und bin mit dem Erreichten in diesem jahr durchaus zufrieden. In diesem Sinne...

Berchem Sport 2004 vs. VV Coxyde 2-0

Division III Nationale AFD A (3.Liga)      
Ludo Coeckstadion
Zuschauer: 500

Die Nacht verlief diesmal ohne Zwischenfälle, ordentlich Schlaf getankt und dann vor dem Wecker wach geworden. Noch bisschen gemütlich im Bett liegen bleiben, dann fertig machen und auschecken. In manchen Ländern haben die Supermärkte auch sonntags geöffnet, so auch zum Teilen in Belgien. Diesen erstmal angesteuert und das übliche Frühstück in Form von Baguette und Käse besorgt. Paar Meter weiter auf dem Parkplatz niedergelassen und ordentlich gemampft, danach konnte es dann nach Antwerpen weitergehen. Den Morgen über immer wieder geprüft, ob vielleicht ein pp erfolgt, aber bis dato nix zu lesen, zur Sicherheit dennoch mal drei weitere Partien rausgeschrieben. Erster Check am Stadion, sieht gut aus, Ordner stehen davor, wird schon gespielt wird. Und auch heute ging es dann vor dem Stadionbesuch erstmal zur Frituur, diesmal ein asiatischer Inhaber, mittlere Fritten mit Samurai. Mitgenommen und im Auto gefuttert, was ein Glück, denn die Sauce war so heftig, dass ich ordentlich trinken musste. Und ich fing so langsam das schwitzen an, gegen eine Erkältung sicherlich genau das richtige. Die Fritten waren leer, ich voll, zumindest der Bauch, also wieder zurück zum Ground. Klar wurde gespielt, warum auch nicht. Der Ground ein geniales Teil, sehr geil, muss man gesehen haben. Fette Sitztribüne auf der Längsseite, gegenüber überdachte Stehplätze und in den Kurven jeweils unüberdachte Stufen, zum Teil auch schon bisschen mit Moos versehen. Geile, alte Westschüssel würde so manch einer sagen. Und natürlich war ich hier heute nicht alleine. Etwa zehn weitere Groundinteressierte wurden vernommen, aber überall verteilt, nur neben mir stand dann einer, der mich irgendwann anquatschte. Sehr genial die Anquatschmethode, ob ich deutsch oder englisch sprechen würde und ob ich wüsste, aus welcher Provinz denn der Gast kommen würde. Nun ja, so kam man ins Gespräch und verlaberte die restliche Spieldauer von einem Spiel, welches auch nicht sonderlich gut war, aber auch nicht so schlecht, dass es nicht zum Hingucken war. Prädikat in Ordnung. Der Gastgeber gewann das Spiel verdient mit 2-0, welches zumindest die paar Supporter in Stimmung versetzten, denn auch hier wieder dieser typisch, britische Support. Konnte aber gefallen. Gäste waren keine auszumachen, aber dafür waren ja die ganzen Deutschen da. Beim Marsch aus dem Stadion noch ML getroffen, aber wir sehen uns ja gleich, war die einstimmige Meinung. Alle Wege trennten sich zu den eigenen Fahrzeugen, Abfahrt in Richtung Heimat...

Samstag, 22. Dezember 2012

OH Leuven vs. Lierse SK 2-2

Jupiler Pro League      
Stadion Den Dreef
Zuschauer: 8225 (300 Gäste) 

Zeitlich gesehen war das folgende Spiel kein Thema. Gemütlich ging es wieder in Richtung Osten, etwa auf der Hälfte liegt dann das Städtchen Leuven, wo der heutige Abendkick stattfinden sollte. Das Flutlicht strahlte bereits, somit kein Problem das Stadion zu finden, nur einen Parkplatz gab es nicht direkt am Stadion, aber die paar Meter kann ich dann auch laufen. Ich habe ja Zeit. Stehplatzticket für 15 Euro wechselte den Besitzer, nicht lange draußen rummachen, gibt ja eh nix zu sehen. Stehplätze auf der Gegengeraden, dort findet man auch eine Kneipe vor. Ansonsten riesige Haupttribüne, hinter den Toren jeweils weitere Sitzplatztribünen und mindestens die Gästetribüne hinter dem Tor aus Stahlrohr. Ist soweit in Ordnung. Nur stimmungsmäßig ging hier heute gar nix. Zwar bepöbelten sich beide Seiten desöfteren mal, aber sonst war der aktive und auch passive Support einfach nicht vorhanden. Da bringt es auch nix, wenn auf den Stehern ein Typ mit Megaphon rumläuft und ab und zu dort mal was reinbrüllt, die Mitmachquote ist gleich Null. Wollen halt alle nur Fußball schauen. Lediglich bei den Toren wurde es laut als jeder den DJ Ötzi Song "Sweet Caroline" mitgröhlte. Jetzt sitze ich auf der Leitung, keine Ahnung, was ich noch schreiben könnte. Es ist eigentlich alles gesagt. OK, vom Spiel kann ich noch was schreiben. Der Tabellenletzte aus Lier war soweit das aktivere Team, ging dann auch verdient in Führung. Der Ausgleich folgte per Elfmter, die erneute Führung der Gäste wenig später auch per Elfmeter. Dieses Mal wurde keiner verschossen, beide waren drin. Somit nach drei Spielen schon fünf Elfmeter zu Gesicht bekommen, wovon immerhin drei im Tor landeten. 60% Trefferquote, grob hochgerechnet. Aber interessiert keinen. Der erneute Ausgleich erfolgte praktisch postwendend in Spielminute 77 und obwohl die Gäste dann nochmal eine 3fach Chance hatten, sollte ein weiterer Treffer nicht fallen. Mit einem Remis trennten sich beide Mannschaften und auch trennte mich von diesem Spiel. Riss mich wahrlich nicht vom Hocker, aber wenn man das vorher alles so wüsste, dann wüsste man sicherlich auch die Lottozahlen. Das ist aber wahrlich ein anderes Thema. So ging es dann zurück zum Auto und dann zum gebuchten Hotel am Bahnhof in Leuven. Auto in einer Seitenstraße abgestellt, eingecheckt und der restliche Abend wurde mit der belgischen Sportschau, Baguette mit Käse und free Wi-Fi auf dem Zimmer verbracht. Bis ich irgendwann wieder aufwachte, auf die Uhr schaute und mir dachte, jetzt kannst du eigentlich mal das Licht ausmachen...

KSV Roeselare vs. SC Eendracht Aalst 3-0

belgacom League      
Stadion Schiervelde
Zuschauer: 1920 (250 Gäste)

Irgendwann nachts mal aufgewacht und mich kurz gefragt, wo ich bin, konnte ich das rote Licht vom TV-Gerät nicht zuordnen. Aber alles ist gut, bin im Hotel, also weiterschlafen. Genügend Schlaf hatte ich bekommen, nun war fertig machen angesagt und dann wollte ich auch schon zum zweiten Spiel der Tour aufbrechen. Es hatte sich mittlerweile eingeregnet, aber im Auto ist es ja trocken. Frühstück im Supermarkt besorgt, dazu gleich noch auf französischer Seite für 1.519 getankt. Ärgerlich, dass nur kurz nach der Grenze eine belgische Tankstelle für paar Cent weniger den Sprit verkaufte. Der Regen wollte einfach nicht nachlassen, erste Gedanken an eine Spielabsage machten sich breit, eine Alternativveranstaltung hatte ich nicht im petto. Aber wird schon irgendwie alles glatt gehen, ist ja schließlich 2.Liga. Zunächst dann mal zum Ground gefahren, die Spieler reisen zum Teil auch schon an, brauche ich also erst gar nicht bis zum Stadion vordringen, es wird gespielt. Wunderbar, kann ich mir eine Frituur suchen. Hunger hatte ich trotz gutem Frühstück schon, also mal direkt die große Portion bestellt. Aber halt alles leicht übertrieben, die Schale ist schon voll und es wird als weiter die Fritten drauf gepackt. Ist wohl so standardmäßig. Vollgefuttert ging es dann wieder zurück zum Stadion, hier auch wieder keine Probleme ins Innere zu gelangen und mit der Fotorunde zu beginnen. Sehr ordentlich was man zu sehen bekam. Fette Tribüne hinter dem Tor, dazu logischerweise eine Haupttribüne. Hinter dem anderen Tor dann noch einiges an Stehplätzen und auf der anderen Seite eine Sitztribüne, wo auch die Gäste untergebracht sind, dazu noch paar überdachte Steher. Ich wunderte mich schon, dass hier überhaupt gekickt wird, waren ordentlich Pfützen auf dem Platz zu erkennen, die den Ball kaum rollen ließen. Man sollte vielleicht nicht immer an Deutschland denken, im Ausland wird das alles noch anders fabriziert, da werden Pfützen nicht ernst genommen, hauptsache der Ball rollt auf dem größten Teil der Spielfläche. Mir sollte es recht sein. Die Gäste machten ihren Sitzplatzbereich voll, teilweise kam auch bisschen Gesang rüber, aber halt wieder nicht über die komplette Spielzeit. Man merkt schon ein bisschen das englische Flair in Belgiens Stadien. Die meiste Zeit die Fresse halten, ab und zu was singen und bei gescheiterten Aktionen des Gegners zu jubeln. Von Heimseite bekam ich aber überhaupt nix mit, waren überhaupt Anhänger anwesend? Anscheinend schon, zumindest hatte ein anderer Gleichgesinnter etwas von Stimmung geschrieben, mir ist diese halt nicht aufgefallen. Passiert. Aufgrund des miesen Untergrunds war das Spiel dann auch nicht von Höhepunkten geprägt. Highlight der ersten Halbzeit dürfte sicherlich der Schiedsrichter gewesen sein, der bereits zur Ecke zeigte, der Ball aber im Spielfeld in einer Pfütze liegen blieb und somit die Linie nicht überquerte. Eckball gab es nicht, dafür ging es normal weiter. Erst im zweiten Durchgang nahm dann das Spiel noch bisschen an Fahrt auf. Erst verpassen die Gäste die Führung, kurz darauf dann die Führung für den Gastgeber. Nun gestaltete sich alles ein wenig offener, gute zehn Minuten später dann die Vorentscheidung durch einen Konter. Weitere Chancen für Roeselare wurden nicht genutzt, selbst ein Elfmeter wurde verschossen, doch paar Minuten danach erfolgte das 3-0. Die Kiste war entschieden, nun noch den Abpfiff abwarten und dann raus aus dem nasskalten Roeselare. Nur, ob es irgendwo in Belgien besseres Wetter zu erblicken gibt, erschien dann doch mehr als fraglich...

Freitag, 21. Dezember 2012

KV Kortrijk vs. Sporting Club Lokeren 2-3

Jupiler Pro League      
Guldensporenstadion
Zuschauer: 8094 (400 Gäste)

Ein Blick auf meinen persönlichen Jahreskalender verriet mir, letzte Tour Ende November, dies konntenicht die Abschlusstour für das Jahr 2012 sein. Nein, da musste noch was folgen. In Deutschland mittlerweile schon alles in der Winterpause, wenn nicht, wäre es bei dem regnerischen Wetter eh abgesagt oder auf KR ausgetragen worden. Aber es gibt ja noch westlich von Deutschland zumindest einen Staat, Belgien nennt er sich, dort wird auch ein Tag vor Heiligabend noch gekickt. Kurz geblättert und schon stand eine ordentliche 5er-Kombo zusammen, immerhin auch zwei Erstligisten in der Tour integriert. Gut, ist mir nicht ganz so wichtig, hauptsach es wird gespielt, aber irgendwann will ich die erste Liga ja auch mal komplettieren. Hotelsuche ist immer ein leidiges Thema in Belgien, im Prinzip alles viel zu teuer, wenn man alleine reist, aber für Samstag zumindest ein Hotel für unter 40 Euro gefunden. Nun war nur noch die Frage für Freitag, Hotel oder Autoübernachtung. Auto hätte Kosten gespart, aber an die Gesundheit muss auch bisschen gedacht werden, selbst wenn es diesen Dezember nicht ganz so kalt ist. Für 24 Euro dann ein F1 an der französischen Grenze gefunden, hört sich brauchbar an, auch wenn die F1-Hotels zum Teil sehr, sehr fraglich sind. Aber zum Pennen langt´s. So wurde dann am Freitag Vormittag der Feierabend und zeitgleich auch der Urlaub pünktlich eingeläutet, gegen 11 Uhr die Firma verlassen, nochmal heim, Tasche packen und eine Dusche nehmen, dann konnte es los gehen. Ich bin mittlerweile froh, dass ich nicht mehr so bin wie früher, ich war einfach nur platt, total kaputt, müde, aber ich hatte die Motivation zu fahren. Ich musste fahren, ich brauche diese fünf Spiele für die eigene Genugtuung. Logischerweise ging es über die A3, die heute schön sauber war. Sauber in Form von Autos. Nix los, ich kam gut voran. Eine längere Pause wurde dann bei einem Fastfoodladen eingelegt, Kaffee schlürfen und den Akku aufladen. Danach ging es wieder, die Müdigkeit war weg, es konnte weitergehen. Die gewohnte Strecke nach Belgien über die A4, am Aachener Kreuz dann erstmal Richtung Lüttich. Nur bin ich ja clever, weiss ich mittlerweile, dass man im Berufsverkehr die Ringe um Brüssel und Antwerpen meiden sollte, darum halt unten rum über Charleroi gefahren. Sind zwar 20km mehr, aber es geht sicherlich besser voran. Sieht man von den zwei kleinen Ministaus ab, war es dann auch so. 18.45 Uhr konnte das Auto auf dem angrenzenden Parkplatz abgestellt werden, die Sachen zusammengetragen und dann auf zum Eingang. Am Eingang klappte alles wunderbar, an der Infokasse was gefragt, erhielt ich darauf eine Karte, ich solle zum Drehkreuz gehen. Karte war aktiviert, ich war drin. Aber das konnte doch nicht alles gewesen sein? Doch, war es anscheinend, ich hatte Zugang zum Stadion. Perfekt. Das leere Stadion für eine Fotorunde genutzt, dann einen Platz auf der Hintertortribüne ausgesucht und auf den Anstoß gewartet. Das Stadion ist zwar nicht sonderlich groß, macht aber dennoch was her. Kann gefallen. Das Herzstück sind wahrlich nicht die VIP-Logen auf der Haupttribüne, sondern die schicke Stehplatztribüne hinter dem Tor. Den Gästeblock suchte ich zunächst vergeblich, wurde dann aber dank der Gästefans fündig, auf der Gegengerade ist ein Teilstück reserviert. Da sitze ich ja dann genau richtig, wenn auch fantechnisch nicht viel zu erwarten ist. Immerhin gut 400 Anhängen aus Lokeren reisten mit, machten zum Teil auch gut lärm. Zwar nix besonderes, aber besser als nix. Die Heimfans präsentierten zum Spielbeginn eine Blockfahne mit einem Dank an irgendjemanden, danach bisschen Gesinge. Wurde auch hier teils gut laut, aber ist halt nicht so das Ding die komplette Spielzeit durchzusingen. Und dabei hatte es das Spiel in sich. Die Gäste gehen mit 0-2 in Führung, kurz vor der Halbzeit dann der Anschluss per Freistoß. Kann eine gute Geschichte werden und sie wurde es auch. Anfang des zweiten Durchgangs ein Platzverweis für den Gastgeber, mit zehn Mann wird gefightet, der Ausgleich per Elfmeter ist möglich, doch footballmäßig wird die Kugel über die Querstange gejagt. Aufgeben gilt nicht, immer weiter gefightet und so dann auch zum verdienten Ausgleich gekommen. Die erneute Führung für die Gäste kurz vor Schluss war dann nicht ganz so gerecht, aber danach fragt ja beim Fußball eh keiner. Trotz gutem Kampf wurde das Spiel also von Heimseite aus gesehen verloren. Macht mir nix, habe ich ein gutes Spiel gesehe. Nur durchgefroren war ich nun. Zurück zum Auto, Heizung an und dann ab nach Frankreich zum Hotel. Dies nach kurzem Suchen gefunden, eingecheckt und ab auf das Zimmer. Lange hielt es mich nicht mehr wach, ich brauchte dringend Schlaf. Und glücklicherweise ging die Welt heute trotz aller Prophezeihungen nicht unter, dafür wurde ein ordentlicher Ground in den Sack gepackt, wieder verschnürt und dann brav neben das Bett gestellt...

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